Ein Langkieler ist eine Segelyacht mit einem durchgehenden Kiel, der sich über die gesamte Rumpflänge vom Bug bis zum Heck erstreckt. Diese traditionelle Bauweise war bis in die 1960er Jahre Standard im Yachtbau. Langkieler zeichnen sich durch außergewöhnliche Seetüchtigkeit aus. Sie haben eine hohe Selbstaufrichtung nach einer Kenterung und liegen sehr ruhig im Wasser, selbst bei starkem Seegang. Das macht sie zu idealen Fahrtenyachten für Langstrecken und schwere Wetterbedingungen. Der Nachteil liegt in der großen benetzten Oberfläche des langen Kiels, die den Wasserwiderstand erhöht und das Boot langsamer macht als moderne Kurzkieler. Auch das Wenden dauert länger, da mehr Masse bewegt werden muss. Heute werden Langkieler kaum noch neu gebaut, da sich Kurzkieler mit separatem Ruderblatt durchgesetzt haben. Diese sind schneller und wendiger, können aber nicht die gleiche Stabilität bieten. Viele ältere Langkieler sind jedoch nach wie vor geschätzte Fahrtenyachten, besonders für Blauwassersegler, die Sicherheit und Komfort über Geschwindigkeit stellen.