Ankern vor Playa de las Vistas
Position Ankerfeld: 28 °02,8′ N / 16 °43,4′ W – östlich außerhalb der Fährmole, vor Playa de las Vistas. Von S/W: Der 26 m hohe, gelb-weiße Leuchtturm Punta Rasca bleibt achteraus; Kurs 035 °. Sobald das grüne Blinklicht der Hafeneinfahrt (Fl G 5 s) vorschifft, abfallen auf 060 ° und 0,3 sm parallel zur Mole laufen. Von N/E: Richtfeuer Montaña Roja – Faro Rasca auf Gegenkurs 215 ° steuern, dann wie oben. Tiefen: Außerhalb > 20 m, im Ankerfeld gleichmäßig 8–12 m Sand. Plotter zeigt vereinzelte 6-m-Hügel – es sind alte Lavabomben, sauber umfahren. Sicht / Nacht: Die Fährmole, das Hotel „Arona Gran“ und grell beleuchtete Strandpromenaden machen Nachteinlaufen möglich; Ankern selbst lieber bei Tageslicht, um Badezonen und Bojen zu erkennen. Verkehr: Fähren nach La Gomera & El Hierro im Stundentakt; ihr Fahrwasser verläuft dicht nördlich des Ankerfelds – AIS-Augen offenhalten.
Ankern auf Teneriffa: Tipps und Hinweise
Grund: Feiner Vulkansand – laut Navily-Crews „sehr guter Halt“, wenn 5:1-Kette gesteckt wird . Wind: Unter Landabdeckung meist 5–15 kn NE-Passat; bei Calima oder Südlage böiger Fallwind aus den Barrancos, nachts teils 25 kn. Schwell: Bei Nordostlage kaum Roll; S- bis W-Dünung läuft ungebremst über die offenen Strände – > 1 m bedeutet Schaukelnacht. Fährwellen klatschen tagsüber alle 45 min, sind aber nach 30 Sekunden vorbei. Schwoiraum: Platz für 15–20 Yachten; Abstand zu gelber Badebojenlinie (50 m Zwangstrennung) und zu Korallenschutzbojen im Westteil halten. Regelwerk: Offiziell bedarf es einer (kostenlosen) Ankergenehmigung der Capitanía Santa Cruz/Tenerife – Kontrolle selten, doch wer mehrere Tage bleibt, funkt besser einmal an .
Praktische Tipps für Segler: Playa de las Vistas
Dinghy-Lander: Südende Playa de las Vistas – zwei Betonrampen neben Rettungsstation; bei < 0,6 m Brandung trockenen Fußes. Schlauchboot nachts besser an Bord, Diebstahlgefahr ist gering, aber es gab Vorfälle mit Jetski-Drift. Marina/Hafen: Innenbecken des Puerto wird von Fischern und Ausflugskatamaranen belegt; freie Box nur nach Voranmeldung, Tiefe 2,5 m. Diesel am Fährponton (VHF 12, werktags 08–20 Uhr). Proviant: Drei Supermercados (Mercadona, HiperDino, Lidl) in ≤ 800 m, Bäcker an der Av. Juan Carlos I, Gas-Tausch bei „Ferretería Arona“. Entsorgung: Müllcontainer Strandparkplatz; Altöltonne und Schwarzwassersaugstation an der Werftmole (10 €). Extras: Kostenloses WLAN „Arona Free“ reicht bis Cockpit, wenn man in Küstennähe ankert. Trinkwasser gibt’s kostenfrei an der Fischerkai-Zapfstelle – Druckschlauch, ¾″-Adapter mitnehmen.
Schnorchelparadies Los Cristianos entdecken
Los Cristianos ist touristisch, aber das Wasser überrascht: 5–8 m Sicht, Sandfelder mit Seegrasteppichen. Schnorchelnd trifft man Röhrenaale, junge Trompetenfische und fast täglich eine kleine Gruppe Grindwale, die vor der Hafeneinfahrt jagt (Respektabstand 60 m!). Südlich, hinter Punta Salema, liegt das Meeresschutzgebiet “La Caleta” – Tauchbasen holen Crew direkt vom Boot. An Land warten zwei Stadtstrände, Bars, Surf- und SUP-Verleih. Ein 40-minütiger Aufstieg führt zum Aussichtskegel Montaña Guaza (428 m): Rundblick bis La Gomera im Westen, bei klarer Luft sogar bis El Hierro. Wer tiefer ins Hinterland will, nimmt Bus 342 zum Teide-Nationalpark (Starthaltestelle 900 m nordöstlich des Hafens).
Los Cristianos: Perfekte Atlantik-Vorbereitung
Los Cristianos ist kein Einsiedler-Refugium – es ist die Stadtbucht für BlauwasserCrews, die vor dem Atlantiksprung noch einmal alles erledigen, aber nicht in teuren Marinas liegen wollen: Pluspunkte Fester Sandgrund, einfache Ansteuerung, Infrastruktur in Flip-Flop-Entfernung. Fast ganzjährig schwach rollfrei bei Passatlage. Perfekter Crewwechsel: Flughafen TFS 15 min Taxi, Bus 40 alle 30 min. Minuspunkte Rollig bei Süd- oder Westdünung; Fährwellen tagsüber. Kein Landstrom, Wasser nur per Kanister. Permanente Bebauungslaternen – Sternenhimmel Fehlanzeige. Für wen geeignet? Langfahrt-Yachten auf Proviantjagd, Familien mit Lust auf Strandtag und Supermarkt, Crews, die Ausrüstungslieferungen (Amazon locker) abwarten müssen. Weniger für Roll-Empfindliche, Ruhesucher oder Katamarane > 20 m, denen der Schwoikreis zu eng wird. Ich persönlich nutze Los Cristianos als „letzte Tankstelle“: morgens Frischobst auf dem Mercado, mittags Ersatzteil per Bus in Santa Cruz besorgt, abends Sundowner im Cockpit – die Lichterketten der Promenade spiegeln sich im Wasser, während hinter dem Bug die Nachtfähre nach La Gomera ablegt. Spätestens wenn ihr Heckwasch die Yacht kurz zum Schaukeln bringt, weiß man: Das hier ist nicht das wildromantische KanarenEiland, sondern das pulsierende Südtor zum Atlantik – und trotzdem hält der Anker, als wolle er sagen: „Bleib ruhig noch einen Tag.“
Community's Meinung