Sicherer Ankerplatz bei Borkum
Der Yachthafen liegt an Borkums Südostküste (53 °34,2 N / 06 °45,3 E) im Schutz der Reede. Fahrwasser – Von See kommend folgt man dem tiefen Ranzelgat im Emsästuar, bis südlich der dreibeinigen Bake „Ranzelgat Ost“ eine Abzweigung nach Nord führt. Dort beginnt die Fischerbalje, ein betonntes Pril, das direkt in das Hafenbecken mündet. Tiefe – Seit der Ausbaggerung 2022 liegen im Fahrwasser und am äußeren Steg 2,3 m bei Niedrigwasser; die Innenstege sielen zum Teil auf < 1,5 m trockenen Schlick – Tiefkieler bleiben besser außen. Markante Landmarken – Der rote Rundturm des Seefunkgebäudes und die weiße Hallenkulisse des „Nordsee-Windports“ sind schon von Weitem sichtbar. Nachtansteuerung – Die Fischerbalje ist unbeleuchtet; bei Dunkelheit lauern unbefeuerte Pricken. Sicher nur bei Hochwasser und Mondlicht – oder man wartet auf Tageslicht im Vorhafen. Strom & Welle – Bei ablaufender Tide setzt quer zur Einfahrt bis 2 kn Strom, Westwind 6 Bft treibt leichte Grundsee auf die Prickenline – rechtzeitig gerefftes Groß einholen.
Ruhiges Ankern im Burkana-Becken
Ankern ist in der Reede bei Borkum zwar gestattet, aber durch Berufsverkehr und ankergäniges Wasser unattraktiv. Im Burkana-Becken liegt man dagegen fast wie in einer Badewanne: Der Wellenbrecher nimmt West- und Nordwelle, das Hafencafé-Gebäude bremst Südost. Untergrund ist feiner Schlick mit Muschelresten; die Stege sind auf Betonpfeilern verschweißt und über Dalben gesichert – kein Schwojen, kaum Bewegung. Nur bei schweren Sturmfluten (NW > 8 Bft) steigt das Wasser einen halben Meter über die Fingerstege; Fenderhöhe anpassen!
Umfangreiche Marina für Wassersportler
Die Marina wird vom Wassersportverein Burkana e. V. betrieben – klein, aber überraschend komplett. Liegegeld (2025): 1,50 €/m; Strom & Wasser im Preis. Bezahlt wird bar beim Hafenmeister oder per App-Code auf dem Aushang. Sanitär & Wäsche – Duschen, Toiletten, Waschmaschine und Trockner im Restaurantgebäude (Chipkarte, 1 € / 5 min). Treibstoff & Technik – Diesel gibt’s 400 m weiter im Gewerbehafen; dort auch 16-t-Kran, Stapler und Schiffsschmiede (Motorentechnik MAN/Kubota). Einkauf – Direkt am Hafen nur Brötchenservice; in der Stadt (6 km, Buslinie 1 oder Kleinbahn) Supermärkte, Bäcker und Fachgeschäfte. Räder verleiht der Hafenmeister für 8 €/Tag. Gastronomie – Das „Hafencafé Burkana“ ist Treffpunkt für Segler und Kutterfischer; fangfrischer Backfisch mit Remoulade und ein Ostfriesentee wärmen jedes Opfer der Nordsee. Weitere Lokale an der Reede mit Wattblick. Müll & Umwelt – Getrennte Container (Rest, Papier, Glas) hinter Steg C; Altöl-Tonne neben dem Kran. Bitte Grauwasser nicht im Hafen ablassen – Nationalpark! Öffentlicher Verkehr – Die historische Kleinbahn fährt im Stundentakt zum Stadtbahnhof; Hafen-Haltestelle 200 m vom Steg.
Borkum: Naturerlebnisse im Wattenmeer
Borkum gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer – eine der vogelreichsten Regionen Europas. Seehunde & Robben – Auf der Sandbank „Hooge Hörn“ sonnen sich oft Kegelrobben; mit Fernglas vom Deich oder auf geführter Ausflugsfahrt beobachten. Vogelwelt – Im Watt vor dem Hafen rasten Säbelschnäbler, Austernfischer und Brandgänse. Der Süßwasserteich Tüskendörsee (4 km per Rad) ist Hotspot für Löffler und seltene Limikolen. Dünen & Heide – Radwege ziehen sich vom Hafen über die Greune Stee ins Ostland: weiße Wanderdünen, Kiefernbruchwald und weitläufige Heideflächen mit Kriechweide und Krähenbeeren. Wattwanderungen – Geführte Touren starten an der Strandpromenade; bei Ebbe späht man nach Herzmuscheln, Strandkrabben und Wattwürmern. Unter Wasser ist Sicht minimal (0,5–1 m), dafür tummeln sich Miesmuschelbänke und Strandkrabben an den Spundwänden – ein kurzer Schnorchel lohnt höchstens für Kinder bei Hochwasser.
Borkum Burkana: Authentischer Nordseehafen-Flair
Borkum Burkana ist kein Hochglanz-Yachtklub, sondern ein ehrlicher Nordseehafen, der den Wattencharakter bewahrt und doch alles bietet, was man auf Durchreise braucht. Pluspunkte Naturnahe Lage im Weltnaturerbe – Robben, Watt, Dünen direkt vor dem Bug. Rundum-Schutz trotz Emsnah; selbst bei Starkwind ruht das Boot wie am Steg eines Binnensees. Persönliche Atmosphäre: Hafenmeister packt mit an, Hafencafé als Wohnzimmer, Leihräder an Bord. Minuspunkte Einfahrt unbeleuchtet – Nachtlandung riskant. Tiefe schwankt mit Versandung; Boote > 2,2 m müssen HW-Fenster abpassen und möglichst Außenplatz wählen. Keine großen Ersatzteile oder Segelmacher vor Ort – für Rigg & Segel weiter nach Emden oder Delfzijl. Geeignet für Watten-Einsteiger, Familien, die Seehunde hautnah erleben wollen, oder Langfahrtcrews, die auf der Emsroute einen sicheren Stopp vor der Nordseeetappe suchen. Weniger ideal für Tiefkiel-Racer oder solche, die nächtliche Ein- und Ausläufe planen. Logbuch-Eintrag beim Ablegen „Burkana – Schlick unterm Kiel, Krabben auf dem Teller, Seehunde in Sicht – die Nordsee kann kommen.“
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