Der Kiel ist der grundlegende Längstträger eines Schiffes, der entlang der Mittellinie des Rumpfes vom Bug bis zum Heck verläuft. Er bildet das Rückgrat der Schiffskonstruktion und dient als Fundament, auf dem der gesamte Rumpf aufgebaut wird.
Bei der Schiffskonstruktion unterscheidet man zwischen dem konstruktiven Kiel als Bauteil des Rumpfes und dem Außenkiel, der unter dem Schiffsboden liegt. Der konstruktive Kiel ist ein zentraler Längsträger aus Stahl, Holz oder anderen Materialien, an dem die Spanten befestigt werden. Er verleiht dem Schiff Längsfestigkeit und trägt die strukturellen Lasten.
Bei Segelbooten hat der Kiel zusätzlich wichtige hydrodynamische Funktionen. Er verhindert die seitliche Abdrift und ermöglicht das Segeln gegen den Wind. Segelbootkiele enthalten meist Ballast aus Blei oder Eisen, der den Schwerpunkt des Bootes tief legt und für aufrichtende Stabilität sorgt. Man unterscheidet verschiedene Kielformen wie Langkiel, Kurzkiel, Flossenkiel oder Kimmkiel, je nach gewünschten Segeleigenschaften. Der Kiel bestimmt maßgeblich den Tiefgang des Schiffes, also die Wassertiefe, die zum sicheren Fahren benötigt wird. Dies beeinflusst die Navigationsmöglichkeiten, besonders in flachen Gewässern oder beim Hafenanlauf. In der traditionellen Schiffbausprache bezeichnet “Kiel legen” den feierlichen Baubeginn eines Schiffes, wenn der erste Kielbalken aufgelegt wird.
