Der Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im Atlantik, die großen Einfluss auf Klima und Navigation hat. Er transportiert warmes Wasser aus dem Golf von Mexiko entlang der amerikanischen Ostküste nach Norden und dann ostwärts in Richtung Europa. Die Strömung ist enorm stark und bewegt etwa hundertmal mehr Wasser als alle Flüsse der Erde zusammen. Das warme Wasser macht die Winter in Westeuropa deutlich milder, als es die geografische Lage eigentlich erwarten lassen würde.
Ohne den Golfstrom wäre das Klima in Europa wesentlich kälter. Für Segler und die Schifffahrt spielt der Golfstrom eine wichtige Rolle bei der Routenplanung. Wer von Amerika nach Europa segelt, kann die Strömung nutzen und spart dadurch Zeit und Treibstoff. In Gegenrichtung muss der Golfstrom umfahren werden, sonst verliert man mehrere Knoten Fahrt. Die Strömungsgeschwindigkeit liegt typischerweise bei 2 bis 4 Knoten, kann aber auch höher sein. An den Rändern des Golfstroms bilden sich oft Wirbel und Verwirbelungen. Die Temperaturunterschiede zwischen warmem Golfstrom-Wasser und kaltem Umgebungswasser können 10 Grad und mehr betragen. Der Golfstrom wird durch Temperatur- und Salzgehaltsunterschiede angetrieben.
Durch das Abschmelzen der Polkappen gelangt zunehmend Süßwasser in den Nordatlantik, was den Salzgehalt verringert. Dies könnte den Golfstrom abschwächen oder im Extremfall zum Stillstand bringen. Die Folgen wären drastisch: Ohne die Wärmezufuhr würde das Klima in Nordwesteuropa deutlich kälter werden.
