Ein Magnetkompass richtet sich nach dem magnetischen Nordpol aus.
Navigationskarten sind allerdings nach dem geografischen Nordpol ausgerichtet, der sich nach der Rotationsachse der Erde richtet. Das bedeutet, dass die Anzeige des Kompasses nicht genau mit der Seekarte übereinstimmt. Diese Abweichung zwischen dem geografischen Nordpol (auch rechtweisend Nord genannt) und dem magnetischen Nordpol (auch missweisend Nord genannt) nennt man Missweisung oder Deklination.
Die Missweisung ist nicht überall auf der Erde gleich und ändert sich über die Jahre, da der magnetische Nordpol wandert. In Mitteleuropa beträgt sie derzeit etwa 4 Grad östlich des geografischen Nordpols. Für die Navigation muss diese Abweichung korrigiert werden. Auf Seekarten ist die örtliche Missweisung mit Jahreszahl angegeben, oft auch mit der jährlichen Änderungsrate. So kann der Navigator den aktuellen Wert berechnen und seine Kompasspeilungen entsprechend korrigieren.
Zusätzlich zur natürlichen Missweisung kann noch eine Ablenkung durch Eisenteile am Schiff auftreten, die sogenannte Deviation. Beide Werte zusammen ergeben die Gesamtkorrektur, die bei der Kursbestimmung berücksichtigt werden muss.