Die Bilge bezeichnet den tiefsten Innenraum eines Schiffes oder Bootes, wo sich durch kleine Undichtigkeiten, Regenwassereintritt oder Kondensation Wasser natürlich sammelt. Sie liegt im unteren Bereich des Rumpfes, meist entlang des Kiels.
Die Bilge ist nicht primär dazu da, das Schiff “trocken zu halten”, sondern sie ist der unvermeidliche Sammelpunkt für Wasser, das trotz aller Abdichtungsmaßnahmen in den Rumpf gelangt. Selbst bei intakten Schiffen sammelt sich dort regelmäßig Wasser durch Kondensation, geringfügige Leckagen an Durchführungen oder eindringendes Regenwasser.
Zur Entfernung des Bilgenwassers dienen Bilgenpumpen (Lenzpumpen), die manuell, elektrisch oder automatisch betrieben werden können. Automatische Bilgenpumpen mit Schwimmerschaltern starten selbstständig bei steigendem Wasserstand. Die Bilge ist meist durch wasserdichte Schotten in verschiedene Bereiche unterteilt. Eine regelmäßige Kontrolle der Bilge ist wichtig, da ungewöhnlich viel Wasser auf Leckagen hinweisen kann. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass Öl oder andere Schadstoffe über die Bilgenpumpe ins Gewässer gelangen. Bei Kunststoffbooten besteht die Bilge aus demselben Material wie der Rumpf, bei größeren Schiffen aus Stahl oder Aluminium.
Die Bilge gehört zur normalen Schiffskonstruktion und ist kein separates “System” aus Kammern und Rohren.