Flaute bezeichnet in der Schifffahrt eine windstille Periode auf See, bei der Segelschiffe nicht oder kaum vorankommen. Auf der Beaufort-Skala entspricht eine Flaute der Windstärke 0 mit Windgeschwindigkeiten unter 1 Knoten. Eine alternative Bezeichnung ist Kalme oder umgangssprachlich “Totenflaute”. Wenn sich ein Segelschiff in einer Flaute befindet, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei modernen Segelyachten wird meist der Hilfsmotor gestartet. Bei historischen Segelschiffen wurde versucht, durch geschicktes Manövrieren auch kleinste Luftbewegungen zu nutzen oder das Schiff mit Riemen voranzutreiben.
Sobald ein leichter Wind aufkommt, können durch entsprechendes Setzen der Segel auch schwächste Brisen genutzt werden. Leichte Segel wie Genaker oder Spinnaker sind besonders bei Schwachwind effektiv. Historisch konnten lang anhaltende Flauten schwerwiegende Folgen haben: Trinkwassermangel, Lebensmittelknappheit und die Belastung durch intensive Sonneneinstrahlung gefährdeten die Besatzung. Berühmt sind die Flautengebiete wie die Rossbreiten oder die Doldrums am Äquator. In der modernen Schifffahrt können Flauten durch präzise Wettervorhersagen weitgehend vermieden werden. Zudem sind die meisten Schiffe heute nicht mehr ausschließlich auf Windkraft angewiesen.