Gezeitenströme sind Meeresströmungen, die durch den Wechsel von Ebbe und Flut entstehen. Das Wasser strömt bei auflaufendem Wasser (https://bootsschule1.de/lexikon/flut/”>Flut</a>) in Richtung Küste und bei ablaufendem Wasser (Ebbe) wieder seewärts. Diese Strömungen können erheblichen Einfluss auf Navigation und Kursplanung haben. Sie verändern sowohl die Geschwindigkeit über Grund als auch die tatsächliche Fahrtrichtung eines Schiffes. In engen Gewässern, Flussmündungen oder zwischen Inseln können Gezeitenströme besonders stark werden. Für die Navigation sind Gezeitenstromatlanten unverzichtbar, die Richtung und Stärke der Strömungen zu verschiedenen Zeiten des Tidenzyklus darstellen. Moderne Kartenplotter können diese Daten automatisch in die Routenplanung einbeziehen. Geschickte Segler nutzen Gezeitenströme als “kostenlosen Schub” und planen ihre Fahrten entsprechend. Gegen starke Gezeitenströme anzufahren kann hingegen Zeit und Treibstoff verschwenden. In manchen Gebieten wie dem Ärmelkanal oder der Nordsee können Gezeitenströme über 4 Knoten erreichen und sind daher ein entscheidender Faktor für die Törnplanung. An einigen Küsten wird die Kraft der Gezeitenströme zur Stromerzeugung genutzt.