Sichere Ankunft im Hafenkanal
Koordinate Hafeneinfahrt: 39 ° 34,2′ N / 02 ° 38,6′ E Von See kommend hält man sich südlich der Ankerreede und peilt das grüne Leitfeuer der Westmole (Fl.G.3 s). Danach unverzüglich nach Backbord zwischen zwei gelben Regatta-Tonnen in den 70 m breiten Kanal abbiegen – striktes 3-kn-Limit, denn Taxischiffe kreuzen kreuz und quer. Rinnentiefe: 6 – 8 m bis direkt vor die Stege; Niedrigwasser beträgt selten mehr als 0,25 m unter LAT. Nachtansteuerung ist dank der hell erleuchteten Skyline problemlos; allerdings liegen zwischen Kathedrale und Hafentor häufig unbeleuchtete SUP-Boards und Ruderboote – Wärmekamera oder Deckswache lohnen sich. Funk: „Marina La Lonja“ auf VHF 09; ein Schlauchboot lotst bis zur Box.
Sicherer Hafen mit 200 Liegeplätzen
Der Hafen bietet 200 Liegeplätze bis 80 m Länge, alle mit Doppel-Mooringleinen, Fingerstege für Boote < 15 m. Die Mole bricht Schwell aus Süd bis West; bei starkem Levante läuft leichter Kabbel auf die äußeren Pontons, innen bleibt Ententeich. Freies Ankern ist innerhalb der Bahía de Palma stark reglementiert (Posidonia-Schutz, Flughafenzone). Wer unbedingt schwoien will, verlegt sich nach Cala Portals (4 sm W) oder Es Trenc (18 sm SE).
Palmas Marina: Komfort und perfekte Lage
Sobald die Leinen fest sind, führt der erste Weg zum Marina-Büro direkt am Kopfsteg. Dort bezahlt man die Liegegebühr (Stand 2025: rund 3,90 €/m im Frühjahr, 5,80 €/m im Hochsommer) und erhält Chipkarten für Steg, Sanitär und WLAN. Stromanschlüsse von 16 bis 125 Ampère sowie Frischwasser liegen an jedem Fingersteg; das schnelle Glasfaser-WLAN reicht gut bis ins Cockpit. An der Nordpier befindet sich eine 24-Stunden-Diesel- und Benzinsäule, an der per Kreditkarte selbst getankt wird. Gleich daneben stehen Altöl-Behälter, eine Bilgen- und Fäkalabsaugung sowie Sammelboxen für Batterien und Gaskartuschen. Der Travel-Lift der benachbarten Werft hebt bis 160 Tonnen; Rigg-, Motor- und Elektrik-Teams sitzen auf demselben Gelände, Segelmacher und Kunststoffwerkstatt sind fußläufig erreichbar. Für den täglichen Proviant reicht der Spar-Express schräg gegenüber der Hafenausfahrt; wer mehr Auswahl möchte, läuft zehn Minuten zum Mercat de l’Olivar oder lässt sich per Same-Day-Lieferservice beliefern. Auf der Promenade vor dem Steg beginnt Palmas Gastronomie-Meile: vom günstigen Tapas-Lokal bis zum Sterne-Restaurant sind es nur wenige Schritte. Eine Besonderheit der Marina ist der kostenlose Zugang zum Rooftop-Pool und Fitnessraum des Yacht-Clubs — erhältlich ab einer Liegezeit von vier Tagen. Das Stadtzentrum liegt buchstäblich vor der Bugspitze: In fünf Minuten erreicht man die Altstadtgassen, in drei Minuten den Radweg entlang des Paseo Marítimo, und per Taxi ist der Flughafen in einer Viertelstunde erreicht. Wer Ersatzteile oder schwere Einkäufe transportieren muss, kann sich an der Marina-Rezeption kostenlos einen Handwagen ausleihen.
Palmas Charme: Tauchabenteuer und Kulturjuwele
Direkt hinter dem Tor beginnt Palmas Casco Antiguo: gotische Kathedrale, arabische Bäder und enge Gassen voller Tapas-Bars. Kulturfans erreichen das Es Baluard-Museum (Moderne Kunst) in fünf Minuten zu Fuß, Strandliebhaber schlendern in 15 Minuten zur Stadtbucht Can Pere Antoni. Unter Wasser liegt La Lonja mitten im Posidonia-Schutzgebiet; Sichtweiten von 15 m sind keine Seltenheit. Tauchbasen holen Gäste am Steg ab und fahren zum Wrack der „Barcelona“ (28 m, 100 m Länge, 1917 gesunken) oder zu den Grotten von El Toro. Im Frühjahr und Herbst begleiten Delfin-Schulen häufig Auslaufende bis weit vor Cabo Llamp. Für Radfahrer bietet der flache Paseo Ciclista 22 km autofreie Strecke bis Arenal; Rennradfreaks nehmen den Coll de Sóller (24 km, 900 Höhenmeter) – Leihräder direkt am Hafen.
La Lonja: Luxuriöse Marina im Herzen Palmas
La Lonja ist City-Marina, Regatta-Basis und Mittelmeer-Knotenpunkt zugleich. Hier treffen Atlantik-Überführer, Charter-Crews und Superyachten auf denselben Servicegrad – zu einem Preis, der angesichts der Lage mitten in Palma gerechtfertigt erscheint. Pluspunkte Jederzeit tief anlaufbar, exzellenter Schwellschutz. Rundum-Infrastruktur (Werft, Flughafen 15 min Taxi, Altstadt fußläufig). Lebendige Gastro-Szene direkt vorm Steg – vom Sterne-Laden bis zur 3-€-Tapa. Minuspunkte Nachtleben laut: Musik schwappt bis 02 Uhr ins Cockpit. Innenliegende Stege wählen! Hoch-Saison-Tarif Marivent-würdig; Frühbucher-Rabatte nutzen. Ankern untersagt / unpraktisch – Marina quasi Pflicht. Geeignet für Blauwasser-Crews, die Palma als Sprungbrett in die Karibik oder nach Griechenland nutzen. Technik-Stopps: Ersatzteile & Fachwerkstätten an einem Ort. Chartersegler, die Sightseeing und Seemeilen in einer Woche kombinieren wollen. Für Puristen, die absolute Ruhe und Natur suchen, ist La Lonja nichts; dafür glänzen die Nachbarbuchten. Für alle anderen bietet die Marina ein luxuriöses, aber herzlich mallorquinisches Zuhause auf Zeit. Mein persönlicher Höhepunkt: Mitternachtsblick vom Cockpit auf die goldbeleuchtete Kathedrale, während im Hintergrund ein Flamenco-Gitarrist von der Plaza Mayor herüberhallt – ein Klang- und Lichtteppich, der zeigt, dass Segeln nicht nur Seemeilen, sondern auch Momente sammelt.
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