Rechtsgeschlagenes Tauwerk bezeichnet Tauwerk, dessen Kardeele (Stränge) im Uhrzeigersinn gedreht sind. Dies ist die gebräuchlichste Schlagrichtung in der Schifffahrt und wird als Standardausführung verwendet. Bei der Herstellung von Tauwerk werden zunächst einzelne Fasern zu Garnen gedreht, diese dann zu Kardeelen und schließlich mehrere Kardeele zum fertigen Tau zusammengeschlagen. Die Schlagrichtung bestimmt dabei die Drehrichtung der Kardeele um die Tauachse. Der Vorteil von rechtsgeschlagenem Tauwerk liegt in der einheitlichen Handhabung, da es sich beim Aufschießen natürlich rechts dreht. Beim Aufdrehen einer Klampe oder beim Aufspulen folgt man der natürlichen Schlagrichtung, was Kinken und Verdrehen vermeidet.
Rechtsgeschlagenes Tauwerk wird für alle üblichen Schiffsarbeiten verwendet, vom Festmachen über das Bedienen der Segel bis hin zu Hebevorgängen. Nur in besonderen Fällen wird linksgeschlagenes Tauwerk eingesetzt, etwa wenn es mit rechtsgeschlagenem Tauwerk zusammenarbeiten soll und sich die Drehrichtungen ausgleichen müssen.
