Sicherer Hafen für Tiefgänger auf Møn
Klintholm liegt auf 54 ° 57,3′ N / 12 ° 29,4′ E an der Südküste der Insel Møn. Die Ansteuerung erfolgt von Südwesten durch einen gut betonnten Vorweg, dessen Molenköpfe weiß befeuert sind ( 4 s). Hinter der Kardinaltonne „Omø Nordvest“ führt das ausgebaggerte Fahrwasser mit 3,5–4 m Tiefe direkt ins Hafenbecken; Landmarken sind die 130 m hohen Kreidefelsen im Nordosten und, bei Dunkelheit, das weithin sichtbare weiße Sektorenlicht an der Hafeneinfahrt. Gillnetze liegen oft südlich des Hafens in Hjelm Bugt; wer nachts einläuft, hält daher exakt in der beschilderten Linie. Tidenhub ist Ostsee-typisch gering (< 0,3 m). Kontinuierlicher Westwind drückt das Wasser jedoch um 20–30 cm hinaus, während kräftiger Ost rasch 30 cm hinaufsetzt – Tiefgängern jenseits 2,2 m hilft ein Puffer. Die Hafeneinfahrt ist 30 m breit und dank seitlicher Leitfeuer rund um die Uhr befahrbar; nur beim Einlaufen der Inselfähre Stigsnæs–Klintholm (stündlich) erzeugen Bug- und Heckstrahlruder deutliche Querströmungen.
Sicherer Hafen: Klintholms Liegeplätze im Überblick
Klintholm ist primär Boxen- und Längsliegehafen. Das Gästebecken bietet laut Hafenplan rund 250 Plätze; freie Boxen sind grün markiert. An der Außenpier liegen Yachten bis 20 m Länge bei 2,5–3 m Tiefe, im Innenbereich fallen die Werte auf 2,1 m. Der Untergrund besteht aus Sand-Schlick; Mooringleinen werden jährlich kontrolliert, eigene Heckanker sind unnötig. Gegen fast alle Richtungen schützt die Doppelmole effektiv. Lediglich hartnäckiger Nordwest ab 6 Bft erzeugt geringen Schwell in der Außenreihe; Ruckdämpfer oder eine Spring helfen sofort. Wer partout vor dem Hafen ankern möchte, findet 0,7 sm nordwestlich auf 4 m Sand guten Halt, muss dort aber bei Westdünung mit Rollen rechnen.
Voll ausgestatteter Hafen mit Servicevielfalt
Strom (16 A) und Frischwasser gibt es an jedem Steg, im Liegegeld inkludiert. Ein Diesel- und Benzinpumpstock befindet sich vorm Hafenmeisterbüro; Kartenzahlung 08–20 Uhr. Sanitärcontainer (renoviert 2023) bieten großzügige Duschen, Waschmaschinen und Trockner. Drei Slipbahnen, ein 12-t-Mastkran und eine Bootswerkstatt decken Basisreparaturen ab. Kostenloses WLAN reicht bis ins Cockpit. Proviantiert wird im “Havnens Købmand” (täglich 08–18 Uhr, 300 m zu Fuß); frischen Fisch verkaufen die Kutter ab 15 Uhr direkt vom Rumpf. Die gastronomische Auswahl reicht vom Fisch-Food-Truck am Kai über das Eiscafé „Hyttefadet“ bis zur Brasserie „Slusen“, die abends Moules-frites mit Blick aufs Bassin serviert. Ein Geldautomat und ein kleiner Chandlery-Shop liegen gleich neben der Slipbahn. Mülltrennung (Rest, Glas, Metall, Altöl) erfolgt hinter dem Servicehaus; Pfandflaschen gibt der Kaufmann zurück.
Møns Klint: Naturwunder und Wassersportparadies
Der wahre Magnet liegt sieben Kilometer östlich: Møns Klint. Ein stündlich verkehrender Linienbus (667) bringt Crews in 17 Minuten zum GeoCenter, Fahrräder kann man im Hafen leihen; wer sportlich ist, wandert auf markiertem Küstenweg über Obstwiesen dorthin. Die bis zu 128 m hohen Kreideklippen sind Brutplatz für Wanderfalke und Uferschwalbe, Fossiliensucher finden Donnerkeile und Seeigel im Strandgeröll. Kajakfahrer gleiten von Klintholm aus an der spektakulären Wand entlang – in stillen Morgenstunden lassen sich See- und Fischadler, Schweinswale und gelegentlich Kegelrobben beobachten. Direkt westlich des Hafens erstreckt sich das Feuchtgebiet Busemarke Mose mit Rastplätzen für Silberreiher und Schnatterenten; ein Beobachtungsturm liegt nur zwei Kilometer entfernt und ist über einen Holzsteg erreichbar. Wer mehr Kultur sucht, radelt vier Kilometer zum klassizistischen Gut Klintholm Gods oder besucht die Gedenkstele an jenem Kaiabschnitt, an dem 1945 ein deutsches Schleppkahnwrack mit 351 überlebenden KZ-Häftlingen strandete – ein stiller Ort der Erinnerung. Unter Wasser herrscht Ostsee-Brack: Sichtweiten von 3–5 m, Seegraswiesen, Plattfische und im Spätsommer Schwärme kleiner Hornhechte. Taucher finden vor Hjelm Bugt einige seichte Wracks; Schnorchler haben direkt am Badestrand südlich der Mole sandigen Einstieg.
Klintholm: Ideal für Ostsee-Segler
Klintholm ist der perfekte Drehscheiben-Hafen zwischen deutschem Nord-Ostsee-Kanal-Strom und dem schwedischen Schärengarten: Er bietet eine rund um die Uhr sichere Einfahrt, verlässliche Infrastruktur und liegt als Sprungbrett zu den Kreideklippen genau richtig in einer typischen Ostsee-Etappe. Ideal für Crews bis ca. 20 m/3 m Tiefgang, die eine ruhige Nacht vor oder nach der Querung der Kadetrinne suchen. Familien: flacher Sandstrand direkt neben dem Steg, Spielplatz und Eisstand vorhanden. Natur-Fans und Fotografinnen, die Møns Klint im Morgenlicht erleben wollen. Weniger geeignet Bei starkem Nordwest ab 7 Bft kann das Außenbecken unruhig werden – dann besser früh einlaufen oder nach Gedser ausweichen. Puristen, die absolute Einsamkeit suchen: Im Juli kommen auch Wohnmobil-Touristen vorbei, und die Marina brummt bis in die Dämmerung. Für mich bleibt Klintholm eine feste Größe: Von der ersten Kreideschimmerung am Horizont bis zum letzten Bier auf der Kaipromenade fühlt sich der Hafen wie ein natürlicher Treffpunkt für Ostsee-Segler an. Und wer beim Ablegen noch den frisch geräucherten Lachs im Kühlschrank verstaut, nimmt ein Stück dänischen Sommer gleich mit an Bord. Quellen
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