Niedrigwasser bezeichnet in Gezeitengewässern den Zeitpunkt des tiefsten Wasserstandes während eines Gezeitenzyklus. Es tritt etwa alle 12,5 Stunden auf und markiert das Ende der Ebbe, bevor die neue Flut einsetzt. In Gezeitengewässern ist Niedrigwasser ein regelmäßig wiederkehrendes Phänomen. Die genauen Zeiten und Wasserstände lassen sich durch Gezeitentafeln vorhersagen und sind für die Navigation in Küstengewässern von entscheidender Bedeutung. Viele Häfen und flache Fahrwasser sind bei Niedrigwasser für tiefgehende Schiffe nicht zugänglich. In Binnengewässern wie Flüssen und Seen bezeichnet Niedrigwasser außergewöhnlich niedrige Wasserstände, die meist durch längere Trockenperioden, geringe Niederschläge oder hohe Verdunstung entstehen. Dies kann jahreszeitlich bedingt sein oder durch extreme Wetterereignisse verursacht werden. Für die Schifffahrt bringt Niedrigwasser erhebliche Risiken mit sich. Das Kollisionsrisiko mit Unterwasserhindemissen steigt deutlich an, da normalerweise überfahrbare Untiefen zu flach werden. Schiffe mit größerem Tiefgang können bestimmte Fahrwasser nicht mehr befahren. In der Binnenschifffahrt kann extremes Niedrigwasser zur Sperrung von Wasserstraßen führen. Die Wasserstraßenverwaltung überwacht die Wasserstände kontinuierlich und gibt entsprechende Warnungen über Nachrichten für die Schifffahrt heraus.