Die Vorleine ist eine Festmacherleine, die vom Bug des Bootes schräg nach vorn zum Steg oder zur Kaimauer führt. Sie verhindert, dass das Boot durch Wind oder Strömung nach achtern abtreibt. Die Vorleine wird meist am Bugbeschlag oder an einer Bugklampe befestigt und in einem Winkel von etwa 30-45 Grad nach vorn geführt. Zusammen mit der Achterleine bildet sie das Grundgerüst der Festmachung. Je nach Liegeplatz wird die Vorleine an Pollern, Ringen oder Pfählen am Ufer belegt. Bei Längsseitliegern ergänzen Spring- und Brustleinen die Vorleine zur vollständigen Sicherung des Bootes. Die richtige Länge und Spannung der Vorleine ist wichtig: Sie sollte straff genug sein, um das Boot in Position zu halten, aber nicht so stramm, dass bei Tidenhub oder Wellengang zu große Belastungen auftreten. Bei der Anlegemanöver wird die Vorleine oft als erste Leine ausgebracht, um das Boot zu stoppen und in Position zu bringen. Beim Ablegen ist sie meist die letzte Leine, die gelöst wird.