Ein Leichtmatrose war bis 1983 in der Handelsmarine die offizielle Bezeichnung für einen Seemann ab dem zweiten Ausbildungsjahr. Sein Rang lag zwischen Schiffsjunge und Vollmatrose. Erst nach dem dritten Jahr auf See erhielt der Leichtmatrose den Rang des Vollmatrosen, da dann die Ausbildung zum Seemann abgeschlossen war.
In der Binnenschifffahrt wird die Bezeichnung teilweise noch heute verwendet: Auszubildende tragen den Dienstgrad des Leichtmatrosen, bis sie im zweiten Ausbildungsjahr eine Prüfung zum Matrosen ablegen können. Mit der Reform der maritimen Ausbildungsberufe verschwand der Begriff “Leichtmatrose” als offizielle Berufsbezeichnung aus der Seeschifffahrt.
Die traditionelle Ausbildung zum Matrosen wurde durch moderne Berufsbilder wie den Schiffsmechaniker ersetzt. Heute wird der Begriff hauptsächlich umgangssprachlich verwendet, oft als scherzhafte oder leicht abwertende Bezeichnung für unerfahrene Personen an Bord. Diese moderne Verwendung wird der ursprünglichen Bedeutung jedoch nicht gerecht, da ein Leichtmatrose bereits über solide seemännische Grundkenntnisse und praktische Erfahrung verfügte.