Ein Kollisionskurs liegt vor, wenn sich zwei oder mehrere Fahrzeuge auf Kursen bewegen, die zu einem Zusammenstoß führen können. Dies geschieht, wenn sich die Peilung zwischen den Fahrzeugen über längere Zeit nicht ändert und sich die Entfernung verringert. Die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) regeln das Verhalten in solchen Situationen. Sie bestimmen, welches Fahrzeug ausweichen muss und wie dies zu geschehen hat. Grundsätzlich gilt: Das ausweichpflichtige Fahrzeug muss frühzeitig und deutlich erkennbar seinen Kurs oder seine Geschwindigkeit ändern. Kollisionskurse entstehen durch verschiedene Ursachen: unzureichende Ausguck, Navigationsfehler, schlechte Sichtverhältnisse oder technische Defekte. Besonders gefährlich sind Begegnungen bei Nebel, Dunkelheit oder in verkehrsreichen Gewässern. Zur Erkennung eines Kollisionskurses dienen Radar, AIS und vor allem der kontinuierliche Ausguck. Moderne Navigationssysteme können Kollisionswarnungen ausgeben. Entscheidend ist jedoch die rechtzeitige Reaktion der Schiffsführung. Bei drohendem Zusammenstoß sind sofortige Maßnahmen erforderlich: Kursänderung nach Steuerbord, Geschwindigkeitsreduktion bis zum Stopp oder Rückwärtsfahrt. Zusätzlich müssen Schallsignale gegeben und über UKW-Funk Kontakt aufgenommen werden. Die Verantwortung für die Kollisionsverhütung liegt bei allen Beteiligten. Auch das kurshalteberechtigte Fahrzeug muss im letzten Moment noch ausweichen, wenn der andere nicht reagiert.