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Marina Puerto De Arguineguin

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Ankern vor Puerto Arguineguín

Einleitung

Gleich nach dem Runden des markanten Betonhotels von Patalavaca öffnet sich back­bord die Bucht von Puerto de Arguineguín. Statt der allgegenwärtigen Klotz­marinas der Süd-Küste sieht man hier erst einmal Fischerboote in Blau-Rot-Gelb, eine kleine Kirche am Hang und den hellgrünen Hügel von Loma dos. Bei Nordost-Passat liegen Wasser und Luft wie unter einer Glasglocke: kein Schwell, 25 °C, Kräuterduft aus den Gärten hinter der Mole. Wir lassen den Anker auf leuchtend hellem Sand fallen; kaum steht die Kette, hat sich ein Rochen im Staub eingegraben – Atlantik-Willkommens­komitee inklusive. Auf wenige Bootslängen entfernt schaukelt die Marina; so dicht an Läden, Bars und Werft zu liegen und doch frei zu schwojen, ist auf Gran Canaria die Ausnahme.
Kleiner Hafen vor Küstenstadt; bunte Fischerboote, im Vordergrund blau-roter Kutter „El Picao“, Berge im Hintergrund

Sicherer Ankerplatz bei Punta de Arguineguín

Position Bucht / Ankerfeld: 27 °45,2′ N 15 °41,2′ W – unmittelbar östlich der Hafen­mole. Anlauf aus SW oder SE: der helle Leucht­turm Punta de Arguineguín (Fl(2) W 7 s, 31 m) bleibt backbord. Man hält 020 ° auf die Betonsilos der Fischereigenossenschaft, bis das grüne Molen­licht „Fl G 5 s“ frei vorliegt. Tiefen & Bahn: außerhalb 15 – 20 m, im Ankerfeld gleichmäßig 6–8 m über Sand; keine Untiefen, aber freischwimmende Beton­bojen für Ausflugskatamarane. Nachtansteuerung: möglich, weil Mole und Hafeneinfahrt befeuert sind; im Ankerfeld selbst keine Lichter – Radar oder Plotter ratsam. Wind & Strom: Im Lee der Insel weht der Passat abgeschwächt; Fallwinde aus NO reißen in Böen, sind aber selten stärker als 20 kn. Tideneinfluss minimal (< 0,3 m); alle zwei Stunden ziehen Fähren durch die Bucht – darauf das Ein­laufen timen.

Sicherer Ankerplatz bei Passatböen

Der Boden besteht aus kompaktem Sand mit wenigen Stein­linsen – „sehr guter Halt“, wie auch die Blauwasser-Crew bestätigt. Wir gruben einen 25-kg­-Delta bei 1 000 rpm rückwärts: keine Bewegung bei 25 kn Passat­böe. ● Schutz ist hervorragend von Nord bis Südost; West- oder Südwest­schwell läuft dagegen offen herein – bei angesagter W-Dünung > 1 m verlegt man besser nach Pasito Blanco. ● Schwoikreis üppig: zehn bis zwölf Yachten haben locker Platz; Abstand zur Fähr­route wahren.

Mehrere Fischerboote am Pier vor klarblauem Meer; zwei Personen spazieren auf der Kaimauer unter wolkenlosem Himmel.
Dicht aneinandergereihte Motor- und Segelboote im Hafen; dahinter Küstenstadt an Berghang unter blauem Himmel.

Praktische Tipps für Ankerlieger auf den Kanaren

Ankerlieger dürfen mit dem Dinghy am Kopf des ersten Schwimm­stegs (Fischereiseite) landen; das Tor zur Pier steht tagsüber offen. Direkt daneben gibt es einen Frisch­­wasser­hahn – eigenen ¾″-Adapter mitbringen, wie überall auf den Kanaren. Diesel wird nach Absprache vom Hafen­meister oder über die Cofradía de Pescadores per Kanister verkauft. Einkauf: drei Supermärkte in < 10 Min. Fußweg, darunter ein großer Spar mit erstaunlich viel deutschem Sortiment (Bauernbrot, Rollmöpse etc.). Außerdem ein Baumarkt (Ferretería Tomás) und der sehr hilfs­bereite Schiffsausrüster Náutica El Gallego – dort werden Leinen gratis gespleißt. Gas & Technik: Camping-Gaz- und Propan-Tausch hinter dem Busbahnhof; kleine Werft mit 20-t-Travelift im Hafenbecken. Entsorgung: Müllcontainer direkt an der Mole, Recycling getrennt; Öl- und Batterien­annahme bei der Werft. Duschen/WLAN: offizielle Marina-Duschen nur per Karten­schlüssel; einfacher sind die öffent­lichen Meerwasser­pools an der Promenade (Süßwasser­dusche inklusive). WLAN-Passwort gibt’s auf Nachfrage im Restaurant La Barca – mit starker Antenne vom Boot aus nutzbar.

Arguineguín: Authentisches Fischeridyll und Meeresabenteuer

Arguineguín ist ein Fischer­ort, kein Retorten­resort: morgendlich laufen bunte Holz­kutter aus, Möwen streiten um Sardinen­reste an der Mole. Unter Wasser erwarten einen recht klare 5–7 m Sicht, Sandboden und vereinzelte Lava­platten – perfekt für Schnorchel­runden mit Rochen, Papagei­fischen und gelegentlich Schild­kröten. Tauch­basis und Meer­wasser­pool liegen fünf Minuten entfernt. Hinter dem Hafen beginnt ein Küsten­wander­weg nach Anfi del Mar (30 min) mit Panoramablick auf die wüsten­ähnliche Fels­küste. Wer höher hinaus will, mietet beim Spar ein Auto (30 €/Tag) und fährt in 40 Minuten auf die 1 000-m-Hochebene Presa de Las Niñas – Kiefern­duft, Stausee und Blick bis Teneriffa.

Jachthafen mit dicht gedrängten Motor- und Segelbooten, Felsenpier vorn, Stadt und Hügel unter blauem Himmel.
Mehrere kleine, blau gestrichene Fischerboote liegen mit Seilen an einer Hafenmauer im klaren, sonnigen Wasser.

Puerto de Arguineguín: Authentisch und Gut Angebunden

Puerto de Arguineguín ist die boden­ständige Alternative zu den maritim durch­kommerzialisierten Häfen an Gran Canarias Süd­küste: Pluspunkte Sicherer Sand­halt, beste Deckung bei vorherrschendem NE-Passat. Dinghy-Steg mit Wasser­hahn, Müll & Diesel – selten für einen freien Anker­platz. Umfangreiche Infrastruktur (Supermarkt, Baumarkt, Ausrüster) in 10 Min. Authentischer Fischer­ort: frischer Thun zum Kilopreis statt Marina-Chichi. Minuspunkte Rollig bei SW-Schwell; dann wenig Schlaf. Hafen­duschen nur mit Code, Land­strom nur in der Marina. Fähren wirbeln tagsüber Wasser auf und machen Lärm. Für wen geeignet? Langfahrt-Crews, die vor dem Atlantik­sprung nach Cap Verde günstig bunkern wollen; Familien, die Strand, Pool und Einkauf fußläufig schätzen; Segler:innen, die im Kanaren-Winter ein ruhiges Wetter­fenster abwarten müssen. Nicht ideal für Superyachten > 20 m (wenig Platz) oder für Roll-Empfindliche in SW-Lagen. Ich selbst blieb hier neun Tage länger als geplant: Vormittags Reparaturen mit Teilen aus der Ferretería Tomás, nachmittags Kaffee am Strand, abends grillten wir Doraden direkt am Boot. Als unser Anker endlich hochkam, war er mit feinstem Saharasand verklebt – ein Zeichen dafür, wie fest Arguineguín einen hält, wenn man ihm eine Chance gibt.

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