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Karlskrona

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Barocke Schärenruhe in Karlskrona

Einleitung

Spätnachmittags, nach einem langen Schlag durch die Schären von Blekinge, gleite ich in die Kalmarsund-ähnlich weite Bucht südlich von Trossö. Hinter der letzten Kardinaltonne ragt der weiß­gelbe Kirchturm der Fredrikskyrkan auf, daneben spiegeln sich Granithäuser des 18. Jahrhunderts im fast öligen Wasser. Als die Yacht längsseits an der Pontonbrücke der Karlskrona City Marina liegt, ist vom Brummen der Fährmotoren draußen nur noch ein fernes Grollen zu hören. Möwen kreischen über roten Faluröd-Speicher­häusern, der Duft von frisch geräuchertem Lachs zieht von Stakholmen herüber, und über allem liegt die ruhige Grandezza einer planmäßig angelegten Barock-Seestadt, die bis heute Marinehafen ist – ein erster Eindruck, der Respekt macht.
Vereister Hafen mit festgefrorenen Segelbooten, verschneiten Stegen und winterlichem Himmel im Abendlicht.

Bequeme Anfahrt nach Karlskrona

Karlskrona kann aus Süd, Südost oder Nordost angelaufen werden; für Yachten ist die Kungsholms-Fairway (Kungsholmsleden) die bequemste Route. Sie führt aus Süden zwischen den Inseln Tjurkö / Kungsholmen (mit dem imposanten Festungsring) und Aspö hindurch direkt ins Handelshamn. Die Fahrrinne ist betonnt, tagsüber mehrfach befeuert und mindestens 10 m tief; in der Engstelle vor Kungsholms Fort verengen Granitmauern die Passage auf 1,2 km – bei Gegenverkehr ist Funkkontakt mit Verkehrszentrale „Karlskrona VTS“ auf VHF 14 Pflicht. Nach Passieren der letzten grünen Tonne „Västra Forsänkningen“ hält man 000° an, nimmt die rot-weiße Landmarke der Bastion Aurora backbord und läuft in den Handelshafen. Die Gästemarina beginnt steuerbord 100 m hinter der Fährpier. Bei Dunkelheit weisen die Richtfeuer Stumholmen Range (Iso R 6 s) den Weg; der grün blitzende Leuchtturm Kasaskär markiert die äußere Torlinie. Nebel tritt selten auf, doch im September kann Morgendunst die Sektorenlichter verfremden – ein aufmerksamer Blick aufs Echolot ist dann Gold wert.

Geschützte Marina im Herzen Karlskronas

Die Karlskrona City Marina liegt tief im Handelshafen, vollständig durch Kais, Bastionen und umliegende Inseln abgeschirmt. Das Wasser ist selbst bei Starkwind spiegelglatt; nennenswerter Schwell entsteht höchstens, wenn die Bornholm-Fähre oder ein Minenjagdboot den Hafenradius kreuzen. Gastlieger gehen längsseits an der Pontonbrücke oder liegen rückwärts an Dalben mit Auslegerbomm – Wassertiefe 3 – 5 m bei durchgehend schlammigem Grund. Freies Ankern ist im militärisch kontrollierten Innenarchipel nicht gestattet. Wer dennoch vor Bugschwojen schlafen möchte, segelt 5 sm südöstlich zur Bucht Hästholmen/Almö – dort 6 m über Sand, aber offen für Ostwind.

Mehrere Segelboote liegen am Hafensteg; ruhiges Wasser, dahinter Küstenhäuser unter blauem Himmel mit Wolken.
Sonnenuntergang über Yachthafen; Segelboote liegen an Stegen, grelles Sonnenlicht spiegelt sich im ruhigen Wasser.

„Moderne Marina mit Top-Service“

Die Marina ist „plug-and-play“: Strom (16 A), Trinkwasser, schnelles WLAN, neue Sanitär- und Saunagebäude sowie Waschmaschinen sind im Liegegeld enthalten. Der Hafen führt die Blue-Flag-Zertifizierung und verfügt über getrennte Mülltrennung und eine Bilgen-/Fäkal­absaugstation. Im Büro (VHF 12, Tel. +46 455-303151) zahlt man 230 SEK für 12 m Yacht (2025), Diesel bunkert man 200 m weiter an der Handelshamn-Säule. Ein ICA-Supermarkt liegt zehn Geh­minuten entfernt, samstags findet auf dem Stortorget ein Bauernmarkt mit Ostseefisch und Blekinge-Käse statt. Ersatzteile besorgt der Bootszubehör-Store auf Saltö (2,5 km); für Motor­service gibt es eine Werft am Lindholmen-Kanal.

Karlskrona: Marinegeschichte trifft Schärengarten-Natur

Karlskrona ist gleich doppelt ausgezeichnet: als UNESCO-Weltkulturerbe „Orlogsstaden“ – die am besten erhaltene Marineplanstadt Europas – und als Teil der Biosphären­region Blekinge-Schärengarten, wo Kultur und Schutz­natur verschmelzen. Vom Steg erreicht man in fünf Minuten das Marinemuseum auf Stumholmen: U-Boot zum Durchkriechen, 18-Pfünder-Batterie und ein hölzerner Taucher­glocken­turm aus 1790. Wer Seefestungen liebt, bucht am Fisktorget die Fähre zum Kungsholms Fort – eine 300-Jahre-Anlage mit kreisrundem Bastionsturm, die bis heute von der schwedischen Marine genutzt wird (Ausweis mitnehmen!). Naturfans schiffen das Dinghy aus und tuckern die fünf Minuten zum Vogelreservat Dragsö: Dort nisten Seeschwalben zwischen rosa Strandnelken, und regelmäßig kreist ein Seeadler über dem Buchenmischwald. Bei gutem Wetter lohnt ein Tagesausflug zum äußeren Schärengarten – 1 000 Eilande aus Granit, Wacholder und silbrigem Rentierflechten-Teppich. Die Felsriffe rund um Ungskär bieten 5–8 m Sicht und Hummerdichten, die jeden Taucher jauchzen lassen.

Klarer Tag im Yachthafen: mehrere Segel- und Motoryachten liegen an schwimmenden Stegen im ruhigen blauen Wasser.
Mehrere Segelboote und Yachten liegen bei Abendsonne ruhig im Hafen, blauer Himmel mit lockeren Wolken.

Karlskrona: Stadthafen, Geschichte und Natur

Karlskrona verbindet perfekten Stadthafen-Komfort mit Welt­kultur­erbe-Flair und Schären-Wildnis vor der Cockpittür. Wer auf Ostsee-Langfahrt Wind oder Ersatzteile abwarten muss, findet hier sicheren Liegeplatz, verlässliche Technik und ein attraktives Preisniveau. Familien genießen kurze Wege zum Marinemuseum und zum kinderfreundlichen Bade­strand Stumholmen; Geschichts­fans tauchen von Barockkirche bis Bunker fast dreihundert Jahre Marinearchitektur. Einzige Einschränkung: Tiefgang über 2,4 m und Breite über 5 m passen nur an die Außenseite der Pontons – vorab anmelden! Mein persönlicher Höhepunkt war ein Abendspaziergang über den Bastionswall: Auf der einen Seite der Pastellhimmel über dem Archipel, auf der anderen der vergoldete Zwiebelturm der Admiralitetskirche – dazu das sanfte Pochen eines Minensuchers, der von der Nachtschicht heimkehrte. In Karlskrona hört man die Ostsee atmen und die Geschichte im Takt mitklopfen. Wer dieser Melodie einmal gelauscht hat, setzt den Hafen garantiert fest in seine Törn­planung zwischen Hanöbucht und Kalmarsund.

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