Ankerplatz vor atemberaubenden Klippen
Der Ankerplatz liegt unmittelbar vor dem zentralen Klintabschnitt, etwa eine halbe Seemeile nordwestlich des GeoCenter-Parkplatzes (ca. 54 °57,8 N / 12 °34,0 E). Von Süden hält man zunächst zehn Meter Wassertiefe, bis der weiße Fuß der Klippen querab kommt. Dann beugt man sich vorsichtig nach Osten: Das Echolot fällt von 10 m auf 6–7 m, während die Farbe des Bodens von dunklem Dolomitgrau zu hell-türkisem Sand wechselt – die beste Stelle zum Fallenlassen. Wichtig ist eine ruhige Großwetterlage. Westliche Quadranten sind perfekt; schon mäßiger Ost bringt Schwell, der sich über die lange, schnurgerade Küstenlinie aufbaut und das Schiff quer rollen lässt. Bei aufkommendem Südost oder Starkwind Nord sollte man ablaufen und in Klintholm (4 sm) Zuflucht suchen. Nachtansteuerung ist zwar möglich – Kap Kelds Nor zeigt ein sektoriertes Richtfeuer –, aber wegen dichter Steinfelder am Klintfuß nur geübten Crews zu empfehlen. Bereits tagsüber liegen einzelne Findlinge weit im Sand, und das Wasser ist oft milchig von Kalkpartikeln.
Sicherer Ankerplatz hinter Klintwand
Der Ankergrund besteht überwiegend aus kompakter Lehm-Sand-Mischung mit eingestreuten Steinplatten. Sitzt der Haken, hält er „bombig“; bei 25-kn-Westböen zeigten weder Rocna noch Bügelanker Bewegung. Kette statt Leine ist Pflicht: 6–7 m Wassertiefe bedeuten 35–40 m Auslage für einen sicheren Schwoikreis. Schutz bietet die Klintwand bei alles westlichen Richtungen – der Wind weht über die Abbruchkante hinweg, während der flache Landvorsprung „Hvide Udspring“ Schwell bricht. Nordwest bringt leichten Rollen, Ost- und Südostlagen sind unhaltbar. Großschifffahrt läuft fünf Meilen draußen; der ferne Dünungsschub kommt gedämpft an.
Einsame Ankerplätze bei Klintholm
Dinghy-Landung ist auf dem schmalen Kiesstrand möglich, jedoch nur bei glatter See. Die Brandungszone fällt steil ab, und größere Steine liegen direkt unter Wasser. Meist ankert man daher als „reiner Panoramalieger“ und fährt zum Landgang nach Klintholm. Dort gibt es Supermarkt, Diesel vom Tankwagen und Altölannahme. Müll vom Klint-Ankerplatz nimmt man besser gleich mit nach Klintholm oder Rødvig – an der Küste selbst existiert keinerlei Entsorgungsinfrastruktur.
Naturwunder Møns Klint: Klippen und Klare Ostsee
Møns Klint ist Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats. Die 70 Mio. Jahre alte Kreide speichert eine reiche Fossilwelt; nach jedem Herbststurm tauchen Seeigel-Schalen und Donnerkeile im Kies auf. Oberhalb windet sich ein 267-stufiger Holztreppenweg vom GeoCenter hinunter zum Strand. Buchen, die hier direkt bis zum Steilrand wachsen, gehören zu den ältesten Europas. Vom Wasser sieht man ihre Wurzelteller frei in der Luft schweben – eindrucksvoll, aber auch Mahnung: Abbrüche passieren regelmäßig. Unter Wasser überrascht klares, kalkgefiltertes Ostseewasser mit 6–10 m Sicht. Auf dem steinigen Grund tummeln sich Seegraswiesen, in denen Dorsche, Schollen und manchmal Seeskorpione lauern. Über der Abbruchkante gleiten in Sommernächten häufig Fledermäuse, und wer Glück hat, sichtet Seeadler, die im Reserve „Jydelejet“ jagen. Als Landgang bietet sich eine drei Kilometer lange Wanderung über den Hochuferpfad zum Leuchtturm Møn Fyr an – atemberaubende Blicke über die Ostsee inklusive. Der Rückweg führt durch Orchideenwiesen, wo im Juni Knabenkraut und Frauenschuh blühen.
Naturkino am Ankerplatz Møns Klint
Der Ankerplatz unter Møns Klint bietet Erhabenheit satt: Tagsüber strahlt die Kreide wie ein Naturscheinwerfer, abends färbt sie sich rosa, und nachts funkeln Sterne über schweigendem Weiß. Wer die Bedingungen richtig abpasst (Westwind ≤ 4 Bft, kein Ostswell), bekommt einen der spektakulärsten Naturankerplätze der gesamten Ostsee. Geeignet für Crews mit sicherem Ankergeschirr und Lust auf Naturkino. Fotografie- und Geologiefans – das Licht und die Fossilien sind einzigartig. Durchreisende zwischen Fehmarnbelt und Øresund, die eine windgeschützte Westlage suchen. Weniger geeignet für Ost- oder Südostlagen – der Platz wird dann ungemütlich bis gefährlich. Landratten, die sich ohne Dinghy-Landung unwohl fühlen: Infrastruktur gibt es keine. Boote mit geringer Kettenlänge; Haltefläche ist begrenzt, Schwoikreis braucht Raum. Mein persönliches Highlight war ein Morgen gegen fünf Uhr: Nebelfetzen klebten an der Kreide, und über die Klippenkante kippte milchig-goldenes Licht aufs Boot. Kein Laut außer einem entfernten Möwenschrei und dem leisen Knirschen der Kette auf Kalkstein. Für solche Augenblicke lohnt sich jeder Wettercheck und jede Ankerschicht doppelt. Møns Klint zeigt, wie nah wilde Schönheit und nordeuropäische Seemannschaft beieinander liegen.
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