Die Aberration bezeichnet in der Astronomie und Navigation die scheinbare Ortsveränderung eines Gestirns. Sie entsteht unter anderem durch die Bewegung der Erde und die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts.
Was bedeutet Aberration in der Schifffahrt?
In der Schifffahrt spielt die Aberration vor allem bei der astronomischen Navigation eine Rolle. Wer die Position eines Schiffes mithilfe von Sonne, Mond, Planeten oder Sternen bestimmt, muss deren scheinbare Position am Himmel möglichst genau kennen.
Durch die Aberration weicht der beobachtete Ort eines Gestirns leicht von seiner tatsächlichen geometrischen Position ab. Für einfache Navigationszwecke ist diese Abweichung meist gering. Bei sehr genauer astronomischer Navigation kann sie jedoch berücksichtigt werden.
Warum ist Aberration für die Navigation wichtig?
Bei der astronomischen Navigation werden Gestirne mit dem Sextanten beobachtet und anschließend mithilfe nautischer Tabellen ausgewertet. Damit aus der Beobachtung eine möglichst genaue Standortbestimmung entstehen kann, müssen verschiedene Korrekturen berücksichtigt werden.
Dazu zählen zum Beispiel Refraktion, Parallaxe, die Höhe des Auges über dem Wasserspiegel und je nach Rechenweg auch astronomische Korrekturen wie die Aberration. In modernen nautischen Jahrbüchern und digitalen Navigationshilfen sind viele dieser Einflüsse bereits eingerechnet.
Wird Aberration in der Praxis berücksichtigt?
In der praktischen Sportschifffahrt wird die Aberration meist nicht einzeln berechnet. Wer mit aktuellen nautischen Unterlagen, Sextant, GPS oder elektronischer Navigation arbeitet, nutzt in der Regel bereits korrigierte Daten oder Verfahren.
Trotzdem ist der Begriff wichtig, um die Grundlagen der astronomischen Navigation besser zu verstehen. Er zeigt, dass die scheinbare Position eines Gestirns am Himmel nicht immer exakt seiner tatsächlichen Position entspricht.
