Sichere Ansteuerung der Cala Saona
Die Cala Saona öffnet sich nach West-Südwest; wer von Ibiza oder der nördlichen Formentera-Küste kommt, peilt die flache Sandbank Punta Roba an und hält dann grob Kurs 080 °. Einen markanten Leuchtturm gibt es nicht, Orientierung bieten die rötlich-weißen Steilwände auf beiden Seiten der Einfahrt. Die Bucht ist frei von Untiefen, doch zu Saisonzeiten liegen oft unbeleuchtete Ausflugs- und Tauchbojen quer im Anlauf – Deckswache bleibt Pflicht, besonders bei Nacht. Ein elektronisches Hindernis verlangt Aufmerksamkeit: Zwischen Cala Saona und Punta Pedrera liegen mehrere Posidonia-Schutzbojen, die in der offiziellen Navionics-Layer als „Zona de Fondeo Restringido“ ausgewiesen sind. Wer nach Einbruch der Dunkelheit kommt, sollte eng auf den Track zoomen, um nicht in eine Sperrboje hineinzufahren.
Cala Saona: Ankern im Naturschutzgebiet
Der Grund fällt gleichmäßig von zwei Metern am Rand der Schwimmbereich-Leinen auf gut zwölf Meter in der Mitte ab, überwiegend feiner Sand mit hervorragender Haltekraft. Voraussetzung: Das Eisen landet wirklich auf Sand. Die Bucht ist Teil des Posidonia-Rasens, der seit 2023 streng überwacht wird; Taucher der balearischen Umweltbehörde kontrollieren per Schlauchboot, ob Kette oder Anker auf Seegras liegen. Wer erwischt wird, erhält eine freundliche, aber bestimmte Aufforderung zum Verlegen – im Wiederholungsfall eine saftige Geldstrafe. Bei ruhigem Sommerwetter bietet Cala Saona exzellenten Schutz vor den vorherrschenden Ost- und Nordostbrisen. Setzt jedoch abends ein thermischer West ein, rollt sofort Dünung herein. Faustregel der Locals: Wenn Ibiza-Stadt gegen 18 Uhr über 15 kn West meldet, bereitet man vorsichtshalber den Absprung Richtung Südostküste oder verholt in die tiefe Rada von Estany des Peix.
Minimalistisch anlegen in Cala Saona
Dinghy-Landen ist unkompliziert: Westlich des Hauptstrandes mündet eine schmale Rampe zwischen zwei Fischerhütten. Selbst bei leichtem Schwell liegt das Beiboot dort in der Prickelzone statt in der Brandung. Trinkwasser, Diesel oder große Einkäufe bekommt man hier nicht; Cala Saona ist bewusst minimalistisch. Der nächstgelegene Supermarkt liegt in Sant Francesc (6 km), mit dem E-Scooter oder Taxi erreichbar. Müll nimmt man am besten wieder mit an Bord und entsorgt ihn später im Hafen von La Savina – offene Tonnen sucht man am Strand vergeblich.
Glühende Klippen und Unterwasser-Paradies
Geologisch prägen rötliche Sandsteinklippen die Bucht – sie glühen besonders spektakulär bei Sonnenuntergang. Unter Wasser wartet ein Hotspot der Artenvielfalt: Zwischen Seegras und Sand tummeln sich Helmschnecken, Brassenschwärme und im Juni sogar vereinzelte Rochen. Dank der Posidonia-Filterung liegt die Sicht oft bei 20 Metern. Wer morgens mit dem SUP an der Nordwand entlanggleitet, hört das leise Knacken der Seegrasschwerter und sieht im türkisfarbenen Licht kleine Sepien jagen. An Land lohnt ein zehnminütiger Fußweg auf die nördliche Klippe; von dort reicht der Blick bis zu den Es Vedrà-Felsen vor Ibiza. Hinter dem Strand beginnt ein niedriger Kieferngürtel – perfekt für Hängematte und Buch.
Cala Saona: Mediterraner Rückzugsort für Crews
Cala Saona ist kein Versorger-Stop, sondern ein mediterraner Rohdiamant: glasklares Wasser, spektakuläre Farben, null Infrastruktur. Gerade das macht die Bucht zum Lieblingsplatz vieler Langfahrt-Crews, die zwischen Balearen und Festland pendeln. Ideal für Tages- und Übernacht-Ankerungen bei Ostlage Schnorchler und SUP-Paddler, die karibische Optik suchen Crews, die bereit sind, ihre Bordreserven zu nutzen und ihren Müll wieder mitzunehmen Weniger geeignet bei West- oder Südwestwind über 15 kn Proviant- oder Dieselknappheit an Bord Chartercrews ohne Ankererfahrung – Posidonia-Kontrollen sind streng Mein persönlicher Höhepunkt war ein Frühsport-Schnorchel um 07:30: Das Licht fiel wie flüssiges Silber durch das Wasser, und plötzlich zog ein kleiner Delfin an der Ankerkette vorbei – neugierig, lautlos, ganz nah. In diesem Moment war Cala Saona nicht nur eine Postkartenbucht, sondern ein intimer Naturraum. Wer solche Augenblicke schätzt, wird die Posidonia respektieren – und Cala Saona als unvergesslichen Liegeplatz in seine Logge eintragen.
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