Ansteuerung von Sant Antoni Hafen
Der Hafeneingang (38 ⁰ 58,7′ N / 01 ⁰ 18,7′ E) liegt an der Südost-Ecke der Bucht. Von Westen kommend hält man zunächst Kurs auf den schlanken Betonleuchtturm am Südmolenkopf (Fl.R.5 s) und biegt in rund vier Metern Wassertiefe zwischen den Molenköpfen ein. Die weite Bucht selbst ist tief und frei von Riffen; nur das Flach „Punta Sa Galera“ nördlich der Einfahrt verlangt 100 m Abstand. Bei Nacht hilft das starke Stadtlicht zusätzlich; bei sommerlichem Seebrise-West steht jedoch leichter Querschwell in der Bocana – mit etwas Gas bleibt das Manöver entspannt. Innerhalb der Hafenmauern meldet man sich auf VHF 09 („Port de Sant Antoni“ oder „Es Nàutic“) und folgt dem Schlauchboot bis zur zugewiesenen Box. Achtung auf Jetski‐Shuttle und Taxiboote, die kreuz und quer auslaufen, sobald der Sonnenuntergang beginnt.
Sicherer Hafen und Ankerplätze in Sant Antoni
Sant Antoni bietet gut 600 Liegeplätze, verteilt auf das öffentliche Ports IB‐Becken und den privaten Club Nàutic Es Nàutic. Wassertiefen innerhalb der Stege betragen 3 – 5 m; alle Gästeboxen sind mit Doppel-Mooringleinen ausgestattet, Fingerstege an den Außenpontons erleichtern das Anlegen. Die Bucht ist nach Süden und Osten perfekt geschützt, offen bleibt sie nur für starken Nordwest, der im Winter Dünung hereinträgt. Im Sommer liegt man selbst bei 25-kn‐Poniente ruhig. Freies Ankern ist im inneren Halbkreis inzwischen stark reguliert: Die flächendeckenden Posidonia-Wiesen sind geschützt; Ankern ist nur noch auf klaren Sandflecken erlaubt – dunkle, grüne Zonen unbedingt meiden, sonst drohen empfindliche Bußgelder. Wer keinen Platz im Hafen findet, steuert daher meist den offiziellen Ankerstreifen vor „Playa Es Pouet“ an (5 – 7 m auf Sand), meldet sich beim Posidonia-Patrol-Boot und lässt sich eine Freigabe erteilen.
Umfassende Marina-Services in Ibiza 2025
Gebühren (2025): Im Ports IB-Teil ab ca. 2,80 €/m Nebensaison, 4,80 €/m Juli/August; im Club Nàutic rund 15 % teurer, dafür sind Fitness-Studio, Pool und Member-Lounge inklusive. Strom (16 – 63 A), Wasser und schnelles WLAN sind überall im Tarif enthalten. Treibstoff: Zwei Tankstellen – eine direkt am Hafeneingang an der Außenpier, die zweite hinter dem Clubhaus. Werft & Service: 20-t-Travel-Lift, 4-t-Mastkran, Segelmacher, Volvo-Penta-Stützpunkt (VHF 71) und mehrere Chandlery-Shops am Passeig de la Mar. Proviant: Mercadona-Supermarkt 400 m östlich, jeden Abend Street-Food-Market an der Hafenpromenade. Entsorgung: Mülltrennung an jedem Steg; Altöl-Container und Fäkal-Pump-Out neben der Werftrampe. Vom Beiboot-Dock dauert es fünf Gehminuten bis zur Bushaltestelle „Estació d’Autobusos“, von der halbstündlich Busse nach Ibiza-Stadt (30 min) und zum Flughafen fahren.
Naturerlebnis und Kultur in Ibiza-Bucht
Trotz Party-Ruhm wartet die Bucht mit beeindruckender Natur auf: Gleich westlich beginnt das Meeresschutzgebiet „Illots de Ponent“. Bei ruhigem Wetter gleitet man in 15 Minuten mit dem Dinghy zum Schnorchelspot „Isla Conejera“ – 25 m Sicht, Barrakudaschwärme, manchmal sogar Mondfische. An Land locken die Sonnenuntergangs-Ikonen Café del Mar und Mambo – Segler genießen den Drink aber genauso gut vom eigenen Vorschiff: Die Sonne versinkt genau in der Hafeneinfahrt. Für einen kulturellen Kontrast lohnt ein Mietwagenausflug zum prähistorischen Siedlungshügel „Sa Capelleta“ (12 km). Wanderer starten direkt hinter der Marina zu einem 8-km‐Küstenpfad über Pinienwälder zur Bucht „Cala Salada“.
Sant Antoni: Quirliges Zentrum mit Charme
Sant Antoni de Portmany ist kein verschlafener Fischerhafen, sondern ein quirliges Drehkreuz an Ibizas Westküste – mit der Infrastruktur einer Großmarina, dem Charme eines Sonnenuntergangs-Spots und gleichzeitig erstaunlich gutem Schwellschutz. Geeignet für Crews auf West-Med-Transit, die vor oder nach der Straße von Gibraltar ein paar Tage Energie tanken wollen. Familien: flacher Stadtstrand, Supermarkt und Ärzte in Laufnähe. Technik-Jäger: Ersatzteilversorgung und Travel-Lift direkt am Steg. Weniger passend für Ruhesuchende im Hochsommer – Musik dringt bis nach Mitternacht ins Cockpit. Segelyachten mit Tiefe > 5 m; die Boxen und die Ankerbucht bieten dafür kaum Spielraum. Mein persönliches Highlight blieb der Morgen nach der Partynacht: Kaum war die Musik verstummt, spiegelte sich ein butterweicher Sonnenaufgang im ruhigen Hafenwasser, Delfine zogen vor der Mole vorbei – und in diesem Moment realisierte ich, dass Ibizas Seele aus mehr besteht als Beats und Bars. Sant Antoni zeigt beides: ausgelassene Nächte und eine überraschend stille, naturverbundene Seite – man muss nur die Augen (und manchmal die Ohren) offenhalten.
Community's Meinung