Der Sportbootführerschein (SBF), umgangssprachlich auch Bootsführerschein genannt, ist der amtliche und verpflichtende Nachweis für das Führen von Sportbooten in Deutschland. Er bescheinigt, dass der Inhaber über die erforderlichen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten zur sicheren Bootsführung verfügt. In Deutschland ist der SBF für Motorboote ab 15 PS (11,03 kW) Nutzleistung gesetzlich vorgeschrieben. Die Zuständigkeit liegt beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Prüfungen werden von den Prüfungsausschüssen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung durchgeführt.
Es gibt zwei amtliche Sportbootführerscheine: Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen): berechtigt zum Führen von Sportbooten auf Binnengewässern wie Flüssen, Seen und Kanälen innerhalb Deutschlands. Sportbootführerschein See (SBF See): berechtigt zum Führen von Sportbooten auf den Seeschifffahrtsstraßen (Küstengewässer bis 3 Seemeilen vor der Küste). Beide Führerscheine erfordern eine theoretische und praktische Prüfung. Die Theorie umfasst Navigation, Verkehrsregeln, Sicherheitsvorschriften und Schifffahrtsrecht. In der praktischen Prüfung werden Boothandling, Manöver und Sicherheitsmaßnahmen geprüft.
Der SBF kann gegen eine Gebühr in das International Certificate of Competence (ICC) umgewandelt werden, das die internationale Anerkennung in vielen europäischen Ländern ermöglicht. Darüber hinaus gibt es amtliche, aber freiwillige Befähigungsnachweise wie den Sportküstenschifferschein (SKS), Sportseeschifferschein (SSS) und Sporthochseeschifferschein (SHS). Diese sind für größere Yachten und weiterführende Seegebiete empfehlenswert. Zusätzlich bieten Segelverbände nicht-amtliche, freiwillige Scheine an, etwa den Jollenschein oder Katamaran-Schein. Diese dienen der Ausbildung, haben aber keine rechtliche Gültigkeit.