Seegang bezeichnet die Gesamtheit aller Wasserwellen auf der Meeresoberfläche. Er setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Windsee und der Dünung. Windsee entsteht durch direkten Windeinfluss und zeigt sich als spitze, unregelmäßige Wellen mit weißen Schaumkronen. Bei starkem Wind spricht man von Sturmsee. Dünung hingegen sind lange, gleichmäßige Wellen, die aus weit entfernten Sturmgebieten stammen und sich auch bei ruhigem Wetter fortsetzen. Der Seegang wird in verschiedenen Stufen beschrieben: von glatter See (0) bis zur außergewöhnlich schweren See (9). Neben der Wellenhöhe sind auch Wellenperiode und -richtung wichtig für die Beurteilung. Für die Schifffahrt ist Seegang ein entscheidender Faktor. Er beeinflusst Geschwindigkeit, Kraftstoffverbrauch, Komfort und Sicherheit erheblich. Starker Seegang kann besonders kleinere Fahrzeuge gefährden und erfordert entsprechende Seemannschaft. Seegangsvorhersagen sind daher wesentlicher Bestandteil der Wetter- und Routenplanung. Moderne Wetterberichte geben detaillierte Informationen über zu erwartende Wellenhöhen, -perioden und -richtungen.