Isothermen sind Linien auf Wetterkarten, die Orte mit gleicher Temperatur miteinander verbinden. Sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Isobaren, die Orte gleichen Luftdrucks verbinden, oder wie Tiefenlinien auf Seekarten, die gleiche Wassertiefen anzeigen. Isothermen werden meist in regelmäßigen Abständen von 2, 5 oder 10 Grad Celsius eingezeichnet und ermöglichen es, Temperaturverteilungen und -verläufe schnell zu erfassen. In der Schifffahrt sind Isothermen wichtige Hilfsmittel für die Wetteranalyse und Routenplanung. Sie zeigen Temperaturgradienten auf, die auf Frontsysteme, Sturmentwicklungen oder andere bedeutsame Wetterphänomene hinweisen können. Besonders in polaren Gewässern helfen Isothermen bei der Einschätzung von Vereisungsgefahren. Die Null-Grad-Isotherme zeigt die Grenze zwischen Frost- und Plusgraden an, was für die Entstehung von Eisfeldern oder die Vereisung von Schiffsteilen relevant ist.
Isothermen können sowohl für die Luft- als auch für die Wassertemperatur erstellt werden. Meeresoberflächentemperaturen sind besonders wichtig für die Vorhersage von tropischen Wirbelstürmen, da diese warmes Wasser als Energiequelle benötigen. Durch die Analyse von Isothermen in Verbindung mit anderen meteorologischen Daten können Schiffsführer günstige Routen wählen und wetterbedingte Gefahren frühzeitig erkennen und umgehen.