Geschützter Ankerplatz in Sant Elm
Der Ankerplatz liegt in der geschützten Ecke der Badia de Sant Elm (39 ° 34,7′ N / 02 ° 21,3′ E). Von Südwesten kommend hält man zunächst großzügigen Abstand zu den flachen Calafats-Riffen und steuert dann auf das weiße Kirchlein im Dorf zu. Unmittelbar vor dem Strand passiert man backbord die markante Felsnase Es Pantaleu – sie darf wegen des Meeresschutzgebiets nicht umlaufen werden, sondern bleibt in sicherem Abstand an Backbord. Nachts leiten die Hafenlichter von Port d’Andratx in der Ferne, doch in der Bucht selbst gibt es keine Befeuerung; ein früheres Einlaufen mit Tageslicht ist daher ratsam. Der Grund fällt von 4 m am Nordrand auf gut 12 m im Mittelteil ab; Yachten mit 2 m Tiefgang können überall gefahrlos schwojen. Beim Manövrieren ist mit Ausflugsschiffen zu rechnen, die vom Dorfsteg nach Dragonera pendeln. Tidenhub spielt keine Rolle, länger anhaltender Mistral (NW) kann jedoch spürbaren Schwell in die sonst ruhige Bucht schieben.
Perfekter Ankerplatz mit Öko-Bojen
Der hellsandige Grund hält ausgezeichnet, Posidonia-Wiesen beginnen erst jenseits der 8-Meter-Tiefe. Südlich des Strandkopfs liegen zusätzlich grüne Öko-Bojen (Reservierung über oder Ports IB); im Sommer kassiert ein Schlauchboot am Morgen die Gebühr (ca. 50 € für 12 m). Schutz: Ideal bei allen östlichen Quadranten; gegen W-SW bleibt die Bucht offen, und bei starkem Ponent (West) rollt Dünung herein. Wer längere Westlagen erwartet, verholt besser in die Cala en Basset hinter dem Cap de Llebeig. Halt: Unser 25-kg-Spade saß mit 30 m Kette in 7 m Tiefe sofort fest – auch bei nächtlichen 20-kn-Böen aus Nordost blieb das Boot ruhig.
Praktische Tipps für Ankerbucht-Besucher
Das Dinghy parkt man am örtlichen Schwimmsteg vor dem Hauptstrand; bei Nordföhn lohnt ein zweiter Vorspring. Auf dem breiten Sand lassen sich Kanister und Proviant ohne Akrobatik anlanden. Wasser & Diesel: Keine Versorgung an der Bucht; die nächste Tankstelle liegt im 4 sm entfernten Port d’Andratx. Trinkwasser holt man kanisterweise aus dem Dorfsupermarkt. Einkauf: Zwei gut bestückte Mini-Mercats bieten Brot, frisches Obst und sogar Gaskartuschen; ein kleiner Bäcker liefert morgens Ensaimadas. Entsorgung: Müllcontainer stehen hinter der Strandpromenade; Altöl oder Batterien müssen in Andratx entsorgt werden. Kulinarisch überrascht das 700-Einwohner-Dorf mit zehn Lokalen – von der Tapas-Bar Es Moler bis zum Fischrestaurant Es Raor direkt am Wasser. Wer einen Sundowner mag, bestellt den regionalen Orange-Gin mit Rosmarin und genießt den Blick auf den rot glühenden Dragonera-Kamm.
Sant Elm: Tauchen, Wandern und Kunst entdecken
Sant Elm grenzt unmittelbar an den Naturpark Sa Dragonera: kristallklares Wasser, dichte Posidonia-Felder und Felsriffe, an denen sich Oktopusse und Barrakudas tummeln. Schnorchel- und Tauchcenter Scuba Activa holen Gäste direkt ab – perfekte Spots liegen keine 500 m vom Ankerplatz entfernt. An Land startet hinter dem Dorf die Panoramaroute zum Torre de Cala en Basset (45 min) mit Traumblicken auf die steil abfallende Küste. Etwas weiter östlich führt ein Pfad zur Passhöhe Pas Vell und hinab in das Künstlerviertel von S’Arracó – dort locken Mittwochsmarkt und Jazz-Abende in einer alten Ölmühle. Flora und Fauna zeigen sich typisch „Serra de Tramuntana“: Aleppo-Kiefern, Zwergpalmen, Rosmarindüfte – darüber kreisen Wanderfalken und in den Klüften nisten Balearensturmtaucher. Der Felsblock Es Pantaleu ist Teil des marinen Schutzgebiets; Betreten ist verboten, doch seine bizarr gestreiften Kalkschichten sind beim Paddeln ein Hingucker.
Sant Elm: Verstecktes Paradies für Segler
Wer Mallorca beinahe ohne Hotelbeton, aber mit verlässlicher Versorgungsbasis erleben will, kommt an Sant Elm kaum vorbei. Die Kombination aus gut haltendem Sandgrund, ökologischen Bojen, kristallklarem Wasser und kurzen Wegen zum Dorf macht den Platz ideal für: Familiencrews, die flaches Strandwasser und ein Eis in Reichweite schätzen. Naturfans & Schnorchler, denn Dragonera beginnt quasi am Heck. Langfahrer, die bei Ostwind einen sicheren, kostenlosen Ankersitz zwischen Andratx und Sóller suchen. Weniger geeignet ist Sant Elm bei angesagtem Starkwind aus West bis Südwest: Dann wird es selbst auf Boje rollig, und Ausweichbuchten sind rar. Tiefe Kielyachten (> 3 m) haben im zentralen Feld zwar 10 m Wasser, doch die Posidonia-Wiesen engen den Raum ein – besser vorher auf den Karten checken. Mir persönlich bleibt Sant Elm als Ort in Erinnerung, an dem morgens der Kaffee nach Thymian duftet, weil die Brise durch die Garrigue weht, und abends die Sonne als roter Feuerball hinter Dragonera versinkt. Ein Ankerplatz, der beweist, dass Mallorca noch immer stille Ecken hat – man muss nur den Bug dorthin drehen.
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