Navigationshinweise für Caleta del Sebo
Caleta del Sebo liegt auf 29 ° 13,8′ N / 13 ° 30,8′ W an der Südostküste La Graciosas. Von Süden nähert man sich über das befeuerte Haupteinfahrwasser des Ríos; ab der roten Tonne “Río 2” hält man Kurs 330 °, bis die grün-weiße Hafeneinfahrungsbake querab steht. Tiefe & Fahrwasser – 5 m in der Rinne, 3–4 m zwischen Mole und Fährponton. Bei hochtourenden Nordost-Passaten schiebt der Strom quer durchs Tor; 1000 U/min Reserve sind nützlich. Nachts – Ein Oc. RG-Paar markiert die Molenköpfe; das Dorflicht blendet wenig, doch Fischerbojen treiben oft unbefeuert – Plotter ratsam. Funk – „Caleta de Sebo Radio“ VHF 09 meldet die freie Liegeplatzbreite; Reservieren ist nicht möglich. Bei voll belegtem Steg ankert man vorübergehend an der Nordseite im 3-m-Sandfeld.
Sicherer Ankerplatz im Vulkanhafen
Im Hafenbecken selbst liegen 215 Fingerplätze für Yachten bis 15 m, Tiefgang bei MLW ca. 5 m . Größere Boote (> 15 m) dürfen längsseits an der äußeren Mole; Schwell dringt kaum hinein, nur die Linienfähren geben einen kurzen Ruck. Der Grund besteht aus kompaktem Lavabrei mit Sandschicht – guter Halt, falls man ankern muss. Warte-Alternative ist der Ankerplatz Playa Francesa 1,3 sm südwestlich: 4–6 m Sand, exzellente Haltewerte, aber offen für Südschwell . Dort darf man maximal zwei Nächte kostenfrei liegen, weil das Gebiet zum Meeresschutzpark gehört – Parkranger patrouillieren. Die Pontons sind robust, trotzdem machen lange Springs Sinn: Böen von 30 kn rollen in Sekunden über die Dünen, wenn der Nordost am Nachmittag „anpumpt“. Gegen Süd oder West ist die Bucht offen; bei seltenen Südwest-Lagen läuft atlantischer Schwell in die Einfahrt – dann empfiehlt der Hafenmeister, das Boot mit zusätzlichen Vorleinen zu sichern oder auf die Nordmole zu wechseln.
Hafen-Highlights: Infrastruktur und Services
Steginfrastruktur – Strom (16 A) und entsalztes Wasser an jedem Ponton; das Wasser ist trinkbar, schmeckt jedoch leicht mineralisch . Tankstelle – Diesel und Benzin täglich 08-18 Uhr an der Sliprampe, Kartenzahlung möglich (nicht bei Sturm → Schlauchbetrieb). Sanitär & Laundry – Neuer Dusch-Container (2024) mit sauberem Fußboden und Warmwasser, Münzwaschmaschine (5 €) gleich daneben. Einkauf – Zwei Minimercados (Supermercado Graciosa & Mafasca) 300 m landeinwärts; frisches Brot ab 07:30 Uhr. Jeden Vormittag legt ein Fischkutter an und verkauft Filets direkt aus der Kühlbox. Werkstatt & Teile – Kein Segelmacher, aber ein Nautik-Shop an der Mole verkauft Impeller, Motoröl und Tauchflaschenfüllungen. Größere Reparaturen müssen in Arrecife erledigt werden. Entsorgung – Getrennte Container hinter dem Hafenbüro; Altöl und Batterien gratis abgeben. Pump-out nicht vorhanden – Fäkalientank besser beim Schlag nach Lanzarote leeren.
La Graciosa: Paradies für Wanderer und Taucher
La Graciosa gehört zum Meeresschutzpark Chinijo – Europas größtem, wenn man die Wasserfläche misst. Strände & Trails – In Flip-Flop-Distanz liegt die Traumbucht Playa La Francesa; wer eine Stunde auf staubiger Piste läuft, landet am wilden Nordstrand Playa de Las Conchas – Dünensand, smaragdgrüner Atlantik, null Bebauung. Flora & Fauna – Strandwolfsmilch, Seetrauben, dazwischen Brutkolonien von Silbersturmtauchern. Im Wasser patrouillieren Barakudas, Tintenfische und – mit Glück – Engelhaie auf dem Sand. Unterwasserwelt – Die Riffe am Bajo de Los Grillos sind Hausrevier der Tauchschule Graciosa: Papageifische, Gorgonien, gelegentlich Mantarochen. Sichtweiten 15-25 m. Vulkanwanderung – Der erodierte Krater Montaña Amarilla erhebt sich 172 m südlich des Dorfes; Aufstieg 45 Minuten, Panorama bis Fuerteventura.
La Graciosa: Entspannung im Fischerhafen
Caleta del Sebo ist kein Yachting-Resort, sondern ein kanarisches Fischerdorf mit Servicestandards, die für Blauwassercrews reichen: Diesel, Wasser, Strom, warm duschen – mehr braucht man zwischen Madeira-Route und Kapverden eigentlich nicht. Pluspunkte Naturschutzkulisse von Weltklasse direkt vor der Stegnase. Ruhiger, preiswerter Hafen (2025: ~18 € pro Nacht für 12 m inkl. Wasser/Strom). Kurze Wege – 5 Minuten zum Strand, 2 Minuten zum Supermarkt, 0 Minuten zum Sonnenuntergang hinter dem Mastwald. Minuspunkte Kein Pump-out und nur begrenzte Ersatzteilversorgung. Bei Südwestfront leichter Seegang im Hafenbecken. Reservierungen nicht möglich; im Winter‐Passathoch starke Nachfrage, Ankunft vor 15 Uhr erhöht die Chancen. Geeignet für Atlantik-Überquerer, die vor dem großen Sprung noch einmal entspannt bunkern wollen. Familien-Crews, die Strand, Dorfleben und Mückenfreiheit suchen. Naturfans, denen Seevogelruf und Lavasteilküste wichtiger sind als Nightlife. Ich verließ Caleta del Sebo mit Muschelsand in den Schuhen, vollgetanktem Diesel und dem leisen Verdacht, dass die Zeit hier anders tickt – gemächlicher, salziger, wärmer. Logbuch-Fazit: „La Graciosa: Weniger geht nicht – besser auch nicht.“
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