Sicherer Ankerplatz bei Punta de Arguineguín
Position Bucht / Ankerfeld: 27 °45,2′ N 15 °41,2′ W – unmittelbar östlich der Hafenmole. Anlauf aus SW oder SE: der helle Leuchtturm Punta de Arguineguín (Fl(2) W 7 s, 31 m) bleibt backbord. Man hält 020 ° auf die Betonsilos der Fischereigenossenschaft, bis das grüne Molenlicht „Fl G 5 s“ frei vorliegt. Tiefen & Bahn: außerhalb 15 – 20 m, im Ankerfeld gleichmäßig 6–8 m über Sand; keine Untiefen, aber freischwimmende Betonbojen für Ausflugskatamarane. Nachtansteuerung: möglich, weil Mole und Hafeneinfahrt befeuert sind; im Ankerfeld selbst keine Lichter – Radar oder Plotter ratsam. Wind & Strom: Im Lee der Insel weht der Passat abgeschwächt; Fallwinde aus NO reißen in Böen, sind aber selten stärker als 20 kn. Tideneinfluss minimal (< 0,3 m); alle zwei Stunden ziehen Fähren durch die Bucht – darauf das Einlaufen timen.
Sicherer Ankerplatz bei Passatböen
Der Boden besteht aus kompaktem Sand mit wenigen Steinlinsen – „sehr guter Halt“, wie auch die Blauwasser-Crew bestätigt. Wir gruben einen 25-kg-Delta bei 1 000 rpm rückwärts: keine Bewegung bei 25 kn Passatböe. ● Schutz ist hervorragend von Nord bis Südost; West- oder Südwestschwell läuft dagegen offen herein – bei angesagter W-Dünung > 1 m verlegt man besser nach Pasito Blanco. ● Schwoikreis üppig: zehn bis zwölf Yachten haben locker Platz; Abstand zur Fährroute wahren.
Praktische Tipps für Ankerlieger auf den Kanaren
Ankerlieger dürfen mit dem Dinghy am Kopf des ersten Schwimmstegs (Fischereiseite) landen; das Tor zur Pier steht tagsüber offen. Direkt daneben gibt es einen Frischwasserhahn – eigenen ¾″-Adapter mitbringen, wie überall auf den Kanaren. Diesel wird nach Absprache vom Hafenmeister oder über die Cofradía de Pescadores per Kanister verkauft. Einkauf: drei Supermärkte in < 10 Min. Fußweg, darunter ein großer Spar mit erstaunlich viel deutschem Sortiment (Bauernbrot, Rollmöpse etc.). Außerdem ein Baumarkt (Ferretería Tomás) und der sehr hilfsbereite Schiffsausrüster Náutica El Gallego – dort werden Leinen gratis gespleißt. Gas & Technik: Camping-Gaz- und Propan-Tausch hinter dem Busbahnhof; kleine Werft mit 20-t-Travelift im Hafenbecken. Entsorgung: Müllcontainer direkt an der Mole, Recycling getrennt; Öl- und Batterienannahme bei der Werft. Duschen/WLAN: offizielle Marina-Duschen nur per Kartenschlüssel; einfacher sind die öffentlichen Meerwasserpools an der Promenade (Süßwasserdusche inklusive). WLAN-Passwort gibt’s auf Nachfrage im Restaurant La Barca – mit starker Antenne vom Boot aus nutzbar.
Arguineguín: Authentisches Fischeridyll und Meeresabenteuer
Arguineguín ist ein Fischerort, kein Retortenresort: morgendlich laufen bunte Holzkutter aus, Möwen streiten um Sardinenreste an der Mole. Unter Wasser erwarten einen recht klare 5–7 m Sicht, Sandboden und vereinzelte Lavaplatten – perfekt für Schnorchelrunden mit Rochen, Papageifischen und gelegentlich Schildkröten. Tauchbasis und Meerwasserpool liegen fünf Minuten entfernt. Hinter dem Hafen beginnt ein Küstenwanderweg nach Anfi del Mar (30 min) mit Panoramablick auf die wüstenähnliche Felsküste. Wer höher hinaus will, mietet beim Spar ein Auto (30 €/Tag) und fährt in 40 Minuten auf die 1 000-m-Hochebene Presa de Las Niñas – Kiefernduft, Stausee und Blick bis Teneriffa.
Puerto de Arguineguín: Authentisch und Gut Angebunden
Puerto de Arguineguín ist die bodenständige Alternative zu den maritim durchkommerzialisierten Häfen an Gran Canarias Südküste: Pluspunkte Sicherer Sandhalt, beste Deckung bei vorherrschendem NE-Passat. Dinghy-Steg mit Wasserhahn, Müll & Diesel – selten für einen freien Ankerplatz. Umfangreiche Infrastruktur (Supermarkt, Baumarkt, Ausrüster) in 10 Min. Authentischer Fischerort: frischer Thun zum Kilopreis statt Marina-Chichi. Minuspunkte Rollig bei SW-Schwell; dann wenig Schlaf. Hafenduschen nur mit Code, Landstrom nur in der Marina. Fähren wirbeln tagsüber Wasser auf und machen Lärm. Für wen geeignet? Langfahrt-Crews, die vor dem Atlantiksprung nach Cap Verde günstig bunkern wollen; Familien, die Strand, Pool und Einkauf fußläufig schätzen; Segler:innen, die im Kanaren-Winter ein ruhiges Wetterfenster abwarten müssen. Nicht ideal für Superyachten > 20 m (wenig Platz) oder für Roll-Empfindliche in SW-Lagen. Ich selbst blieb hier neun Tage länger als geplant: Vormittags Reparaturen mit Teilen aus der Ferretería Tomás, nachmittags Kaffee am Strand, abends grillten wir Doraden direkt am Boot. Als unser Anker endlich hochkam, war er mit feinstem Saharasand verklebt – ein Zeichen dafür, wie fest Arguineguín einen hält, wenn man ihm eine Chance gibt.
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