Eine Ketsch ist ein Segelboot mit zwei Masten, wobei der vordere Großmast höher ist als der achtern stehende Besanmast. Charakteristisch ist, dass der Besanmast vor dem Ruderblatt steht, was die Ketsch von der Yawl unterscheidet. Ketschen sind deutlich seltener als die weitverbreiteten Sloops mit nur einem Mast. Normale Charteryachten sind fast ausschließlich Sloops, da diese einfacher zu bedienen und wartungsärmer sind. Die Zweimasttakelage der Ketsch bietet jedoch spezielle Vorteile: Die Segelfläche verteilt sich auf mehrere kleinere Segel, was die Bedienung bei größeren Yachten erleichtert und auch für kleinere Crews handhabbar macht. Ketschen findet man hauptsächlich bei größeren Fahrtenyachten ab etwa 12 Metern, da sich der zusätzliche Aufwand erst bei entsprechender Bootsgröße lohnt. Die Aufteilung der Segelfläche macht sie besonders für Langfahrtsegler attraktiv, da sie auch bei wechselnden Windverhältnissen gut ausbalanciert werden können. Die typische Besegelung einer Ketsch besteht aus Großsegel am Großmast, Fock oder Genua am Vorstag und Besansegel am Besanmast. Aufgrund der komplexeren Takelage sind Ketschen in der Anschaffung und Wartung aufwendiger als Sloops, weshalb sie eher eine Spezialität für erfahrene Segler darstellen.