Die Rossbreiten sind eine ozeanische Zone zwischen etwa 25° und 35° nördlicher und südlicher Breite, die durch schwache Winde und häufige Windstillen geprägt ist. Diese Gebiete befinden sich in den subtropischen Hochdruckgürteln aller Weltmeere. Der Name stammt aus der Zeit der Segelschifffahrt, als Schiffe auf dem Weg in die Neue Welt oft wochenlang in diesen windstillen Zonen festsaßen. Da das Trinkwasser knapp wurde und die Futtervorräte schwanden, mussten die mitgeführten Pferde oft über Bord geworfen werden, daher der Name “Rossbreiten” (englisch: “Horse Latitudes”).
Meteorologisch entstehen die Rossbreiten durch absteigende Luftmassen in den subtropischen Hochdruckgebieten. Die trockene, warme Luft sinkt ab und erzeugt stabile Hochdruckzonen mit schwachen Winden. Heutige Motorschiffe sind von den Windverhältnissen unabhängig, doch Segler müssen auch heute noch längere Flauten in diesen Gebieten einkalkulieren. Die Rossbreiten spielen eine wichtige Rolle im globalen Windsystem und grenzen die Passatzonen von den Westwinden der gemäßigten Breiten ab.