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Das Radarpatent: Alles zu Ausbildung, Prüfung & Kosten

Um auf Binnenschifffahrtsstraßen bei verminderter Sicht mit Hilfe eines Radargerätes ein Sportboot führen zu dürfen, brauchst Du ein zugelassenes Flussradar und ein Radarpatent. Was das genau für Dich bedeutet und ob es für Dich relevant ist, erfährst Du im Folgenden.
Übersicht

Alles auf einen Blick

  • 📍 Zweck: Berechtigung zum Führen von Booten bei unsichtigem Wetter (z.B. Schneefall) und Nacht unter ausschließlicher Nutzung des Radars.

  • 🗺️ Geltungsbereich: Binnenschifffahrtsstraßen (europaweit anerkannt).

  • 🪪 Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Besitz des Sportbootführerschein Binnen (oder ähnlichen Zulassungen) sowie des Funkzeugnisses UBI.

  • 📝 Prüfung: Theorieprüfung mit Multiple Choice & Praxisprüfung mit Radarfahrt.

  • 💶 Kosten: Gesamtaufwand ca. 950 € bis 1.150 € (inkl. Bootsschule und Prüfungsgebühren).

Radarpatent: Das musst Du wissen

Das Radarpatent (auch Radarschifferpatent oder Radarschifferzeugnis genannt) ist eine Berechtigung, die Dir erlaubt, ein Sportboot oder Schiff auf Binnenschifffahrtsstraßen zu steuern, wenn die Sicht so stark eingeschränkt ist, dass Du Dich ausschließlich auf das Radar verlassen musst.

Es wird erforderlich, wenn Du bei Nebel, Schneefall oder während der Nacht auf dem Wasser unterwegs bist und die visuelle Orientierung nicht mehr ausreicht. In solchen Fällen ersetzt das Radar die herkömmliche Navigation und ermöglicht Dir, Vorkommnisse frühzeitig zu erkennen und sicher zu navigieren.

Das Radarpatent gilt auf allen Binnengewässern, die für die Binnenschifffahrt von Bedeutung sind, und ist europaweit anerkannt

Gilt das Radarpatent auch in anderen Ländern? Ja, es ist europaweit anerkannt.

Gesetzlicher Hintergrund und rechtliche Vorschriften

Die rechtlichen Vorgaben für das Radarpatent sind grundsätzlich in der Binnenschiffspersonalverordnung (BinSchPersV) festgelegt. Diese Verordnung regelt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich sind, um das Radar sicher zu nutzen, und klärt darüber hinaus Aspekte wie die Anerkennung alter Patente (z.B. Wasserschutzpolizei oder alte Rheinpatente) in das moderne Radarpatent.

Generell darfst Du ein Radargerät an Bord haben und es auch bei guter Sicht auch. Das Radarpatent wird erst notwendig, wenn die Sicht so schlecht ist, dass Du Dich ausschließlich auf den Radar verlässt. Es handelt sich somit nicht nur um eine praktische Qualifikation, sondern eine gesetzliche Voraussetzung.

Kurzer Hinweis: Die BinSchPersV ist Gegenstand fortlaufender Anpassungen. Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, solltest Du Dich regelmäßig informieren. Die hier genannten Informationen befinden sich auf dem Stand vom 01/2026.

Wo finde ich die rechtlichen Vorgaben für das Radarpatent? Du findest sie in der Binnenschiffspersonalverordnung (BinSchPersV).

Brauche ich ein Radarpatent?

Für viele Freizeit-Skipper stellt sich die Frage, ob diese Qualifikation im Alltag überhaupt notwendig ist. Während es in der Berufsschifffahrt für ein Binnenschiff verpflichtend ist, hängt der Nutzen im privaten Bereich stark vom eigenen Fahrprofil, dem Fahrgebiet und der Technik an Bord Deines Bootes ab. Nicht jeder Bootsfahrer profitiert automatisch von dieser zusätzlichen Qualifikation.

Brauche ich das Radarpatent wirklich für mein Freizeitboot? Nur wenn Du bei schlechter Sicht (Nebel, Nacht) auf Binnenschifffahrtsstraßen fahren willst.

Ist das Radarpatent verpflichtend? Nein, das Radarpatent ist nur verpflichtend, wenn Du ausschließlich mit Radar fährst.

Wann machen ein Radar und ein Radarpatent Sinn?

Für Dich ist diese Qualifikation vor allem dann sinnvoll, wenn Du regelmäßig auf Binnenschifffahrtsstraßen unterwegs bist und dabei nicht ausschließlich auf gute Sichtverhältnisse angewiesen sein möchtest. Wer unabhängig von Tageszeit oder Wetter fahren will und auch bei eingeschränkter Sicht auf Flüssen oder Kanälen unterwegs ist, erweitert mit dem Radarpatent seinen Handlungsspielraum deutlich.

Gerade bei längeren Strecken, festen Zeitplänen oder häufigem Fahrbetrieb kann das Radarpatent eine sinnvolle Ergänzung sein. Es ermöglicht Dir, Fahrten nicht allein aus Vorsicht abbrechen oder verschieben zu müssen, sondern rechtlich abgesichert und mit der nötigen Ausbildung weiterzufahren. Viele Freizeitfahrer haben allerdings ohnehin nicht vor, bei schlechten Sichtverhältnissen zu fahren. 

Notwendigkeit eines Flussradars

Ein Radarpatent macht nur dann wirklich Sinn, wenn Dein Boot mit einem zugelassenen Flussradar ausgestattet ist. Ohne ein entsprechendes Radargerät an Bord kann das Patent praktisch nicht genutzt werden. Viele Sportboote verfügen jedoch nicht über ein Flussradar, da die Anschaffung und der Einbau mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.

Hinzu kommt, dass der sichere Umgang mit dem Radar regelmäßige Übung erfordert. Wer nur selten Zugriff auf ein Radargerät hat oder es nach der Ausbildung kaum nutzt, wird das Gelernte schnell wieder verlieren. In solchen Fällen steht der Aufwand für Ausbildung und Prüfung oft in keinem sinnvollen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.

Welche Voraussetzungen gelten für das Radarpatent?

Um die Berechtigung für Radarfahrten zu erwerben, musst Du bestimmte formale und fachliche Voraussetzungen erfüllen. Diese sind gesetzlich festgelegt und sollen sicherstellen, dass Radarfahrten nur von ausreichend qualifizierten Schiffsführern durchgeführt werden.

Kann ich unter 18 Jahren das Radarpatent machen? Nein, das Mindestalter beträgt 18 Jahre.

Brauche ich für das Radarpatent einen Bootsführerschein? Ja, Du benötigst den Sportbootführerschein Binnen oder vergleichbare.

Brauche ich für das Radarpatent einen Funkschein? Ja, Du benötigst den UBI-Funkschein.

Welche Unterlagen brauche ich für das Radarpatent?

Für die Anmeldung zur Ausbildung und spätestens zur Prüfung musst Du in der Regel folgende Unterlagen vorlegen:

  • Kopie Deines Sportbootführerscheins Binnen
    (oder eines gleichwertigen Patents)

  • Kopie des UBI-Funkzeugnisses

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass

  • Ein Passfoto

  • Ggf. ein ausgefüllter Antrag zur Prüfungszulassung

Welche Dokumente im Detail erforderlich sind, kann je nach Prüfungsstelle oder Bootsschule leicht variieren. Es empfiehlt sich daher, vorab bei der gewählten Bootsschule nachzufragen.

Ausbildung und Prüfung für das Radarschifferpatent

Die Ausbildung und Prüfung für das Radarpatent bereiten Dich gezielt darauf vor, ein Sportboot unter Radar sicher zu navigieren. Dabei geht es nicht nur um technische Grundlagen der Radaranlage, sondern vor allem um die sichere Interpretation des Radarbildes, die Einschätzung von Entfernungen und Längen anderer Schiffe und die richtige Entscheidungsfindung in anspruchsvollen Verkehrssituationen. Ausbildung und Prüfung bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, die beide erfolgreich absolviert werden müssen. Nur so erlangst Du Deine Erlaubnis.

Die Radarpatent-Ausbildung: Was erwartet Dich?

Die Ausbildung für das Radarpatent findet in der Regel in einer zugelassenen Bootsschule statt. Sie vermittelt Dir die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die sichere Navigation eines Fahrzeugs unter Radar erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem der Aufbau und die Funktionsweise von Radargeräten, die Interpretation von Radarbildern sowie die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf der praktischen Anwendung. Für die Prüfung lernst Du, typische Verkehrssituationen auf Binnengewässern zu erkennen, Entfernungen und Bewegungen richtig einzuschätzen und frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ziel der Ausbildung ist es, Dich auf reale Radarfahrten vorzubereiten und Dir die nötige Sicherheit im Umgang mit dem Gerät zu vermitteln. Du, der Prüfling muss dabei eine mindestens ausreichende Leistung in zwei Themenbereichen absolvieren.

Die Befähigungsstandards für das Führen von Fahrzeugen unter Radar, also die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die Du benötigst, sind dabei in der Anlage 13 zu § 41 Absatz 2 der Binnenschiffspersonalverordnung (BinSchPersV) definiert. Ein kurzer Blick in diese ist empfehlenswert.

Brauche ich für das Radarpatent eine Prüfung? Ja, für das Radarpatent musst Du eine theoretische und eine praktische Prüfung absolvieren.

Radarpatent Theorieprüfung

Die Theorieprüfung für das Radarpatent wird im Multiple-Choice-Verfahren durchgeführt. Sie umfasst insgesamt 50 Fragen, von denen mindestens 60 % richtig beantwortet werden müssen, um zu bestehen. Jede Frage bietet drei Antwortmöglichkeiten, wobei jeweils nur eine Antwort korrekt ist.

Inhaltlich deckt die Theorieprüfung Themen wie Radartechnik, Radarauswertung, Radarsignale sowie Kursabsprachen und Funksprüche ab. Geprüft wird, ob Du die technischen und nautischen Grundlagen verstanden hast und in der Lage bist, Radarinformationen korrekt einzuordnen und sicherheitsrelevante Entscheidungen zu treffen. Eine gute Vorbereitung der Theorie ist hier also sehr wichtig!

Radarpatent Praktische Prüfung

In der praktischen Prüfung führst Du eine Radarfahrt unter realistischen Bedingungen durch. Dabei befindest Du Dich in einem abgedunkelten Bereich des Steuerhauses und arbeitest ausschließlich mit dem Radargerät. Deine Aufgabe ist es, das Radar korrekt einzustellen, das Radarbild richtig zu interpretieren und dem Rudergänger klare und eindeutige Kommandos zu geben. Als Prüfling bist Du dabei immer der aktive Steuermann.

Während der Praxisprüfung werden typische Fahrsituationen auf Binnenschifffahrtsstraßen überprüft. Typische Szenarien sind:

  • Fahrten zu Berg und zu Tal

  • das Begegnen und Überholen anderer Verkehrsteilnehmer

  • das Wenden, das Anlegen und Ablegen, auch in Häfen

  • Verhalten bei Störungen am Radargerät

Bewertet wird dabei nicht nur die technische Bedienung des Radars, sondern auch Deine Übersicht, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit.

Kosten des Radarpatents

Für die Ausbildung zum Radarpatent fallen bei den meisten Bootsschulen zwischen 800 € und 1.000 € an. In diesem Preis sind in der Regel der theoretische Unterricht, praktische Fahrstunden sowie die Nutzung des Radargeräts während der Ausbildung enthalten.

Zusätzlich kommen Prüfungsgebühren von etwa 150 € hinzu. Insgesamt solltest Du also mit einem Gesamtaufwand von rund 950 € bis 1.150 € rechnen. Je nach Bootsschule, Revier und Umfang der praktischen Ausbildung kann die Summe im Einzelfall etwas variieren.

Was kostet das Radarpatent? Insgesamt ca. 950–1.150 €, inkl. Unterricht, Praxis und Prüfungsgebühren.

Fazit: Lohnt sich das Radarpatent?

Unterm Strich gilt: Das Radarpatent ist eine wertvolle Zusatzqualifikation für Sportbootfahrer mit entsprechendem Fahrprofil – für viele Hobby-Bootsfahrer bleibt es jedoch eine optionale, aber nicht zwingend notwendige Erweiterung.

Sinnvoll ist das Radarpatent vor allem unter zwei Bedingungen:

  1. Du möchtest unabhängig von Wetter und Tageszeit fahren und bist regelmäßig bei Nacht oder Nebel auf Flüssen, Kanälen und anderen Binnengewässern unterwegs.

  2. Du bist Inhaber eines Bootes mit zugelassenem Flussradar, das Du auch regelmäßig nutzen kannst.

Gleichzeitig solltest Du bedenken, dass der sichere Umgang mit dem Radar regelmäßige Übung erfordert. Die Fähigkeit, Radarbilder richtig zu deuten und angemessen zu reagieren, entwickelt sich nur durch kontinuierliche Anwendung. Besitzt Dein Boot kein Radargerät oder nutzt Du es nur sehr selten, steht der vergleichsweise hohe Geld- und Zeitaufwand oft in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen.

Du willst die See und Gewässer unsicher machen und Dir fehlt der Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) oder der UBI-Funkschein? Auf unserer Website findest Du alles, was Du wissen musst.

Bevor es an spezialisierte Themen wie Radar geht, brauchst Du die richtige Basis. Bei Bootsschule1 kannst Du den SBF See, den SBF Binnen sowie weitere Bootsführerscheine flexibel und in Deinem Tempo absolvieren!

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Prüfungsgebühren

Für die Prüfung Deiner Fähigkeiten wird eine Prüfungsgebühr vom  zuständigen Prüfungsausschuss erhoben.

Es fallen folgende Gebühren an:
SBF See Einzeln 148,38 €
SBF Binnen Einzeln 130,78 €
SBF See und Binnen 178,61 €

Die zusätzlichen Kosten für die Prüfungsfahrt übernehmen wir für Dich. Dies beinhaltet die Bereitstellung eines Bootes und eines Fahrlehrers. Du erhältst von uns rechtzeitig vor Deiner Prüfung nochmals Informationen bezüglich der Prüfungsgebühren.