Der Koppelort ist die rechnerisch ermittelte Position eines Schiffes, die durch Fortschreibung der letzten bekannten Position unter Berücksichtigung von gefahrenem Kurs, zurückgelegter Strecke und verstrichener Zeit bestimmt wird.
Diese Methode der Navigation wird als “Koppeln” bezeichnet. Ausgehend von einem durch Peilung, GPS oder andere Verfahren bestimmten Ausgangsort wird der gefahrene Kurs als Linie in die Seekarte eingetragen. Anhand der Geschwindigkeit und der verstrichenen Zeit wird die zurückgelegte Strecke berechnet und auf der Kurslinie abgetragen. Der so ermittelte Punkt ist der Koppelort. In der Seekarte wird der Koppelort mit einem kleinen Querstrich auf der Kurslinie markiert und mit der zugehörigen Uhrzeit versehen. Bei längeren Fahrten ohne Positionsbestimmung werden in regelmäßigen Abständen Koppelorte eingetragen, um den Schiffsverlauf zu dokumentieren. Der Koppelort ist jedoch nur so genau wie die zugrunde liegenden Daten.
Kurs- und Geschwindigkeitsänderungen, Strom, Strömung oder Abdrift durch Wind können zu Abweichungen von der tatsächlichen Position führen. Daher sollte der Koppelort regelmäßig durch astronomische, terrestrische oder elektronische Positionsbestimmung korrigiert werden. Trotz moderner GPS-Navigation bleibt das Koppeln eine wichtige Backup-Methode der Navigation.