Sicheres Einlaufen in Garachico Marina
Position: 28 ° 23,3′ N | 16 ° 46,3′ W. Von Westen folgt man der 30-m-Isobathe, bis der markante Basaltzahn Roque de Garachico querab liegt; dann Kurs 100 ° auf den einarmigen Wellenbrecher. Das Molenkopf-Feuer (Fl G 5 s, 6 sm) steht exponiert, die Einfahrt öffnet nach Westsüdwest und ist 60 m breit. Tiefe in der Zufahrt ≥ 6 m, im Bassin 3,5–5 m. Nordwestschwell wird von der 650 m langen Mole weitgehend gebrochen; bei seltenem Weststurm brechen jedoch set-waves schräg durch die Öffnung – die Marinaleitung sperrt dann temporär. Einlaufen besser bei Tageslicht; nachts sind nur Mole und Hafenkopf befeuert, nicht aber die Felsen südlich. VHF-Kanal 09 “Garachico Marina” (08-20 Uhr). Meldet sich niemand, längsseits am Empfangskai (Backbord nach Eintritt) festmachen.
Sichere Hafenanlage bei Passatwinden
Vor der Hafenmole fällt der Grund rasch auf 25 m – Ankern lohnt nicht. Im Bassin bieten 160 Schwimmboxen Platz für Yachten bis 20 m; Heck-Dalben und durchgängige Finger erleichtern das Anlegen bei Passatböen. Wind & Schwell: Sommers NO-Passat liegt querab auf die Mole und wird komplett abgefangen. Winterliche Westlagen lassen geringe Dünung in die Außenreihen (Steg A/B) kriechen – dann innen Platzieren. Tiefgang: Außenstege 4,5 m, Innenfinger 3,2 m; Einbaumschilder an den Köpfen zeigen exakte Werte. Untergrund: Schwimmpontons; bei starker Seebriese lange Springs setzen, sonst kein Schwachpunkt.
Komplett ausgestatteter Hafen mit Service-Annehmlichkeiten
Jeder Platz hat 16-/32-A-Strom, Trinkwasser, WLAN. Sanitärgebäude (Duschen, Waschmaschinen) am Kapitänsturm, Chipkarte beim Einchecken. Ein 30-t-Travel-Lift sowie eine kleine Werft (Motor-, Rigg-, GRP-Arbeiten) befinden sich am Ostquai. Diesel/Benzin z. Z. nur aus Kanistern (10 Gehminuten Repsol-Tanke); Treibstoffponton ist im Bau (Plan 2026). Lebensmittel: SPAR-Mini-Markt 300 m, Landi-Bäckerei direkt gegenüber dem Hafentor. Für große Einkäufe lohnt der Mercadona im 6 km entfernten Icod de los Vinos – Bus 363 hält vorm Kastell San Miguel. Restaurants reichen von Strand-Chiringuito (Kanarische Tappas, vieja vom Grill) bis zur Michelin-empfohlenen „Arístides 1926“ im Stadtkern. Mülltrennung am Hafentor, Pump-out kostenlos.
Garachico: Vulkanische Pools und historische Pracht
Das Herzstück Garachicos sind die Naturpools El Caletón aus erkalteter Lava – perfekt für den Sundowner-Sprung ins 22 °C warme Wasser. Darüber schmiegt sich der historische Ortskern mit Kopfsteinpflaster, Klöstern, Holzbalkon-Häusern und dem kastilischen Wehrturm Castillo San Miguel. Hinter der Stadt steigen Bananenplantagen steil an; Wandernde nehmen den ausgeschilderten Pfad zum Mirador El Tanque (4 km, 350 Hm). Ausdauernde biegen weiter zum Vulkankegel Chinyero ab – schwarzer Lapilli, Kiefernduft und Panorama bis La Palma. Unter Wasser locken bei klaren Passattagen Sichtweiten von 30 m; die Basalt-Steilwand südlich des Molenkopfes wimmelt von Zacki, Dorade und gelegentlich Engelhai. Tauchbasen aus Los Gigantes holen Gäste per Schlauchboot im Hafen ab. Vogelfans freuen sich auf Gelbschnabel-Sturmtaucher, die abends im Chor kreischen.
Garachico: Authentisches Flair und Vulkanblick
Garachico vereint sicheren Liegeplatz, authentisches Altstadtflair und Vulkanlandschaft quasi im Umkreis von 600 m – seltener Mix auf den Kanaren. Ideal für: Küstensegler:innen, die Nord- oder Westkurs Pause gönnen wollen, ohne in Touristenhochburgen abzutauchen. Kultur- und Wanderfans: historische Architektur, heiße Lava-Pools, Teide-Blicke. Familien: Badelagune direkt vorm Steg, autofreier Altstadtkern, Spielplatz an der Plaza. Weniger geeignet, wenn: Yacht > 20 m oder Tiefgang > 4,5 m (Platzlimit). Schwerer Westschwell erwartet wird – dann besser nach Radazul oder Santa Cruz. Man Treibstoff im großen Stil bunkern muss (Kanisterlogistik nötig). Kurzurteil – Garachico ist kein reiner Marina-Resort, sondern ein lebendiges Kanaren-Städtchen mit einer Geschichte aus Lava, Handel und Seefahrt. Für uns war es einer der atmosphärischsten Stopps der Insel: morgens Kaffee im Kirchplatz-Café, tagsüber Teide-Wanderung, abends Rumpunsch im Cockpit – begleitet vom Brandungsrauschen, das irgendwo draußen an der einschiffigen Mole bricht. Ein Hafen, den man eher erlebt als nur benutzt.
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