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Isla de Tabarca

Tabarca

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Tabarca: Geschützte Mittelmeeridylle vor Santa Pola

Einleitung

Kurz hinter Santa Pola lugt plötzlich ein flacher, ockerfarbener Grat aus dem Dunst: Illa de Tabarca, kaum zwei Kilometer lang, aber von einem türkis leuchtenden Saum umgeben. Als wir unter gerefftem Groß von Süden heranlaufen, verschwinden die Geräusche des Festlands – stattdessen dringt Möwengeschrei und das Knattern einer alten Fischerpinasse herüber. Die Wehrmauern des 18. Jahrhunderts glänzen honiggelb in der Nachmittagssonne, hinter dem Ort reckt sich ein einzelner Glockenturm. Gleich daneben blitzt der weiße Leuchtturm, und im glasklaren Wasser schimmern die Sandzungen wie Scheinwerfer­­kegel. Schon vor dem Fallen des Ankers ist klar: Dieser Platz kombiniert mediterrane Postkartenidylle mit strengem Naturschutz.

Merkmale

Hier findest Du die Bedingungen, die Du am Ankerplatz Tabarca vorfinden wirst

Ankergrund

An dem Ankerplatz Tabarca findest Du folgende Arten von Ankergründen

Weißes Boot „ALGA“ ankert vor felsiger Küste im Mittelmeer; dahinter Stadt und Gebirge unter klarem Himmel.

Idyllisches Halbtagestörn-Gewimmel bei Tabarca

Tabarca liegt nur zwei Seemeilen außerhalb des Cap de Santa Pola und zehn Seemeilen südöstlich von Alicante. Das macht die Insel zum perfekten Halbtagestörn – doch gerade die Nähe zum Festland sorgt für Hochbetrieb. Wir kamen an einem Mittwoch im Juni gegen 14 Uhr; die Ausflugs­katamarane dampften gerade ab, und die Zahl der Freizeitskipper hielt sich noch in Grenzen. Landmarken: Die 15 m hohe Kirche „Sant Pere i Sant Pau“ und der Leuchtturm (Oc W 5 s) sind aus allen Richtungen sichtbar. Von Westen steuert man am besten direkt auf den Kirchturm zu, hält aber Abstand zur Untiefe Bajo de la Nao (2,5 m über Grund), die gut eine Kabellänge vor dem alten Mauerbogen liegt. Von Osten kommend orientiert man sich an den sechs gelben Schutz­bojen mit Kreuztopzeichen, welche den Kern der Meeres­reserve markieren. Die Einfahrt in das eigentliche Ankerfeld erfolgt entweder südlich der Reservebojen oder – was wir bevorzugt haben – über das Westgate zwischen dem Fischereipier und der Felsinsel La Cantera. Bei Tageslicht problemlos, nachts hingegen stockdunkel: weder Kardinaltonnen noch Beleuchtung am Pier. Plotter, Scheinwerfer und ein Ausguck auf dem Vorschiff sind Pflicht, zumal selbst im Juli der Tidenhub knapp 0,3 m beträgt und die Riffe keine Fehlertoleranz lassen.

Nachhaltiges Ankern im Meeresschutzgebiet

Die Insel ist seit 1986 Meeres­schutzgebiet; Ankergänge auf Posidonia sind verboten. Deshalb wurden 2022 zusätzliche Öko-Muringbojen ausgelegt, die man online buchen oder – sofern frei – spontan belegen darf. Bojenfeld West (9–12 m): griffiger Sandgrund, Schwoikreise klar markiert. Unsere 12-t-Yacht hing zwei Nächte lang ruhig, selbst bei 18 kn Seebrise aus Ost. Südankerfeld (5–8 m): gut geschützt bei vorherrschenden Winden aus NW bis NE, aber tagsüber brandvoll mit Charter­katamaranen – bis 18 Uhr rollt immer wieder deren Schwell herein. Freies Ankern ist nur südlich der Reservegrenze erlaubt, dort in 7–10 m über festem Sand mit Posidonia-Flecken. Wir fanden ausgezeichnete Haltekraft, verlegten aber 40 m Kette, um bei Westdrehung hinweg schwojen zu können. Bei Sirocco (Südost) läuft kurzer, steiler Schwell in die Bucht; ab 20 kn wird das Leben an Bord ungemütlich. Dann verholt man besser ins Lee von Santa Pola oder an die Gästepier von Alicante.

Katamaran Aventurero im vollen Yachthafen, dahinter Stadtsilhouette und felsiger Hügel unter klarem Himmel
Jachthafen mit zahlreichen weißen Booten vor türkisblauem Meer, Skyline und Klippen am Horizont unter klarem Himmel.

Praktische Tipps für Ankerplatz Tabarca

Die Dinghy-Anlandung erfolgt am Kopf des Fischerponton (wassertief, unterhalb der Festungsmauer). Zwischen 08 und 10 Uhr legen hier die Tagestourenboote an; wer früh kommt, findet einen freien Ring. Zweite Option ist der Mini-Strand unmittelbar nördlich des Piers: feiner Sand, aber je nach Brandung nass. Wasser & Strom: Keine Yacht­versorgung; Kanister können am öffentlichen Brunnen im Ort gefüllt werden (leicht gechlort, aber trinkbar). Müll: Container neben dem Fischereischuppen; Glas bitte wieder mitnehmen – die Gemeinde entsorgt erst nach Saisonende. Proviant: Zwei Tante-Emma-Läden mit Basic-Sortiment (Brot, Obst, Gasflasche CV470 gegen Pfand). Fangfrischer „Caldero“-Fisch wird morgens am Kai angeboten – ein kulinarisches Muss. Bars & Restaurants: Rund ein Dutzend Lokale in der Hauptgasse, viele schließen allerdings wochentags gegen 17 Uhr, wenn die Tages­ausflügler abreisen. Diesel bunkert man besser vorab in Alicante oder Torrevieja; auf Tabarca gibt es weder Tankstelle noch LPG. Mobilfunk (4G/5G) ist seit 2024 erstaunlich stabil – dank einer neuen Mikrozelle am Leuchtturm.

Tabarcas Unterwasserwelt: Spaniens Verstecktes Tauchparadies

Tabarca ist Spaniens ältestes Meeres­schutzgebiet, berühmt für seine Posidonia-Prärien und Sichtweiten bis zu 25 m. Schon direkt unter dem Boot tummelten sich Seebrassen, Oktopusse und ein neugieriger Barrakuda. Wer tiefer abtauchen möchte, kann sich einer der zwei zugelassenen Tauchschulen anschließen; eigene Kompressorflaschen sind im Schutzgebiet verboten. Schnorchelnd lohnt sich der Abstecher zur Ostspitze Punta Falcó: dort brechen Lichtschächte durch Tunnel und Grotten – ein Unterwasser-Farbkino. An Land führt ein ausgeschilderter Rundweg (2 km) um die Insel: maurische Verteidigungs­mauern, ein kleines Meeres­museum (Thema: Piraten und Korallen­fischer), verlassene Kapelle. Flora zeigt sich in Miniatur: Salicornia, Stranddisteln und duftender Rosmarin klammern sich an den steinigen Boden. In der Dämmerung kreisen Gelbfuß-Möwen und – mit etwas Glück – die seltene Eleonoren­falken.

Klares, ruhiges Meer mit kleinem Motorboot vor palmengesäumter Küste und farbigen Häusern unter wolkenlosem Himmel.
Palm tree frames small boats in calm blue bay, rocky shore with tiny white lighthouse and ferry in background.

Tabarca: Quirliges Natur- und Tauchparadies

Tabarca ist kein stilles Rückzugs­ankerfeld, sondern ein quirliges Natur-Museum mit klar definierten Spielregeln. Wer diese beachtet, wird reich belohnt: Glasklares Wasser, Sandgrund und Bojen sorgen für stressfreies Übernachten. Schnorcheln & Tauchen gehören zum Besten, was die Costa Blanca bietet. Die Infrastruktur ist minimal, aber ausreichend für ein, zwei Nächte – vorausgesetzt Wasser und Diesel sind gebunkert. Wichtig: In Hochsaison und an Wochenenden früh da sein oder eine Boje reservieren, sonst bleibt nur der wenig charmante Rückzug zur Festlandküste. Für Crews auf der Passage zwischen den Balearen und Andalusien ist Tabarca ein idealer Zwischenstopp; Charter­crews finden hier ihren Instagram-Moment, sollten aber einen Plan B für Schlechtwetter haben. Nach zwei Nächten, einem nächtlichen Bad im Plankton-Leuchten und frisch gegrilltem „Caldero“-Brot nach Fischerart lautet mein Logbuch­urteil: vier von fünf Seesternen. Abzug gibt’s allein für den lauten Tagestourismus – doch sobald die letzten Katamarane abdampfen, gehört die Insel wieder den Seglern, den Fischen und den anbrandenden Wellen. Quellen

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