Marina Als: Herausforderung neben Fährterminal
Der Hafen liegt an der Ostküste von Als auf 54 ° 59,2′ N / 9 ° 58,9′ E, unmittelbar südlich des rasant frequentierten Fährterminals. Die Rinne ist Tag und Nacht befahrbar: Am Fährkai steht ein rot-weißes Molenlicht (Oc.R.4 s); einen Kilometer nördlich weist das Taxensand-Leuchtfeuer den Weg. Die Marina selbst ist unbefeuert und geht bei Dunkelheit in der Terminalbeleuchtung unter – wer spät kommt, peilt am besten das dunkle Waldloch südlich der Terminallampen an und hält mittig zwischen den Dalben. Tiefe im Vorhafen 3 – 3,5 m, an der Außenseite des Gästestegs noch rund 2,5 m, in den Boxengassen 1,8 – 2,0 m; offizielle Limitierung laut VisitSønderjylland: 12 m Länge, 3,5 m Breite, 1,8 m Tiefgang. Besonderheiten: Querströmung parallel zur Küste, spürbar bei Ost- oder Westlage. Grundsee bei starkem Ostwind vor der Einfahrt – unter 25 kn beherrschbar, darüber besser abwarten. Fährverkehr im Halbstundentakt; kurz warten, bis Bug- und Heckstrahler abgeschaltet sind, dann in ruhigem Wasser einlaufen.
Ruhiger Hafen mit sicherer Lage
Fynshav ist ein reiner Boxen- und Längsseitshafen. Die rund 150 Liegeplätze liegen hinter einem massiven Nordostmolekopf und sind somit gegen Schwell aus allen Quadranten geschützt; selbst starker Südost erzeugt höchstens ein leises Kräuseln in der Einfahrt. Gastlieger über neun Meter legen längsseits am markierten Gästesteg an, kleinere Yachten belegen grün gekennzeichnete Boxen. Der Grund besteht aus festem Sand-Schlick, die Dalben sind gepflegt – Heckanker braucht niemand. Wer partout ankern möchte, findet 0,8 sm südlich in der flachen Oleskobbel-Bucht 3–4 m Sand mit gutem Halt, allerdings offen bei Westwelle.
Komfortabler Hafen mit Top-Ausstattung
Strom und Frischwasser sind an allen Stegen vorhanden und im Hafengeld enthalten. Das zweistöckige Clubhaus steht 24 Stunden offen: gut ausgestattete Pantry, Aufenthaltsraum mit TV, Billard und Platz für 50 Personen – ein Segen bei Schietwetter. Diesel zapft man direkt am Kopfsteg; Benzin, Biodiesel und LPG-Flaschen verkauft der SuperBrugsen 700 m landeinwärts, der auch Sonntagsvormittags geöffnet ist. Sanitäre Anlagen (2021 renoviert): blitzsaubere Duschen, Waschmaschine, Trockner, alles per Zutrittskarte. WLAN reicht bis ins Cockpit. Müll wird sortenrein am Recyclinghof hinter dem Servicehaus abgegeben; Altöl nimmt der Hafenmeister in Kanistern entgegen. Hungrige schlendern zwei Minuten zum Fischimbiss am Gästesteg – fangfrische Krabben-Baguettes und „Stegt Rødspætte“ im Papierschiffchen. Gegenüber lockt das Bistro „Havnegrillen“ mit Burgern, Softeis und Blick auf die ein- und auslaufenden Fähren. Ein kleiner Spielplatz und ein neuerbarer Grillplatz machen den Hafen familientauglich.
Natur, Kultur und Walbeobachtung in Fynshav
Direkt südlich schließt sich ein Blue-Flag-Strand an: feiner Sand, seichtes Wasser, ideal für Kinder oder den schnellen Sundowner-Dip. Dahinter beginnt das große Buchenareal Blommeskobbel, in dem 4000 Jahre alte Langgräber der Trichterbecherkultur liegen – Picknicktische, Infotafeln und ein fantastischer Belt-Blick inklusive. Wer gen Norden radelt, taucht in die zehn Kilometer lange Nørreskoven ein, Dänemarks größten zusammenhängenden Buchenwald auf Inselboden: Reh- und Damwild, Orchideenwiesen und ausgewiesene Mountainbike-Loops bieten Programm für einen Hafentag. Unter Wasser herrscht klassisches Belt-Brack: 3–4 m Sicht, Seegraswiesen und Muschelbänke voller Seesterne. In den Abendstunden jagen Schweinswale dicht unterm Land; ein Fernglas auf dem Vorschiff lohnt sich. Angler schwärmen von Dorsch und Meerforelle an der Mole und vom Hornhecht-Fang im Mai. Kulturell hat Fynshav selbst wenig, doch das lebhafte Sønderborg erreicht man per Fähre & Bus in 45 Minuten – Schloss, Dybbøl-Schanz-Geschichtscenter und ein gutes Hafenviertel mit Mikrobrauerei machen den Ausflug lohnend.
Fynshav: Praktischer Hafen mit Naturflair
Fynshav ist kein romantischer Schärenwinkel, sondern ein ehrlicher Inselhafen – verlässliche Infrastruktur, freundliche Clubatmosphäre und ein überraschend schönes Naturumfeld vor der Cockpittür. Damit ist er: Ideal als Zwischenstopp auf der Route Kiel → Kleiner Belt → Fünen oder Kiel → Århus: 24-h-Einlauf möglich, Diesel am Steg, Supermarkt fußläufig. Familientauglich durch Strand, Spielplatz und ruhige Buchten. Kurzaufenthalt-geeignet für Crews, die morgens die Fähre passieren lassen, mittags Waldwanderung unternehmen und abends frischen Fisch genießen wollen. Einschränkungen gibt es für Yachten über 12 m Länge oder mit mehr als 1,8 m Tiefgang; sie müssen auf die Außenkanten ausweichen oder gleich nach Mommark oder Sønderborg gehen. Bei hartem, stehenden Ost kann die Einfahrt unangenehm branden – dann lieber abwarten. Mir bleibt Fynshav als angenehmer „Werk-und-Wellness-Mix“ in Erinnerung: Diesel bunkern, Wäsche waschen, dann Barfußspaziergang im Buchenwald und Krabbenbrot im Cockpit, während die elektrische Søby-Fähre lautlos vorbeizieht. Nicht spektakulär, aber ein Hafen, der alles richtig macht. Ich komme wieder – spätestens, wenn der Wald im Herbst bunt brennt und die Belt-Sonne flach über den Dalben steht.
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