Flut bezeichnet in der Schifffahrt den ansteigenden Wasserstand während der Gezeiten. Sie entsteht durch die Gravitationskräfte von Mond und Sonne, die das Meerwasser periodisch anziehen und zu regelmäßigen Wasserspiegelschwankungen führen. Die Flut beginnt beim Niedrigwasser und erreicht ihren Höhepunkt beim Hochwasser. Dieser Zyklus wiederholt sich etwa alle 12 Stunden und 25 Minuten, da der Mond täglich etwa 50 Minuten später über denselben Ort wandert.
Die Stärke der Gezeiten variiert je nach Mondphase. Bei Neu- und Vollmond entstehen besonders ausgeprägte Springtiden. Für die Navigation ist die Flut von großer Bedeutung. Viele flache Gewässer, Häfen und Flussmündungen sind nur bei ausreichend hohem Wasserstand während der Flut befahrbar. Gezeitentafeln und -kalender helfen Seefahrern bei der Fahrtplanung. Die Flut kann jedoch auch Gefahren bergen. In engen Gewässern, Flussmündungen oder Prielen entstehen während der Flut oft starke Gezeitenströme, die das Manövrieren erschweren können. Besonders die Kenterung der Gezeiten, der Wechsel von Ebbe zu Flut, kann unruhige Wasserbedingungen verursachen.