Eine Flagge ist ein Stofftuch, das an Bord eines Schiffes gehisst wird. Flaggen dienen zur Kennzeichnung der Nationalität, zur Kommunikation oder als Signal. Die wichtigsten Flaggenarten an Bord: Nationale Flagge (Ensign): zeigt die Nationalität und Registrierung des Schiffes. Sie wird am Heck oder am Gaffelbaum geführt. Bei deutschen Schiffen ist dies die Bundesflagge. Yachten dürfen auch die Bundesdienstflagge führen, wenn sie Mitglied in einem anerkannten Segelverband sind.
Gastlandflagge (Courtesy Flag): wird beim Einlaufen in fremde Hoheitsgewässer an der Steuerbord-Saling gesetzt. Sie zeigt Respekt gegenüber dem besuchten Land und ist in vielen Ländern vorgeschrieben. Signalflaggen: das internationale Flaggenalphabet mit 26 Buchstaben-, 10 Ziffern- und 3 Hilfsflaggen. Jede Flagge hat eine Bedeutung und kann einzeln oder in Kombination gehisst werden. Die Signalflagge “Q” (gelb) bedeutet beispielsweise “Mein Schiff ist gesund, ich bitte um freie Verkehrserlaubnis”. Diese Flagge wird beim Einfahren in ein neues Hoheitsgebiet gesetzt bis das Schiff offziell in einem Hafen einklariert hat. Rennflaggen: bei Regatten signalisieren verschiedene Flaggen Start, Kursänderungen, Abbruch oder Disqualifikationen. Die wichtigsten sind die Vorbereitungsflaggen und die Startflagge. Flaggen werden bei Sonnenaufgang gesetzt und bei Sonnenuntergang eingeholt. Im Hafen oder vor Anker gehört das zum guten Ton der Flaggenetikette. Übrigens: In der Seefahrt spricht man von Flaggen, nicht von Fahnen. Eine kleine maritime Eselsbrücke dazu lautet: “Das Schiff hat eine Flagge, der Kapitän eine Fahne”. Womit bei letzterem meist der Alkoholpegel gemeint ist.