Sichere Einfahrt nach Laboe erleben
Aus Westen führt das tief ausgebaggerte Hauptfahrwasser der Kieler Förde direkt bis vor die Mole von Laboe. Man hält sich östlich der Fahrwasserachse, passiert die rot befeuerte “Stein”-Tonne und steuert anschließend das rote Molenlicht Fl.R.5 s an. Die Einfahrt ist rund 45 m breit und vier Meter tief; Richtfeuer oder Untiefen gibt es nicht, dafür querenden Fähr- und Lotsenverkehr. Nachts hilft das starke Stadt- und Ehrenmal-Licht, doch ab Windstärke 6 aus Nord-Ost steht kurzer Kabbelschwell quer vor der Mole – ein handbreit mehr Gas sorgt für Kontrolle. Im Innenbecken geht es im 90°-Winkel nach Backbord zu den Gaststegen; ein grünes/rotes Schild am Dalben zeigt an, ob eine Box frei ist.
Geschützter Yachthafen Laboe mit 375 Plätzen
Der kommunale Yachthafen Laboe bietet an zwölf Stegen rund 375 Liegeplätze für Boote bis 25 m Länge, 5 m Breite und 4 m Tiefgang. Alle Plätze verfügen über feste Heckpfähle oder Schwimmbojen und sind gegen jeden Windwinkel von hohen Steinmolen abgedeckt. Erst bei kräftigem Nord-Ost tasten sich kurze Kabbelwellen bis in den äußeren Schlauch; innen bleibt es nahezu spiegelsicher. Ankern vor dem Strand ist seit 2022 untersagt, um Seegraswiesen zu schützen; ausweichend bekommt man im Vorhafen auf Schlengel 14 meist noch einen Längslieger.
Hafen Laboe: Komfort & Service für Segler
Gebühren (2025): laut Hafensatzung 3,10 € je Meter in der Hochsaison (ein 10-m-Boot zahlt 31 €); Strom, Wasser, WLAN und Duschen inklusive. Infrastruktur: 16-A-Stromsäulen, Trinkwasser an jedem Steg, Fäkal-Absaugstation, Dieselzapfsäule an Steg 2, Altöl- und Batteriesammelstelle hinter der Slipbahn. Service & Technik: 40-t-Travel-Lift bei Schiffswerft Laboe/Baltic Bay (300 m), Segelmacher, Yachtelektriker und Riggservice direkt im Areal. Proviant & Gastronomie: Edeka und Bäcker fünf Gehminuten, „Fischküche Laboe“ am Hafenvorplatz (Legendär: Scholle Finkenwerder Art); jeden Donnerstag Abendmarkt mit Direktvermarktern. ÖPNV: Förde-Fähre FG 1 stündlich nach Kiel-Innenstadt (30 min), Buslinie 100 nach Schönberg.
Laboe: Naturparadies und Marinegeschichte
Laboe liegt am Rand des ältesten deutschen Seegrasschutzgebietes; an windstillen Tagen ziehen Schwärme kleiner Seenadeln unter dem Steg entlang. Auf dem 2 km langen Feinsandstrand tummeln sich im Sommer Kiter und SUP-Paddler, im Frühjahr brüten Brand- und Lachmöwen in den angrenzenden Salzwiesen. Ein 15-minütiger Spaziergang führt zum Marine-Ehrenmal: Von der Aussichtsplattform in 85 m Höhe reicht der Blick über die Förde bis Fehmarn. Direkt davor liegt das Museums-U-Boot U 995, ein Stahlkoloss zum Durchkriechen und Anfassen. Wer das Grün sucht, radelt zehn Minuten zum Naturschutzgebiet „Bottsand“ – eine Nehrung mit Seehunden, Strandastern und einer der letzten Primärdünen Schleswig-Holsteins. Unter Wasser herrscht Ostsee-typische Sicht (1-3 m), doch Schnorchler entdecken an den Molenköpfen farbenfrohe Seenelken und gelegentlich Ostseeschollen.
Laboe: Perfekter Boxenstopp mit Flair
Laboe ist kein einsamer Naturhafen, sondern eine perfekt organisierte Drehscheibe zwischen NOK, Lübecker Bucht und dänischer Südsee. Pluspunkte Rundum-Schutz, Tiefgang bis 4 m – auch für Dickschiffe. Vollausstattung von Diesel bis Travellift innerhalb von 300 m. Strand, Fischbude und Kultur (Ehrenmal, U 995) direkt vorm Bug. Minuspunkte Hohe Liegegebühren im Ostsee-Vergleich. In Starkwind-Nordost rollen leichte Schwellzüge bis zum äußeren Gästesteg. Für Langfahrt-Crews ist Laboe perfekter Boxenstopp vor dem NOK-Tor; Familien schätzen Strandnähe und U-Boot-Abenteuer; Regatta-Teams finden einen Slip und schnelle Förde-Trainingsreviere. Mein persönliches Highlight? Der Blick von der Stegkante auf eine glutrote Abendsonne, während ein Containerriese unter Schlepperbegleitung in die Förde gleitet – maritime Großbühne, bei der Laboe erste Reihe sitzt.
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