Ein Boot gilt als unkenterbar, wenn es sich nach extremer Schräglage selbstständig wieder aufrichtet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es unsinkbar ist, ein wichtiger Unterschied, der oft missverstanden wird. Kielboote mit tiefem Ballastkiel sind typischerweise unkenterbar. Der schwere Kiel sorgt dafür, dass das Boot selbst bei starker Krängung oder sogar nach einer vollständigen Kenterung wieder in die aufrechte Position zurückkehrt. Der tiefe Schwerpunkt und die hohe Gewichtskraft des Kiels wirken wie ein Pendel. Der Aufrichtwinkel, bis zu dem sich ein Boot noch selbst aufrichten kann, hängt stark von der Bauart ab. Hochseeyachten für offene Ozeane haben Aufrichtwinkel bis etwa 120 Grad, also bereits deutlich über die Horizontale hinaus mit dem Mast unter Wasser. Boote für küstennahe Gewässer oder Binnenreviere haben deutlich kleinere Aufrichtwinkel. Wichtig zu beachten ist, dass unkenterbar nicht unsinkbar bedeutet. Ein Boot kann trotzdem sinken, wenn Wasser durch offene Luken eindringt, Ladung verrutscht oder der Rumpf beschädigt wird. Jollen und kleinere offene Boote sind dagegen nicht unkenterbar, können aber nach dem Kentern meist von der Crew wieder aufgerichtet werden.