Sicherer Hafen trotz starkem Passat
Koordinaten Hafeneinfahrt: 28 ° 54,922′ N / 13 ° 42,417′ W Erkennungsfeuer: Fl.(3) G 14 s 13 m 8 M am Turm auf der Südmole, dazu backbord ein rotes Tonnenpaar Fl.(2) R 8 s 3 M und direkt am Dockkopf ein Rotlicht Fl.R 15 s. Wassertiefe in der Rinne: mind. 7 m; im Hafenvorfeld 4–5 m. Tidenhub max. 3 m – der Port ist rund um die Uhr sicher anlaufbar. Von See her hält man parallel zur 20-m-Isobathe auf die grüne Leuchttonne und schwenkt bei 0,2 sm Abstand mit Kurs 060 ° in das 90 m breite Gate. Gefahrentonnen fehlen – der südliche Lavagrad fällt senkrecht ab, Treibnetze sind hier selten. Funkkontakt über VHF 09 wird vom Hafen sofort beantwortet; ein Schlauchboot lotst bis zum Liegeplatz. Bei starkem Passat (über 25 kn) spürt man in der Einfahrt kurze Kreuzsee, die im Innenbecken binnen Sekunden versiegt – die beiden Molenschenkel nehmen jegliche Dünung aus Nordost und Südwest.
Sicherer Hafen für Atlantik-Rallyes
Puerto Calero ist ein reiner Steghafen mit rund 450 Liegeplätzen für Yachten zwischen 8 m und 75 m Länge; Tiefgang bis 5,5 m an den äußeren Kais. Alle Boxen sind mit Doppel-Mooring ausgerüstet, Finger gibt es nur an wenigen Serviceplätzen. Selbst bei 30-kn-Böen aus Nordost registrierte unser Plotter im hinteren Bassin keine 0,1 m Wellenhöhe – das Becken ist quasi ein betonierter Felsenkessel. Ankern außerhalb ist zwar manövrierbar (Sand auf 8–10 m), aber unattraktiv: offener Schwell, striktes Müll- und Abwasserverbot und starker Durchzug an Tagestourern. Die Marina selbst gilt als eine der sichersten Transat-Zwischenstopps der Kanaren, was vielen Rally-Crews als beruhigende Atlantic-Trittstufe dient.
Komfortabler Hafenaufenthalt auf Lanzarote
Gebühren (2025): 0,42 €/m² Nebensaison | 0,52 €/m² Hochsaison, Strom 16 A und Wasser inklusive; Langzeittarif ab 90 Tagen (~750 € für 12 m). Technik & Service: 90-t-Travellift, Rigging-Shop, Segelmacher, Diesel-Pier, gastfreundliche Annahme von Online-Paketen (ein wahrer Luxus im Atlantik). Sanitär: Drei klimatisierte Duschhäuser, Laundry, Recyclinghof, Fäkal-Absauge. WLAN reicht bis ins Cockpit, Mobilfunk (4G/5G) stabil. Verpflegung: Ein SPAR-Supermarkt (400 m), Bäckerei, Apotheke, zwei ATM-Automaten; donnerstags Bauernmarkt mit Käse aus Fuerteventura und Lanzarote-Wein. Entlang der Promenade warten ein Dutzend Restaurants – von arepas bis Wagyu-Burger; Preisniveau moderat touristisch. Logistik: Flughafen Arrecife 14 km (15 min Taxi), Linienbus 161 stündlich; Autovermietung direkt an der Mole.
Abenteuer zwischen Lava und Ozean
Unmittelbar hinter der Marina beginnt die schwarze Basaltsteppe des Monumento Natural de los Ajaches – bizarre Lavafalten, duftender Kanaren-Wolfsmilch und Weitblicke bis Fuerteventura. Ein 6-km-Küstenpfad führt zu den Klippen von Playa Quemada; Trittsichere steigen weiter hinauf zum 475 m hohen Atalaya de Femés. Auf dem Wasser ist Puerto Calero Startpunkt für Delfin- und Grindwal-Safaris entlang des bis zu 2 000 m tiefen Kanarenstroms; Sichtungsraten liegen laut lokalen Anbietern bei 70 %. Taucher:innen finden an der Steilkante von Punta del Rafino bunte Gorgonien, Makrelenschwärme und – in der Dämmerung – jagende Rochen bei 25 m Sicht. Kulturfans nehmen den Bus nach Tías (10 min) oder ins 12 km entfernte Arrecife, während Architektur-Nerds sich von César-Manrique-Bauten wie „Los Jameos del Agua“ begeistern lassen. Und wer einfach nur baden will, hüpft vom Heck ins 22–24 °C warme Atlantikwasser – dank Lavagrund häufig glasklar.
Puerto Calero: Komfort trifft auf Wildnis
Puerto Calero verbindet das Beste zweier Welten: Atlantik-Seemannschaft in rauer Vulkankulisse und einen nahezu klinisch gepflegten Rundum-Service. Für Blauwasser-Crews auf Trans-Atlantik-Kurs ist der Hafen ein idealer „Staging-Point“: absoluter Schwellschutz, alle Ersatzteile verfügbar, faire Langzeitkonditionen. Familien schätzen kurze Wege, Spielplatz und Pool im Resort-Hotel vis-à-vis, während Sportsegler dank thermischer Passatbeschleunigung täglich Trainingswind finden. Weniger geeignet ist der Ort für Minimalisten, die Wellenrauschen statt Lounge-Musik bevorzugen oder ihr Budget auf Kajak-Niveau halten möchten – die Promenade verführt zum Geldausgeben. Doch wer sein Boot sorglos parken, dazu noch Wale gucken und nachmittags auf einem Lavatrail joggen will, fühlt sich hier schnell zuhause. Mein persönlicher Puerto-Calero-Moment spielte sich um 23 Uhr ab: Die Promenadenbeleuchtung war schon gedimmt, überall roch es noch nach gegrilltem Pulpo. Vom Kajütenluk aus sah ich, wie das Hafenfeuer über die reglose Wasseroberfläche huschte, während draußen ein Grindwal in der Bucht prustete. Genau diese Mischung aus Komfort und Wildnis macht Puerto Calero für mich zum Favoriten unter den Kanarenmarinas.
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