Marina im Gewerbehafen mit Fährbetrieb
Die Marina liegt auf der Ostseite der Insel (28 ° 05,9′ N / 17 ° 06,5′ W) direkt im gewerblichen Hafenbecken. Von Norden her steuert man auf das rot-weiß gebänderte Einfahrfeuer am Nordmolenkopf zu; südliche Ansteuerer orientieren sich am Calatrava-artigen Fährterminal, das schon von Weitem als Landmarke dient. Nach Absprache über VHF 09 gibt der Hafenmeister frei, denn Frachter und Fähren werden hier regelmäßig geschleppt – die Drehplatte quert das Yachtfahrwasser. Die Einfahrt ist rund sechzig Meter breit und fällt bei Niedrigwasser nicht unter acht Meter Tiefe – ausreichend auch für staubere Kreuzfahrer. Im Innenhafen hält man sich streng an die betonnte Rinne, bis backbord die blauen Schwimmstege auftauchen. Der Passat wird an der Steilwand oberhalb der Stadt abgelenkt; Fallböen können im letzten Manöver über 25 Knoten erreichen, daher Leinen und Fender bereithalten. Gäste melden sich am Kopfsteg, erhalten Liegeplatz und Chipschlüssel; Reservierung ist ratsam, weil hier ganzjährig Charterwechsel, ARC-Klassiker und interinsulare Pendler einlaufen.
Sichere Ankerplätze hinter Außenmole
Freies Ankern ist im gesamten Handelsbecken verboten; außerhalb rollen Nordost-Dünung und Fährwellen unangenehm herein. Hinter der breiten Außenmole liegt die Marina jedoch völlig schwellfrei, einzig bei Südostlage entsteht leichter „Surge“ an Steg A – dann lange Springs setzen. Untergrund ist dicker Hafenschlick, Mooringketten und solide Dalben halten zuverlässig.
Komfortable Marina mit Rundum-Service
Die Innenpontons bieten Wasser und 16/32-Ampère-Strom direkt an jedem Finger, im Liegegeld inbegriffen. Frisch renovierte Sanitäranlagen mit Warmduschen sind rund um die Uhr per Magnetkarte zugänglich; gleich daneben stehen Münz-Waschmaschinen und Trockner bereit. Treibstoff bunkert man an der 24-Stunden-Tankpier gleich vis-à-vis der Gästestege (Diesel und bleifreies Benzin, Kartenzahlung möglich). Für Technikfragen gibt es einen 150-Tonnen-Travel-Lift, zwei Motorenwerkstätten und einen kleinen Chandlery-Shop für Ölfilter, Impeller und Leinen; Segelmacher aus Teneriffa holen defekte Tücher meist am nächsten Tag ab. Proviant erledigt man zu Fuß: Ein mittelgroßer Supermarkt (Spar) liegt 300 Meter landeinwärts, der Bauernmarkt an der Plaza de la Constitución liefert morgens exotische Früchte und Ziegenkäse. Gasflaschen tauscht die Repsol-Station am südlichen Stadteingang. Müll wird getrennt direkt am Steg gesammelt, Altöl und Batterien nimmt die Werft ohne Aufpreis entgegen. WLAN ist marinaweit stabil, ansonsten bietet die Stadt 5G-Empfang.
La Gomera: Naturparadies zwischen Stadt und Meer
Wer hier festmacht, hat La Gomeras Kontraste vor dem Cockpit: fünf Gehminuten ins kolonial geprägte Zentrum und doch nur eine Busstunde bis zum Nebelwald im Nationalpark Garajonay. Direkt hinter der Marina beginnt die palmengesäumte Promenade. Läuft man nach Norden, erreicht man in zehn Minuten den feinsandigen Stadtstrand mit glasklarem Wasser, nach Süden folgt die kleine Badebucht Playa de la Cueva mit Schnorchel-Spot und Blick hinüber zum Teide. Unterm Rumpf wimmelt es von Papageifischen und Barrakudas; das örtliche Dive-Center holt Gäste direkt am Ponton ab und fährt zu Lava-Grotten und Mantarochen-Putzerstationen an der Ostküste. Segler, die lieber wandern, steigen auf dem Camino de la Virgen durch den Barranco de la Villa: In drei Stunden erreicht man 600 Meter Höhenunterschied und quert Terrassen voller Bananen, Papayas und Aloe. Flora und Fauna zeigen sich auch an Land: Abends zieht über den Hafen ein Chor aus Gelbschnabel-Sturmtauchern, während Geckos an den alten Festungsmauern zwischen Hibiskus und Bougainvillea jagen.
Authentische Marina: La Gomeras Geheimtipp
Die Marina La Gomera überzeugt nicht mit Luxus, sondern mit Authentizität auf kurzen Wegen. Pluspunkte Schwellfreier Liegeplatz trotz Atlantik, perfekte Passat-Lage für Törns nach El Hierro oder Kapverden. In fünf Minuten vom Achterdeck zur Pastelería, Bank, Apotheke oder ins Tapas-Viertel. Vollwertiger Technik-Stopp: Travel-Lift, Diesel, Ersatzteile – ohne Großstadtpreislage. Nachteile Fallböen bei Nordost erfordern festes Leinen-Setup. Bei Großveranstaltungen (Trans-Gomera-Regatta, ARC-Plus) kann es eng werden; Reservierung dringend. Wer Party sucht, landet hier falsch: ab 23 Uhr dominiert Meeresrauschen. Geeignet für Langfahrt-Crews, die vor dem Atlantik noch einmal günstig bunkern wollen; Inselhopper, die Natur statt Bettenburgen suchen; Familien, die Strand, Stadt und Nationalpark ohne Mietwagen erreichen möchten. Ich verließ La Gomera nach fünf Tagen mit vollgetankten Tanks, frischem Ziegenkäse im Kielwasser und dem Gefühl, dass Kolumbus 1492 einen logistischen Volltreffer gelandet hat, als er hier sein letztes Frischwasser fasste. Logbuch-Notiz: „La Gomera – ausruhen, aufladen, ablegen.“
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