Sicherer Yachteinlauf in La Palma
Die Inselhauptstadt liegt an der windabgewandten Ostseite (Position 28 ° 40,2′ N / 17 ° 46,1′ W). Von Norden kommend führt ein klar betonntes Fahrwasser direkt auf das weiss-rote Ober-/Unterfeuer des Handelshafens zu. Der Faro de Punta Cumplida (weißer Blitz 5 s) dient schon zwanzig Meilen vorher als Wegweiser. Nach dem grünen Molenkopf ruft man „La Palma Port Control“ auf VHF 12; Großschiffe und Fähren haben Vorrang, doch die Hafenbehörde lotst Yachten zügig zur Marinaeinfahrt an Steuerbord. Nächtliches Einlaufen ist problemlos – Richtfeuer und Pierbeleuchtung machen die Anlage taghell. Tiefen im Vorbecken 12 – 16 m; an der Marinaschwelle ≥ 6 m. Auf den letzten 300 m kann bei Nordost-Passat eine ½-Knoten-Querströmung stehen – Maschine nicht zu früh herunterregeln.
Sicherer Liegeplatz in La Palma
Freies Ankern ist in Hafennähe untersagt, weil Fähren bis an die Marinamole manövrieren. Die Marina La Palma bietet dagegen rund 180 Liegeplätze mit 3 – 7 m Wassertiefe. Zwei massive Quermolen und eine schwimmende Wellenbarriere schlucken Nordost-Schwell komplett; einzig starker Südost (Calima-Lage) schickt leises Rollen ins Außenbecken, das innen aber kaum spürbar ist. Landseitig sind die Pontons durch hohe Sicherheitszäune geschützt; der Atlantikpassat bleibt draußen, während drinnen Wind selten über 15 kn steigt. Unsere 12-m-Yacht lag in zwei Wochen sturmruhig – auch als draußen 30 kn Passat pfiff und Wasserfontänen am Molenkopf explodierten.
Komfortable Marina mit Top-Service-Angebot
Am Reception-Steg checkt die Capitanía zwischen 08 und 20 Uhr ein, danach steht ein Wachmann bereit. Strom & Wasser: 16 – 63 A / 220 V, Frischwasser ist im Tarif (ca. 27 €/Nacht für 12 m). Sanitär: Moderne Duschen, Waschmaschinen, Trockner; alles mit Chipkarte (Pfand 5 €). WLAN: Glasfaser, auch im Cockpit stabil. Tankstelle: Biofreier Diesel und Benzin 150 m nördlich, 24 h Kartenzahlung. Werftservice: 70-t-Travel-Lift, Motor- und Elektronikwerkstätten, North-Sails-Loft – ideal für Atlantikvorbereitung. Pump-out: Fäkalienabsaugung kostenlos am Tankponton. Gasflaschen (Repsol) werden im Yacht-Servicebüro getauscht. Die koloniale Fußgängerzone erreicht man in fünf Minuten: Markthalle „Mercado de Abastos“ (frisches Obst, Queso Palmero), SuperDino-Supermarkt, Apotheke und Chandlery. Donnerstags liefert ein Hofkooperative-Stand Biogemüse direkt an die Stegtür. Mülltrennung erfolgt sortenrein; Altöl nimmt die Werft kostenlos.
La Palma: Historisches Flair und Naturwunder
Direkt hinter dem Hafen beginnen die steilen Gassen des historischen Santa Cruz: Balkone aus kanarischer Kiefer, Bougainvillea, Kopfsteinpflaster. Fünf Gehminuten weiter steht man bereits im Lorbeerwald von Barranco de las Nieves; ein Bach läuft fast ganzjährig, Bananenplantagen spenden Schatten. Wer höher hinaus will, nimmt den Linienbus (40 Min.) zur Caldera de Taburiente – Blick in einen 1 500 m tiefen Erosionskrater, umrahmt von goldgelbem Kiefernwald. Auf der Meeresseite fasziniert Schnorchlern das 2021 aus Lava neu entstandene Riff bei Puerto Naos; Schwarzflossen-Riffhaie ziehen erste Runden, Sichtweiten 20 m. Abendklassiker direkt vom Bug: der Sonnenaufgang über Teneriffa mit der Silhouette des Teide – selten sieht man im Atlantik so klar zwei Inseln in Gold und Rosa schweben.
“La Palmas Entspannte Marina mit Charme”
Santa Cruz de La Palma kombiniert robuste Atlantik-Marina-Infrastruktur mit einer charmant entschleunigten Hauptstadt. Plus: Perfekter Schutz, tiefe Boxen, 24-h-Tank und alle Gewerke in Flip-Flop-Distanz. Supermarkt, Markthalle, Tapasbars in fünf Minuten; trotzdem nachts erstaunlich ruhig. Traumhafte Wander- und Vulkanlandschaften ohne Mietwagenstress erreichbar. Minus: Bei Calima kann roter Saharastaub Deck und Rigg überziehen – zwei Eimer Süßwasser pro Tag einplanen. Wenig Gastplätze > 20 m; Großyachten brauchen Voranmeldung per Mail. Für wen geeignet? Blauwasser-Crews zum Nachrüsten, Proviantieren, Warten auf Wetterfenster Richtung Karibik. Familien: Spielplatz an der Paseo-Marítimo, Lavastrand „Playa de Bajamar“ zehn Minuten zu Fuß. Entdecker: Kurze Transferzeit in spektakuläre Schluchten, Sternwarte Roque de los Muchachos (2 426 m). Praktischer Tipp: Spätestens mittags einlaufen, um Passatböen in der Hafeneinfahrt zu vermeiden. Direkt hinter dem Reception-Steg auf Ponton C platzieren – kürzeste Wege zu Dusche und Stadt. Unbedingt eine „Barraquito“-Kaffeespezialität in der Plaza España probieren und abends der Trommelgruppe lauschen, die oft an der Hafenmole trainiert. Dann versteht man, warum La Palma von Weltumseglern liebevoll „Isla Bonita – der angenehmste Boxenstopp vor Westafrika“ genannt wird. 2/2
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