Sichere Einfahrt in Almerimar Port
Die Hafenkoordinaten liegen bei 36 ° 41,9′ N / 2 ° 47,5′ W. Von Westen kommend lässt man die Kapspitze Punta de los Baños steuerbord; von Osten erkennt man Almerimar aus 5 sm Distanz an der markanten Doppelreihe weißer Hoteltürme. Die Einfahrt öffnet exakt nach Süd und ist rund 80 m breit. Zwei Molenköpfe – Ost grün, West rot – sind nachts befeuert (Oc.G.-4s / Oc.R.-4s) und sichern auch bei Schlechtwetter ein stressfreies Einlaufen. Die Lotung zeigt im Vorhafen konstante 5–6 m, laut Hafenhandbuch selbst bei MLW noch 3 m – ausreichend für Fahrtenyachten bis 60 m Länge und 7 m Tiefgang. Auf UKW 09 antwortet die Capitanía 24/7 und weist Liegeplätze zu. Tidenhub ist mediterran gering (< 0,4 m); dafür können bei kräftigem Levante zeitweise 1–2 kn Strom quer vor der Einfahrt stehen. Ein größerer Fischzuchtkäfig liegt eine halbe Seemeile südwestlich und ist nachts schwach beleuchtet – passende Wegpunkte vermeiden Konflikte.
Ruhiger Hafen mit vielseitiger Struktur
Binnen der Marina wird an drei konzentrischen Becken an Schwimm- oder Feststegen mit Mooringleinen festgemacht; insgesamt 1 100 Plätze nehmen Yachten bis 60 m auf. Die verwinkelte, dreifach abgestufte Hafenstruktur sorgt für nahezu komplette Schwellfreiheit. Nur bei starkem Südwest baut sich im Vorhafen leichter Reflexschwell auf, der aber in den inneren Becken kaum ankommt. Freies Ankern ist offiziell nördlich der Einfahrt möglich (5–7 m Sand/Schlick); der Grund hält gut, doch bei starker Thermik rollen Schubwellen der Fischerboote herein – wer ruhig schlafen will, verholt lieber in eine Box.
Voll ausgestatteter Hafen mit Top-Service
Alle Liegeplätze verfügen über 16-A-Strom, Frischwasser und schnelles WLAN, in den Außenbecken sogar 32-A-Dosen. Der Treibstoffsteg (4 m Wassertiefe) liefert Diesel und Benzin von 08:00–20:00 Uhr. In der modernisierten Werft arbeiten zwei Travel-Lifts (60 t & 100 t), einen 35-t-Schwenkkran gibt es zusätzlich; Segelmacher, Rigg-Service, Edelstahlschweißer und eine Lackierhalle decken das komplette Wartungsspektrum ab. Auf der Hafenpromenade reihen sich Supermarkt (Mercadona, 400 m), ein 24-h-Minimarkt, Wäscherei, vier Chandelries sowie eine Repsol-Gasstation. Der Wochenmarkt mittwochs bringt frisches Obst aus der Region direkt an den Kai. Mülltrennung, Altöl-Annahme und Batterierecycling erfolgen an einem videoüberwachten Entsorgungspark hinter der Werft. Dank der niedrigen Stege gelingt das Verstauen der Bordverpflegung ohne akrobatisches Balancieren – Trolley und Gangway genügen.
Naturreservat Punta Entinas-Sabinar: Flamingos und Schnorchelparadies
Die unmittelbare Küstenlinie ist geprägt von Gewächshausmeeren, doch keine zwei Meilen westlich breitet sich das Naturreservat Punta Entinas-Sabinar aus: Lagunen, Salzpfannen und Dünen mit Wacholderbüschen, in denen Rosaflamingos, Löffler und Bienenfresser leben. Ein drei Kilometer langer Holzsteg beginnt direkt hinter der Westmole und führt hinein in das Vogelparadies. Unter Wasser wachsen hier an der Westgrenze des Mittelmeers dichte Posidonia-Seegraswiesen – ökologisch wertvoll und für Schnorchler eindrucksvoll: zwischen den Halmen ziehen Oktopusse, Seepferdchen und Doraden. Sichtweiten liegen je nach Alborán-Strömung zwischen 6 und 12 m. Für Tagesausflügler bietet sich zudem die 40 sm entfernte Vulkanlandschaft des Parque Natural Cabo de Gata an – per Charter-Auto oder, bei passendem Wetterfenster, als Segelschlag mit Übernachtung vor San José. Wer lieber in die Höhe möchte, kann in 90 Minuten Mietwagenfahrt in die Alpujarras aufsteigen: Mandelhaine, maurische Terrassendörfer und im Frühjahr gelegentlich noch Schnee auf 2 400 m. Dreh- und Angelpunkt bleibt jedoch der Hafenboulevard: mediterrane Bars, eine britische Bäckerei, Tapas-Kneipen und – mein Geheimtipp – der unscheinbare Chiringuito „La Barra“, der abends gegrillten Rote-Meerbarben-Spieß zum Sonnenuntergang serviert.
Almerimar: Perfekte Winterbasis für Segler
Almerimar ist kein Postkartenidyll wie Porto Colom, aber ein zuverlässiger „Werkbank-Hafen“ mit andalusischem Herz. Die Kombination aus umfassender Technikinfrastruktur, günstigen Langzeitpreisen und kompletter Schwellruhe macht die Marina zum beliebten Überwinterungs-Spot – und zum idealen Ausgangspunkt für den Sprung nach Gibraltar oder zu den Balearen. Crews mit Tiefgängen bis 4 m laufen rund um die Uhr ohne Tidenstress ein; für Katamaran-Teams gibt es breite Endplätze. Wer Partymeilen sucht, wird eher 30 sm weiter östlich in Almería fündig; wer unverbautes Küstenpanorama erwartet, muss die ersten Plastikkathedralen ignorieren. Doch wer Arbeiten am Rigg, neue Batterien oder einfach günstiges Winterliegegeld plant, findet hier perfekte Bedingungen. Mein persönlicher Höhepunkt sind die Abende, wenn das letzte Licht die Gewächshäuser rosé färbt, auf der Hafenterrasse Flamenco-Gitarren klimpern und im Grillduft der Doraden vielstimmiges Seemannslatein wabert. Dann spürt man, dass Almerimar weit mehr ist als ein riesiges Parkdeck für Boote: Es ist ein Treffpunkt für Weltumsegler, Überwinterer und Wochenendsegler gleichermaßen – robust, herzlich, pragmatisch. Kurz: Wer eine sichere Box, gute Werkstatt und den Blick auf Flamingos sucht, setzt Almerimar ohne Zögern auf den Törnplan.
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