Schutzreicher Hafen im Augustenborg Fjord
Die Hafeneinfahrt liegt bei 54 °56,8′ N / 9 °52,0′ E ganz innen im Augustenborg Fjord. Von Süden folgt man dem gut betonnten Als Sund bis zum weißen Leuchtfeuer „Korsvejen“ (Fl.4s). Dort abfallen auf Nordost, den grünen Tonnenstrich „Lillegrund“ passieren und in den Fjord einlaufen – Tiefe im Fahrwasser konstant 4 m. Auffälligstes Landzeichen sind die beiden ausgedienten Silos direkt am Kai; nachts trägt ein -Leitfeuer 5 sm weit. Nur bei Starkwind aus SW setzt 1 kn Gegenstrom, ansonsten herrscht Windstille. Der Hafen selbst bietet an der langen Quermole 3,0 m, in den Boxengassen 2,3–2,5 m – genug für Fahrtenyachten bis 45 Fuß und 2,1 m Tiefgang.
Geschützter Liegeplatz im ruhigen Fjord
Augustenborg liegt fast einen Kilometer vom Fjordeingang entfernt und ist rundum von Land umschlossen. Schwell und Wind finden hier kaum ein Schlupfloch: Selbst bei 30-kn-Böen liegt das Boot wie an der Mooring. Alle Liegeplätze verfügen über Mooringleinen; Ankerwerfen ist unnötig und im Hafenbecken nicht erlaubt. Wer warten muss, kann im äußeren Fjordteil auf 4–5 m Lehm/Sand frei schwojen – exzellenter Halt, aber Fahrwasserverkehr beachten.
Komfortabler Hafen mit umfassendem Service
Am Kopf jedes Steges gibt es Strom (16 A), Frischwasser und kostenloses WLAN. Diesel zapft man an der Chipkarten-Tankstelle vor dem Silogebäude; Fäkal- und Bilgenabsaugung liegen direkt daneben. Das Servicehaus wurde 2022 modernisiert: geräumige Duschen, Waschmaschine, Trockner, gut ausgestattete Kombüse und ein überdachter Grillplatz. Ersatzteile liefert die Werft “Augustenborg Yacht Service” (15-t-Kran, Rigg-Service) am Nordkai. Für den Tagesproviant reicht der Brugsen-Supermarkt (500 m) – frisches Brot ab 7 Uhr, Gasflaschen im Tausch. Größere Einkäufe erledigt man in Sønderborg (Bus 223 hält am Hafen). Kulinarisch lohnt der fünfminütige Spaziergang zum Schlosscafé: Smørrebrød zur Mittagszeit, selbst gebackene Torten zum Nachmittagskaffee. Mülltrennung (Rest, Glas, Metall, Altöl) erfolgt am videoüberwachten Recyclinghof hinter dem Servicehaus.
Naturerlebnis im historischen Schlosspark
Gleich hinter dem Steg beginnt der 40 Hektar große Schlosspark mit uralten Lindenalleen, seltenen Eiben und einer frei zugänglichen Orangerie. Ein 3-km-Pfad umrundet die Lagune „Møllebugten“, in der See- und Fischadler jagen; am Ufer nisten Haubentaucher, auf den Wiesen grasen Schafe zwischen Orchideen. Wer Rad fährt, folgt der ausgeschilderten Nydam-Route (15 km) bis zur Ausgrabungsstätte des berühmten Nydam-Bootes oder weiter zum Wikingermuseum in Øster Snede. Kajak und SUP lassen sich direkt am Slip hinter dem West-Steg einsetzen; morgens gleitet man lautlos über spiegelglattes Wasser, während Nebelfetzen zwischen den Büschen hängen. Unter Wasser herrscht brackiges Belt-Milieu: 3–4 m Sicht, Seegraswiesen und Schwärme kleiner Flundern – kein Tauch-Hotspot, aber für Schnorchelfreunde ein netter Abstecher.
Augustenborg: Ruhiger Hafen mit Fürstenflair
Augustenborg verbindet perfekte Ruhe mit solider Infrastruktur. Wer nach einer Wellenkreuzerei im Kleinen Belt einen sicheren Liegeplatz sucht, findet hier glasruhiges Wasser, kurze Wege und ein bisschen fürstliches Ambiente obendrauf. Besonders geeignet für Familiencrews: autofreier Schlosspark, Spielplatz am Hafen, flaches Wasser. Technik-Stopps: Werft, Kran und Ersatzteilservice direkt am Kai. Kultur-Fans: Barockschloss, Ausgrabungen, Musikfestival im Juli. Eingeschränkt geeignet bei Tiefgang > 2,4 m (einige Boxen zu seicht) oder für Segler, die Badestrand und lebhafte Hafenmeile suchen – hier dominiert die Gelassenheit einer alten Herzogstadt. Mein Logbuch schließt mit: „Augustenborg – Flautenhafen mit Fürstenflair. Perfekt zum Durchatmen.“ Wer einmal den Morgendunst über dem Fjord gesehen hat, wird verstehen, weshalb viele Crews hier freiwillig einen Hafentag dranhängen.
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