Einfahrt Algeciras: Sicherer Zugang beschreiben
Offizielle Koordinate der Hafeneinfahrt: 36 ° 09,5′ N / 05 ° 21,5′ W. Von Südosten folgt man dem befeuerten Großschiffsfahrwasser durch die Bahía de Algeciras, passiert das rote Molenlicht an der Südmole (Fl.R.5s) an Steuerbord und schwenkt auf Kurs 030 ° zwischen die beiden Wellenbrecher. Die Rinne ist ausgebaggert (≥ 6 m), Strömung entsteht nur durch den Tiden-Sog der Meerenge; bei Levante kann aber Schwell in die Bocana laufen. Nachtansteuerungen sind dank starker Hafenbeleuchtung unproblematisch. VHF-Kontakt: “Alcaidesa Marina” Kanal 09 – ein Schlauchboot lotst bis zum Liegeplatz. Wer weiter in die Straße von Gibraltar will, plant den Absprung so, dass er Tarifa etwa sechs Stunden nach Hochwasser Gibraltar erreicht und den 3 kn West-Strom mitnimmt.
Sichere Liegeplätze in Alcaidesa Marina
Alcaidesa Marina bietet 624 Schwimmplätze bis 90 m Länge, 4–5 m Tiefe; alle Boxen verfügen über Doppel-Mooringleinen, die Außenstege über Finger. Die Hafenbecken liegen tief hinter massiven Molen – selbst stürmischer Levante erzeugt nur ein leises Schaukeln. Skipper berichten eher vom Pfeifen im Rigg als von echtem Rollschwell. Ankern in der Bucht ist wegen Verkehr, Ankerveto der Hafenbehörde und dichtem Muschelboden nicht empfohlen. Für ein Not-Ausweichmanöver taugt allenfalls der Sandfleck östlich des Club-Náutico, doch auch dort herrschen Fallwinde vom Rock.
Voll ausgestattete Marina an Gibraltar
Liegegebühren 2025: ca. 2,70 €/m Nebensaison | 4,50 €/m Hochsommer, Strom (16–63 A), Wasser und Hochgeschwindigkeits-WLAN inklusive. Der 2023 erweiterte 160-t-Travelift stemmt sogar 24-m-Kats; dazu kommen Rigg-Service, Segelmacher und ein steuerfreier Chandlery gleich hinter dem Gate. Diesel gibt es 24/7 an der Tanksäule, Propangas im Industriegebiet (1 km). Ein großer Mercadona-Supermarkt liegt zehn Gehminuten entfernt; für britische „Commodities“ sind es fünf Minuten zu Fuß über die Grenzlinie nach Gibraltar. Müll- und Altölcontainer stehen sortenrein am Werfttor. Durch die Genehmigung des Blue-Flag-Umweltlabels im 15. Jahr sind Recycling und Pump-Out streng geregelt.
Naturpark, Delfine und Mittelmeerblick
Hinter dem Hafenstrand beginnt der Naturpark Doñana del Estrecho – Salzwiesen, in denen Flamingos und Stelzenläufer zwischen Kabeltonnen patrouillieren. Die Bucht gilt zudem als Hotspot für Kurz- und Langschnauzen-Delfine; ab Mai kreuzen täglich Whale-Watching-RIBs direkt vor dem Außensteg. Wer trockenen Fußes hoch hinaus will, marschiert über die Flughafen-Rollbahn und steigt den „Mediterranean Steps“ (1 h) zum Felsplateau – oben warten Berberaffen, 300-m-Klippen und bei klarer Luft ein Panorama bis Atlasgebirge. Unter Wasser herrschen im Sommer 18–20 °C und 8–10 m Sicht; Apnoe-Freunde schnorcheln an der Mauer des historischen Fort San Felipe nach Oktopussen.
La Línea: Schaltstelle zwischen zwei Welten
La Línea ist kein idyllischer Fischerhafen, sondern das multifunktionale Drehkreuz am Tor zum Atlantik: Langfahrt-Crews lagern hier steuergünstig Proviant, warten im Schwellschutz auf das richtige Wetterfenster nach Madeira oder zu den Balearen. Technik-Jäger finden Ersatzteile, 160-t-Lift und Steuer-frei-Shopping in Gehweite. Landratten erkunden zu Fuß zwei Kulturen – Andalusien und britisches Gibraltar – in einem halben Tag. Wer hingegen stilles Ankern und stockdunkle Nächte sucht, wird den Licht- und Verkehrsteppich der Bucht weniger mögen. Mir persönlich gefiel genau dieser Kontrast: Nachts spiegelte sich das Grün der Startbahnbeleuchtung im reglosen Hafenwasser, während im Hintergrund die Nebelhörner von Bulkern und das leise Quietschen der Affen vom Upper Rock zusammentrafen – eine Symphonie, die jeden Törn zwischen Mittelmeer und Atlantik würdig einläutet.
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