Palmas Hafen: Sichere Einfahrt, starke Winde
Der Hafen liegt an der Südost-Ecke der Bahía de Palma bei etwa 39 °30,8′ N / 02 °45,8′ E. Von Westen folgt man dem befeuerten Großfahrwasser der Hauptstadt bis Höhe der grünen Tonne „PP 4“. Danach 090 ° am Rand der Sperrzone des Flughafens entlang – der rot-weiße Radarturm auf „Cala Blava“ dient als perfektes Richtzeichen. Die Einfahrt ist nachts gut befeuert (Iso 4 s grün / rot), tagsüber erkennt man sie an den beiden 30 m langen Wellenbrechern und am weiß getünchten Clubhaus. Tiefen im Vorhafen 4–5 m, in der Einfahrt minimum 3 m. Starker Embat (thermischer Südwest ab 13 Uhr) kann quer bis 2 kn setzen; also lieber mit etwas Fahrt hineingleiten, Groß vorher bergen, Fender tief hängen. Tiden gibt es faktisch nicht, Strömung nur bei Starkwind aus Süd.
Sichere Liegeplätze in geschützter Marina
Freies Ankern ist in der Bucht erlaubt, aber nur bei ruhigem Wetter empfehlenswert. Südliche Dünung rollt erstaunlich weit hinein, und der Untergrund wechselt zwischen Sand und felsigen Platten. Viel entspannter liegt man in der Marina: Liegeplätze ≈ 640; für Gäste 20 m-Boxen mit Muringleinen. Tiefe 3,0–4,5 m in allen Gassen. Schutz exzellent gegen West bis Nordost; Südost bringt leichten Schwell ins Außenbecken, verschwindet aber hinter den Gegenmolen. Während unseres dreitägigen Aufenthalts blies ein 28-kn-Südwest, draußen weiße Kämme – innen schlief das Boot wie im Ententeich.
Komfortabler Hafen mit Top-Service-Infrastruktur
Am Kopfsteg sitzt das 24-h-Hafenbüro. Einchecken dauert kaum zehn Minuten: Schiffspapiere, Personalausweis, Kreditkarte – fertig. Preise (2025): 45 €/Nacht für 12 m inklusive Strom (16 A), Wasser, WLAN, Duschen. Sanitär & Wäsche – moderne Anlagen, Chipkarte, Waschmaschine 4 €, Trockner 3 €. Diesel/Benzin – Tankponton an der Südmole, 07–21 Uhr kartentauglich. Pump-out – feste Absaugstation an der Tankpier, kostenlos. Werft – 80-t-Travel-Lift, Mastkran, Motor- und Elektronikservice; Segelmacherei am Nordende. Lebensmittel – Supermercado „Eroski“ 300 m, täglich 08-22 Uhr; morgens kommt der Club-Bäcker mit „Ensaimadas“ an den Steg. Müll – sortenrein an jedem Stegkopf; Altölbehälter an der Werft. ÖPNV – Bus A2 im 15-Minuten-Takt zum Flughafen (15 Min.).
Arenal: Naturerlebnisse neben der Partymeile
Arenal ist Mallorcas berüchtigte Partymeile – verlässt man jedoch die erste Strandreihe, entdeckt man schnell andere Facetten. Nördlich des Hafens beginnt ein Dünenpark, in dem Wacholder, Mönchspfeffer und Atlantische Kiefern zwischen alten Bunkern wachsen. Am frühen Vormittag kann man dort Haubenlerchen beobachten, bevor die Jogger kommen. Unter Wasser herrscht überraschend gutes Schnorchelambiente: Klarer Sandgrund mit Posidonia-Wiesen, in denen Seepferdchen und Kaurischnecken leben. Südlich der Einfahrt liegt auf 12 m das Wrack eines kleinen Fischkutters – Freitaucher erreichen es problemlos; Sicht 10–15 m. Wer ins Hinterland will, mietet im Clubhaus ein E-Bike und radelt 20 Minuten zur Steilküste Cap Enderrocat: Lavendelpads, Schwalbenschwanz-Schmetterlinge, grandiose Blicke auf die Bahía. Abends empfiehlt sich trotz berüchtigtem „Ballermann-Klischee“ ein Tapas-Bummel durch das alte Dorf S’Arenal oberhalb des Marktplatzes – erstaunlich authentisch, mit gegrillter Dorade und Pa amb Oli zum Dorfflur-Preis.
Club Nàutic Arenal: Perfekter Sprungbrett-Hafen
Club Nàutic Arenal überrascht. Hinter der touristischen Fassade liegt eine sehr ordentlich geführte, vergleichsweise günstige Marina mit perfekter Anbindung und Rundum-Service. Pluspunkte Tiefen, Muringleinen, Travellift – also keine Hafenlotterie wie in Palma. Beste Infrastruktur: Supermarkt, Bus zum Airport, Segelmacher, Diesel, Pump-out – alles in Flip-Flop-Distanz. Abends ruhiger als erwartet – Partylärm verläuft sich in der Strandzeile, Stege liegen 200 m dahinter. Minuspunkte Charterflotte wechselt freitags – zwischen 11 und 16 Uhr Hafenmanöver-Kino. Leichter Schwell bei hartem Südost; dann längere Springs ausbringen. Wasserqualität im Hochsommer wegen Badeboot-Diesel leicht ölig – Früh- oder Spätsaison ist klarer. Geeignet für Blauwasser-Crews zum letzten Refit vor Atlantik oder Mittelmeer-Ost. Familien dank flachem Strand und kurzer Wege. Regatta-Segler – das CNA richtet viele Events aus; Atmosphäre sportlich, aber gelassen. Weniger geeignet Ruhesuchende, die Vogelgezwitscher statt Disko hören wollen – dann lieber nach Cabrera ausweichen. Boote > 25 m; Kapazität ist begrenzt, vorher per Mail anfragen. Praxis-Tipp: Vor 11 Uhr einlaufen, wenn die Chartercrews noch am Frühstücksbuffet sitzen; am äußeren Steg D liegen – besserer Windzug, kurzer Weg zur Tankstelle. Ein Sundowner oben auf der Clubterrasse lohnt allein wegen des Blicks auf die rosafarbene Kathedrale von Palma. Spätestens dann versteht man, dass Arenal mehr ist als „Ballermann“ – es ist ein vollwertiger, perfekt gelegener Sprungbrett-Hafen mitten im Westmittelmeer.
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