Die Ebbe bezeichnet das Fallen des Wasserstands zwischen Hochwasser und Niedrigwasser. Sie entsteht durch die Gravitationskraft von Mond und Sonne, wobei der Mond aufgrund seiner geringeren Entfernung zur Erde den größeren Einfluss hat. Während der Ebbe zieht sich das Wasser zurück, der Meeresspiegel sinkt kontinuierlich bis zum Niedrigwasser. Je nach geografischer Lage und örtlichen Gegebenheiten kann der Tidenhub zwischen wenigen Zentimetern und über zehn Metern variieren.
In Gebieten mit starken Gezeiten wie dem Wattenmeer fallen bei Ebbe große Flächen des Meeresbodens trocken. Für die Schifffahrt ist die Ebbe von entscheidender Bedeutung. In gezeitenabhängigen Gewässern bestimmt sie, wann bestimmte Fahrwasser befahrbar sind. Häfen mit geringen Wassertiefen können bei Niedrigwasser unzugänglich werden, während flache Gewässer und Untiefen zur Gefahr für tiefgehende Schiffe werden. Die Ebbe erzeugt auch Gezeitenströme, die je nach örtlichen Verhältnissen sehr stark sein können. Diese beeinflussen Navigation, Kursberechnung und Ankerverhalten erheblich. Eine sorgfältige Gezeitenplanung mit Hilfe von Gezeitentafeln ist daher für die sichere Navigation in Tidengewässern unerlässlich.