Eine Leine ist in der Seemannssprache die korrekte Bezeichnung für alle Seile an Bord. Die Begriffe Seil, Strick oder Strippe werden in der Fachsprache nicht verwendet. Kurze Enden oder Reste von Leinen heißen Tampen. Leinen werden meist aus Hanf, Sisal, Nylon oder Polyester gefertigt und haben vielfältige Verwendungen an Bord. Sie dienen zum Festmachen des Schiffes an Pieren, Anlegestellen oder Bojen sowie zur Sicherung von Ladung und Ausrüstung gegen Verrutschen bei Seegang. Je nach Verwendungszweck haben Leinen spezielle Bezeichnungen: Festmacherleinen zum Anlegen, Fallen zum Setzen der Segel, Schoten zur Segeltrimmung oder Refftampen zum Reffen. Eine Trosse ist eine besonders starke Leine zum Abschleppen oder Sichern großer Schiffe. Moderne Leinen aus Kunstfasern sind oft stärker und haltbarer als traditionelle Hanfleinen. Sie schwimmen teilweise auf dem Wasser und sind unempfindlich gegen Fäulnis.

