Sicherer Hafen bei anspruchsvollen Gezeiten
Koordinate: 28° 38,3′ N / 17° 56,1′ W. Von See her fällt zunächst die grün-weiß gebänderte Mole „Dique Exterior“ ins Auge; darauf steht ein Oc(3) W 10 s-Feuer (Höhe 14 m, 10 sm). Die Einfahrt liegt westlich des Fähr‐ und Werftbeckens; sie ist rund 120 m breit, ausgebaggert auf 8–10 m Tiefe und selbst bei nordwestlicher Grundsee gut geschützt, seit 2013 die zweite Schutzmauer fertig wurde . Bei Tagesansteuerung dienen der helle Glockenturm von Tazacorte-Pueblo und die tief eingeschnittene Barrancoschlucht als Landmarken. Nachts führt die weiße Richtlinie (304°) zwischen grüner Molenkopfboje Fl G 5 s und rotem Festfeuer Fl R 5 s. Im Winter-Passat (NO 4-6 Bft) steht ein Querversatz von 1 kn; in Böen lohnt ein zweiter Anlauf statt hektischem Einbiegen.
Sicherer Hafenplatz mit optimaler Infrastruktur
Tazacorte ist ein reiner Steg- und Kaihafen; das Außenbecken wird zeitweise als Manöverfläche für die SAR-Hubschrauber genutzt, freies Schwojen ist untersagt. Dafür entschädigen 360 Fingerliegeplätze mit 4 – 6 m Tiefgang, die in zwei Bassins um den Betankungs- und Servicekai angeordnet sind . Die Doppelmole bricht nahezu jeden Atlantikschwall; einzig starker West (selten) schickt lange Dünung in Achtern – wer empfindlich ist, wählt Liegeplätze B oder C hinter dem Travellift. Durch die hohen Klippen kommt aber auch Fallwind vor: Nachmittags-Brisen können > 30 kn im Hafenbecken erreichen, ohne dass Schwell entsteht – Vorleinen also großzügig bemessen. Der Untergrund besteht aus Betonpfählen; Kielgrundberührung ist selbst bei Niedrigwasser ausgeschlossen.
Moderne Marina mit umfassendem Service
An jedem Fingersteg gibt es Wasser, 16- oder 32-A-Strom und kostenloses WLAN. Am Kopfsteg steht eine 24-h-Diesel/Benzin-Tanke. Travellift (70 t), Masthubkran, Segelmacher, Motor‐ und Elektro-Werkstatt liegen 50 m entfernt im Schiffbauhof. Seit Frühjahr 2024 betreibt Satocan die Anlage; neue Tarife (11 m Yacht: 18 €/Tag in der Nebensaison, 23 € Juli–September) gelten digital via iMarina-App. Kleine Aufregung gab es jüngst, weil Wassertaxi- und Tauchfirmen über Gebührenerhöhungen klagen; das Rathaus verhandelt noch über eine „Economía Azul“-Ausnahme . Direkt hinter dem Hafentor warten zwei Bars, eine Wäscherei und der Minimarkt „Puerto Mini“. Größere Einkäufe erledigt man im SuperDino von Los Llanos (4 km, Buslinie 22 oder Leih-E-Bike). Gasflaschen: Repsol-Station in Argual (6 km). Mülltrennung am Kai, Schwarzwasser-Pump-Out gratis an Steg A.
Abenteuer zwischen Klippen und Vulkanen
Kaum verlässt man den Steg, beginnt das Naturkino: Nach Osten ragt die 400 m hohe Steilküste „Time“ auf, nach Westen breitet sich der offene Atlantik aus. Morgens segeln oft Pilotwale und Unechte Karettschildkröten an der Hafeneinfahrt vorbei – Grund, warum gleich neben dem Travellift zwei Whale-Watching-Kutter stationiert sind. Hinter dem Ort steigen Terrassen voller Bananen bis in die Wolkenkappe; weiter oben beginnt der Nationalpark Caldera de Taburiente mit Pinienwäldern, Lavaflüssen und den 2021 entstandenen Lavaströmen des Tajogaite-Vulkans . Strandliebhaber gehen fünf Minuten zu Fuß zum vulkansandfarbenen Playa de Tazacorte – dank Mole schwapp-frei und das wärmste Badegewässer der Kanaren (Schnitt 23 °C). Taucher schwärmen vom Lava-Arch „Cueva del Diablo“, 15 min Dinghy-Fahrt südlich; Sichtweiten > 30 m, Barrakudaschwärme garantiert. Wanderer nehmen den Küstenpfad GR 130 Richtung Puerto Naos; er führt über alte Salzpfannen und duftende DragonTrees, zurück per Bus.
Tazacorte: Sicherer Hafen mit Charme
Tazacorte ist der klassische Atlantik-„Safe Harbour“ auf der Wetterseite La Palmas: tief, massiv geschützt, full-service – und doch in Gehweite zu Strand, Bars und 4 000 Sonnenstunden im Jahr. Für Trans-Ocean-Crews ist er perfekter Wartungs- und Versorgungsstopp vor dem Sprung zu den Kapverden oder nach Madeira; die Westlage spart im Herbst 20 sm gegenan-Motoren gegenüber Santa Cruz. Familien schätzen den sanften Strand und die Wal-Touren; Naturfreaks nutzen den Hafen als Basislager für Sternenparks, Lavatubes und Barrancos. Weniger geeignet ist Tazacorte für nächtliche Ruhesucher – die Fischkutter laufen ab 04 Uhr aus und ihr Diesel hallt durch die Mole. Langkieler über 25 m sollten vorab reservieren: Die wenigen XXL-Boxen füllen sich im ARC-Zubringermonat November rasch. Mein persönlicher Logbuch-Moment? Ein Sundowner auf dem Bug, das Tajogaite-Glutrot noch über der Caldera, während hinter uns die Hafenlichter auf dem glatten Wasser wie eine Lichterkette schaukelten. Puerto de Tazacorte – härtester Wellenbrecher, weichstes Landfall-Gefühl der West-Kanaren.
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