Landwind bezeichnet einen ablandigen thermischen Wind, der vom Land zum Wasser weht. Er entsteht durch unterschiedliche Temperaturen zwischen Land- und Wassermassen und ist ein typisches lokales Windphänomen in Küstengebieten. Landwind tritt hauptsächlich nachts und in den frühen Morgenstunden auf, wenn sich das Land schneller abkühlt als das Wasser. Die über dem wärmeren Wasser aufsteigende Luft wird durch kühlere Luft vom Land ersetzt, wodurch der charakteristische ablandige Wind entsteht. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen im Herbst, wenn das Wasser über den Sommer hinweg viel Wärme gespeichert hat, während das Land bereits deutlich kühler geworden ist. Der Temperaturunterschied zwischen Land und Wasser verstärkt dann die Thermik. Landwind ist meist nur schwach bis mäßig und stellt für die Seefahrt normalerweise keine größeren Probleme dar. Eine Ausnahme bildet das Mittelmeer, wo bergige Küstenlandschaften bis an das Meer reichen. Hier kann der von den Bergen herabfließende Wind durch Düsenwirkung in Buchten und Tälern erheblich verstärkt werden. Das Gegenstück zum Landwind ist der Seewind, der tagsüber vom Wasser zum Land weht, wenn sich das Land stärker erwärmt als das Wasser. Beide Phänomene wechseln sich in einem täglichen Rhythmus ab.