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Los Cristianos

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Freies Ankern vor Los Cristianos

Einleitung

Nach dem letzten Passat-Halbwindschlag um Punta Rasca taucht hinter der graubraunen Lavaküste plötzlich Farbe auf: Das Weiß-Gelb der Hotelzeilen von Los Cristianos spiegelt sich in tief-türkis­em Wasser, Bananendampfer winden sich vom Hafenbecken in die Hügel, und über allem thront der fast 4 000 m hohe Teide wie eine riesige Kulisse. Kaum ist die Genua geborgen, wechselt der Soundtrack – anstelle des Atlantik­rauschens hört man das Brummen der Fred-Olsen-Fähre und das Kreischen der Papageien aus dem Loro-Park-Ausflugsboot. Der Anker platscht auf hellem Sand, der Rochen auf Tauchgang wirbelt einen Staubring hoch, während vom Strand Las Vistas sachte Kakofonie aus Latin-Pop und Kinderlachen herüber­weht. Willkommen in einem der wenigen Plätze auf Teneriffas Südseite, wo man gleichzeitig frei ankert und in fünf Minuten im Supermarkt steht.

Ankergrund

An dem Ankerplatz Los Cristianos findest Du folgende Arten von Ankergründen

Hafen mit Fischerbooten vor bunter Hangstadt; dahinter karger Vulkanhügel und wolkenverhangener Berg unter blauem Himmel

Ankern vor Playa de las Vistas

Position Ankerfeld: 28 °02,8′ N / 16 °43,4′ W – östlich außerhalb der Fährmole, vor Playa de las Vistas. Von S/W: Der 26 m hohe, gelb-weiße Leuchtturm Punta Rasca bleibt achteraus; Kurs 035 °. Sobald das grüne Blinklicht der Hafeneinfahrt (Fl G 5 s) vorschifft, abfallen auf 060 ° und 0,3 sm parallel zur Mole laufen. Von N/E: Richtfeuer Montaña Roja – Faro Rasca auf Gegen­kurs 215 ° steuern, dann wie oben. Tiefen: Außerhalb > 20 m, im Ankerfeld gleichmäßig 8–12 m Sand. Plotter zeigt vereinzelte 6-m-Hügel – es sind alte Lavabomben, sauber umfahren. Sicht / Nacht: Die Fähr­mole, das Hotel „Arona Gran“ und grell beleuchtete Strandpromenaden machen Nacht­einlaufen möglich; Ankern selbst lieber bei Tageslicht, um Bade­zonen und Bojen zu erkennen. Verkehr: Fähren nach La Gomera & El Hierro im Stundentakt; ihr Fahrwasser verläuft dicht nördlich des Ankerfelds – AIS-Augen offenhalten.

Ankern auf Teneriffa: Tipps und Hinweise

Grund: Feiner Vulkan­sand – laut Navily-Crews „sehr guter Halt“, wenn 5:1-Kette gesteckt wird . Wind: Unter Landabdeckung meist 5–15 kn NE-Passat; bei Calima oder Süd­lage böiger Fallwind aus den Barrancos, nachts teils 25 kn. Schwell: Bei Nordostlage kaum Roll; S- bis W-Dünung läuft ungebremst über die offenen Strände – > 1 m bedeutet Schaukel­nacht. Fähr­wellen klatschen tagsüber alle 45 min, sind aber nach 30 Sekunden vorbei. Schwoiraum: Platz für 15–20 Yachten; Abstand zu gelber Bade­bojenlinie (50 m Zwangstrennung) und zu Korallenschutz­bojen im Westteil halten. Regelwerk: Offiziell bedarf es einer (kostenlosen) Ankergenehmigung der Capitanía Santa Cruz/Tenerife – Kontrolle selten, doch wer mehrere Tage bleibt, funkt besser einmal an .

Bunte Fischerboote im Hafen vor karger Bergkulisse unter klarem Himmel, Mond und Möwe darüber.
Klares Hafenbecken mit vielen blau-weißen Fischerbooten; im Vordergrund durchscheinendes Wasser über Felsbrocken

Praktische Tipps für Segler: Playa de las Vistas

Dinghy-Lander: Süd­ende Playa de las Vistas – zwei Betonrampen neben Rettungsstation; bei < 0,6 m Brandung trockenen Fußes. Schlauchboot nachts besser an Bord, Diebstahlgefahr ist gering, aber es gab Vorfälle mit Jetski-Drift. Marina/Hafen: Innenbecken des Puerto wird von Fischern und Ausflugskatamaranen belegt; freie Box nur nach Voranmeldung, Tiefe 2,5 m. Diesel am Fähr­ponton (VHF 12, werktags 08–20 Uhr). Proviant: Drei Supermercados (Mercadona, HiperDino, Lidl) in ≤ 800 m, Bäcker an der Av. Juan Carlos I, Gas-Tausch bei „Ferretería Arona“. Entsorgung: Müllcontainer Strandparkplatz; Altöl­tonne und Schwarzwasser­saugstation an der Werftmole (10 €). Extras: Kostenloses WLAN „Arona Free“ reicht bis Cockpit, wenn man in Küstennähe ankert. Trinkwasser gibt’s kostenfrei an der Fischerkai-Zapfstelle – Druckschlauch, ¾″-Adapter mitnehmen.

Schnorchelparadies Los Cristianos entdecken

Los Cristianos ist touristisch, aber das Wasser überrascht: 5–8 m Sicht, Sand­felder mit Seegras­teppichen. Schnorchelnd trifft man Röhrenaale, junge Trompeten­fische und fast täglich eine kleine Gruppe Grindwale, die vor der Hafeneinfahrt jagt (Respektabstand 60 m!). Südlich, hinter Punta Salema, liegt das Meeresschutz­gebiet “La Caleta” – Tauch­basen holen Crew direkt vom Boot. An Land warten zwei Stadtstrände, Bars, Surf- und SUP-Verleih. Ein 40-minütiger Aufstieg führt zum Aussichtskegel Montaña Guaza (428 m): Rundblick bis La Gomera im Westen, bei klarer Luft sogar bis El Hierro. Wer tiefer ins Hinterland will, nimmt Bus 342 zum Teide-Nationalpark (Starthaltestelle 900 m nord­östlich des Hafens).

Blaue und rote Fischerboote liegen dicht gedrängt am Kai; ruhiges Hafenwasser spiegelt Rümpfe und bewölkten Himmel.
Gelber Katamaran vor Yachthafen voller Masten; dahinter steile, sonnenbeschienene Felsen und Berge unter blauem Himmel.

Los Cristianos: Perfekte Atlantik-Vorbereitung

Los Cristianos ist kein Einsiedler-Refugium – es ist die Stadt­bucht für Blauwasser­Crews, die vor dem Atlantik­sprung noch einmal alles erledigen, aber nicht in teuren Marinas liegen wollen: Pluspunkte Fester Sandgrund, einfache Ansteuerung, Infrastruktur in Flip-Flop-Entfernung. Fast ganzjährig schwach rollfrei bei Passat­lage. Perfekter Crewwechsel: Flughafen TFS 15 min Taxi, Bus 40 alle 30 min. Minuspunkte Rollig bei Süd- oder Westdünung; Fährwellen tagsüber. Kein Landstrom, Wasser nur per Kanister. Permanente Bebauungslaternen – Sternenhimmel Fehlanzeige. Für wen geeignet? Langfahrt-Yachten auf Proviant­jagd, Familien mit Lust auf Strandtag und Supermarkt, Crews, die Ausrüstungs­lieferungen (Amazon locker) abwarten müssen. Weniger für Roll-Empfindliche, Ruhe­sucher oder Katamarane > 20 m, denen der Schwoi­kreis zu eng wird. Ich persönlich nutze Los Cristianos als „letzte Tankstelle“: morgens Frisch­obst auf dem Mercado, mittags Ersatzteil per Bus in Santa Cruz besorgt, abends Sundowner im Cockpit – die Lichterketten der Promenade spiegeln sich im Wasser, während hinter dem Bug die Nachtfähre nach La Gomera ablegt. Spätestens wenn ihr Heck­wasch die Yacht kurz zum Schaukeln bringt, weiß man: Das hier ist nicht das wild­romantische Kanaren­Eiland, sondern das pulsierende Südtor zum Atlantik – und trotzdem hält der Anker, als wolle er sagen: „Bleib ruhig noch einen Tag.“

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